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Bürgerversammlung

21.03.2019

Eppisburger wehren sich gegen Ortsumgehung

Eine mögliche Route für die Umgehungsstraße bei Eppisburg ist hier zu sehen: Das geplante Modell verläuft nördlich von Eppisburg. Es quert die Baumreihe im Hintergrundund ist knapp 3,3 Kilometer lang.
Bild: Karl Aumiller

Für viele Bürger ist die geplante Lösung nicht ideal. Welche Bedenken es gibt.

Die zunehmende Verkehrsbelastung durch Autos, Lastwagen und landwirtschaftliche Maschinen ist immer mehr zu spüren. Auch bei uns im Landkreis Dillingen. Ein Beispiel ist die Gemeinde Holzheim. Auch sie leidet unter den Blechlawinen. Der Grund: die günstige Lage zwischen B16 und A8. Täglich fahren rund 2500 Autos allein durch Eppisburg, wie Statistiken des staatlichen Bauamtes zeigen. Doch die seit mehreren Jahren geplante Umgehungsstraße, die nun entstehen könnte, ist für viele Bürger in der aktuellen Version keine sinnvolle Lösung. Bei der Bürgerversammlung, die Zweiter Bürgermeister Simon Peter am Mittwochabend in Eppisburg leitete, stand der für den Frühling geplante Baubeginn im Zentrum der teils hitzigen Diskussion. Knapp 90 Eppisburger hatten sich den Abend freigehalten, um bei der Versammlung ihrem Ärger über die Umgehungsstraße Luft zu machen. Über den aktuellen Stand des Projekts herrschte bei vielen Bürgern Verwirrung und Uneinigkeit.

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Georg Wagner sagte beispielsweise: „Es wäre schön, wenn die Bürger von der Gemeinde endlich einmal darüber informiert werden würden.“ Eine Umgehung zu bauen, die keiner befürworte, mache keinen Sinn, sagte er. Auch Bürgermeister Peter sah das ähnlich: „Seit Jahrzehnten wird über den Bau der Straße diskutiert, doch weitergekommen ist man bisher nicht.“ Erst wenn Bürger und Gemeinderat gemeinsam ihr Einverständnis geben würden, könne das Straßenbauamt Krumbach mit den Arbeiten beginnen, sagte er.

Der Freistaat hatte sich für folgendes Projekt ausgesprochen: Nördlich von Eppisburg soll, im Abstand von 200 Metern zu den nächsten Bebauungen, eine Umgehungsstraße entstehen. Das Modell sieht dabei eine Länge von rund 3,3 Kilometern mit einer 7,5 Meter breiten Fahrbahn und beidseitigen Wirtschaftswegen vor, wie der Bürgermeister mitteilte. „Zur Entscheidungsfindung sollten jetzt vor allem betroffene Grundstücksbesitzer mit ins Boot geholt werden“, fand Georg Wagner. Und der Eppisburger Gerhard Sailer fügte hinzu: „Ich verstehe das Konzept nicht“.

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Viele Anwohner wünschen sich, dass die Umgehungsstraße näher am Ort verläuft. Je weiter die Straße weg liegt, desto größer ist der dafür benötigte Flächenverbrauch. Holzheim und Weisingen müssten deshalb in die Planung des Modells aufgenommen werden. So erklärte es Stefan Brenner, Eppisburger Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes. „Für uns ist die aktuell geplante Straße nicht der richtige Weg, und wir werden uns nicht damit abfinden“, sagte er. Der Eppisburger Gemeinderat Klemens Peter teilte diese Meinung, und sagte: „Wir müssen gemeinsam mit den Bürgern eine richtige und sinnvolle Lösung finden, um dann das Straßenbauamt davon zu überzeugen.“

Der Zweite Bürgermeister kündigte eine weiter Bürgerversammlung an

Um bei den zahlreichen Wortmeldungen der Eppisburger den Überblick nicht zu verlieren, kündigte Peter eine weitere Bürgerversammlung speziell zur Umgehungsstraße an. Ob es eine Lösung geben kann, mit der sowohl Anwohner, Einwohner und Straßenbauamt zufrieden sein werden, blieb weiterhin offen.

Es gibt auch gute Nachrichten

Eine positive Neuigkeit hatte der stellvertretende Bürgermeister Simon Peter nach den teils kontroversen Diskussionen um die Umgehungsstraße aber auch zu verkünden. Nach den vorangegangenen Schwierigkeiten im Baugebiet Lindenberg III nimmt das Projekt nun in abgeänderter Form Gestalt an. Nach Auflagen des Landschaftsschutzes werden statt der ursprünglich geplanten drei Baureihen nur noch zwei, mit insgesamt zehn Bauplätzen, verwirklicht. Mit Ablauf der Einspruchsfrist Ende der Woche plant die Gemeinde, mit den Erschließungsarbeiten zu beginnen, sagte Peter.

Lukas Brischalle von der Freiwilligen Feuerwehr Eppisburg brachte außerdem den Wunsch vor, einen Defibrillator für die Gemeinde anzuschaffen. Bei der immer älter werdenden Bevölkerung im Ortsteil sah er das als dringend notwendig an. Brischalle sagte: „Es wäre gut, diese Sicherheit zu haben und den Eppisburgern die Möglichkeit zu geben, im Notfall noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes selbst aktiv zu werden.“

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