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Wittislingen

05.08.2020

Endlich stehen die Pläne für den neuen Edeka in Wittislingen fest

Auf dem Papiermühlfeld zwischen Wittislingen und Zöschlingsweiler soll der neue Edeka gebaut werden. Den Bauantrag hat der Gemeinderat nun abgesegnet. Die Fläche im Bild wird wohl nicht mehr lange so aussehen.
Bild: Horst von Weitershausen (Archiv)

Plus Die Pläne für die neue Edeka-Filiale sind nun öffentlich. Nur eine Gemeinderätin hat Bedenken wegen der Umwelt – und die IHK befürchtet eine mögliche Überversorgung.

Die Pläne zum neuen Edeka-Markt in Wittislingen stehen fest. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag segnete der Rat die Pläne ab. Doch bevor es losging, sah sich Bürgermeister Thomas Reicherzer ( SPD) zu einer Klarstellung gezwungen:

„Der neue Edeka war in den vergangenen Wochen ein heikles Thema“, begann Reicherzer. Anlässlich eines Leserbriefs in unserer Zeitung, in dem er sich und die Verwaltung angegriffen sah, wolle er noch ein paar Dinge klarstellen: So habe es keinen zeitlich verbindlichen Plan gegeben, wie Georg Keim, ehemaliger Betreiber der Filiale in der Ortsmitte in seinem Leserbrief schrieb. Zum Thema Nahversorgung sagte der Bürgermeister: „Mir ist klar, dass es Bäcker und Metzger so nicht mehr gibt. In anderen Orten ist das auch so. Aber in Wittislingen sind wir gut aufgestellt.“ Immerhin gebe es die Penny-Filiale, den Hofladen in Zöschlingsweiler, den Bürgerservice und bald wieder einen Edeka.

Edeka in Wittislingen seit drei Jahren geplant

Unterstützung erfuhr Reicherzer von Hans Schneider, Geschäftsführer der Firma Konzeptbau aus Kaufbeuren, die in Wittislingen als Investor auftritt. Seit drei Jahren plane man, im vergangenen Jahr habe man die ersten Pläne der Gemeinde vorgestellt. „Die Grundstücksverhandlungen haben sich etwas hingezogen“, erklärt Schneider gegenüber unserer Redaktion. Mit der Geschwindigkeit vonseiten der Gemeinde sei er jedoch „voll zufrieden“. Die Gerüchte, mit dem Bau hätte bereits im Frühjahr 2020 begonnen werden sollen, dementiert auch er. Ziel sei es nun, zügig zu beginnen. „Im besten Fall noch dieses Jahr“, so Schneider in der Sitzung am Dienstagabend.

Geplant ist der neue Edeka auf einer Gesamtfläche von 6400 Quadratmetern auf dem Papiermühlfeld zwischen Zöschlingsweiler und Wittislingen. Im Westen grenzt der Sportplatz an, im Osten die Filiale von Penny und das übrige Gewerbegebiet. Knapp 1500 Quadratmeter des Grundstücks sind als Grünfläche eingeplant, rund 5000 Quadratmeter sollen bebaut werden. Die Filiale selbst, die der Straße zugewandt gebaut werden soll, wird eine Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern umfassen. Zusätzlich sind 89 Parkplätze geplant. Wie der Investor erklärt, wird die Filiale das volle, bei Edeka übliche Sortiment umfassen. Auch ein Back-Shop ist geplant. „Ob abgesehen davon noch was rein soll, eine Postfiliale zum Beispiel, überlassen wir Edeka selbst“, so Schneider auf Nachfrage. Vonseiten des Konzerns war dazu jedoch noch keine Stellungnahme zu erhalten.

IHK befürchtet Überversorgung in Wittislingen

Schon im Vorfeld zu der Vorstellung wurden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange verlesen: Hier war zu erfahren, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Überversorgung der Bevölkerung befürchtet. An den Plänen ändert das aber nichts.

Nur SPD-Rätin Carolin Stoll äußerte ihre Bedenken zum Neubau: „Ich bedauere sehr, dass die Filiale im Ort zu gemacht wird und wir wie andere Kommunen auch auf die grüne Wiese bauen müssen.“ Sie wollte wissen, ob man nicht wenigstens einen Teil der äußeren Parkplätze unbefestigt und stattdessen mit Schotterrasen umsetzen könne. „Das würde für mehr Lebensraum sorgen.“ Dem Investor zufolge sei das jedoch nicht möglich, ebenso wie die Versickerung auf der Fläche, nach der Stoll fragte. Das Regenwasser soll stattdessen in die nahe Egau abgeleitet werden.

Außenbeleuchtung des Edekas soll nachts abgedreht werden

Verunsicherung bestand auch wegen der geplanten Grünflächen. Walter Reinelt (FWG) merkte an, dass die Abgrenzung zwischen öffentlichen und privaten Grünflächen im Plan nicht eindeutig sei. „Da wird irgendwann die Gemeinde das private Grün mähen.“ Geschäftsstellenleiter Tobias Steinwinter entgegnete: „Dafür gibt’s ja Grenzsteine.“

Auf Nachfrage des Zweiten Bürgermeisters Ulrich Mayerle (CSU) erklärte der Investor zudem, die Außenbeleuchtung werde zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet.

In der Abstimmung war Carolin Stoll schließlich die einzige, die sich gegen den Bauantrag aussprach.

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