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08.02.2015

Er gab stets den Ton an

37 Jahre lang dirigierte Edgar Bürger den Liederkranz Landshausen. Beim Konzert am Sonntag schwingt er zum letzten Mal den Taktstock.
Bild: Gaugenrieder

37 Jahre lang war Edgar Bürger Dirigent des Liederkranzes Landshausen. Jetzt übergibt er das Amt. Und hat schon neue Pläne

Das Lampenfieber, das hat er immer noch. Auch wenn Edgar Bürger schon hunderte Mal auf der Bühne gestanden ist. Als Hornist oder aber als Dirigent. Immer wieder, sagt er, ist es etwas Besonderes. Immer wieder ist die Aufregung da. Und das müsse auch so sein. „Sonst fehlt jegliche Art von Spannung. Das Publikum merkt das, ob man mit Herz, mit Leidenschaft dabei ist. Oder ob das nur so runtergerissen wird.“ Das Lampenfieber, das wird er auch vor dem Konzert am Sonntagabend in der Bachhagler Festhalle haben. Und noch etwas schwingt dabei mit: Wehmut. Denn nach 37 Jahren als Dirigent legt Edgar Bürger mit diesem Konzert den Taktstock des Liederkranzes Landshausen nieder.

Noch gut kann er sich daran erinnern, wie er dazu kam. Erst kurz zuvor hatte er damals seinen Beruf als Maschinenschlosser aufgegeben und sich entschlossen, seiner Leidenschaft zu folgen und Musik zu studieren. Seit seinem 10. Lebensjahr spielte Edgar Bürger Horn. Nun sollte daraus mehr werden als nur ein Hobby. Er war erst einige Wochen im Studium, da wurde er vom damaligen Vorsitzenden gefragt, ob er denn am Volkstrauertag den Männerchor dirigieren könnte. Bereits wenige Monate später wurde dann der Liederkranz gegründet. Etwa 30 junge Leute fanden sich damals zusammen. Unter dem Dirigat von Edgar Bürger. Am Anfang, erzählt er, habe es einer Findungsphase bedurft. Doch nach und nach wuchs aus den Sängern ein Chor. Einer, der bald weit über die Grenzen des Bachtals hinaus bekannt war. Bürger kann sich noch gut erinnern, wie ein Skeptiker ihn fragte, wer denn seiner Ansicht nach außer ein paar älteren Damen zu so einem Kirchenkonzert kommen würde.

Für deren Vorbereitung probte Bürger mit seinem Chor fast vier Jahrzehnte lang einmal in der Woche. Für manches Konzert, sagt der in Giengen tätige Musiklehrer, arbeiteten sie gemeinsam fast zwei Jahre lang. Etwa an der Schöpfung von Haydn. Schließlich gebe es im Jahresverlauf auch einige andere Termine für den Liederkranz: Um Weihnachten herum, am Volkstrauertag, zur Erstkommunion ist er ebenfalls gefragt.

Was der Chor zur Aufführung brachte, das entschied der Dirigent, der als Musiker schon vor Papst Johannes Paul II. gespielt hat, immer selbst. Wenn man ein Stück aussuche, dann sei es immer auch Aufgabe des Dirigenten, es zu interpretieren, es zu hinterfragen: „Die Noten sagen einem eigentlich nichts.“ Einen guten Dirigenten zeichne daneben auch aus, dass er einen guten Kontakt zum Chor oder zum Orchester habe. „Und eine gute Schlagtechnik ist natürlich Voraussetzung.“ All das hat Bürger infolge seines Dirigentenstipendiums perfektioniert. Das er erhielt, nachdem er mit dem Giengener Jugendblasorchester den baden-württembergischen Landeswettbewerb gewann und mit ihm dann auch beim damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker in Berlin spielen durfte. Eigentlich, sagt der Giengener Stadtkapellmeister, sei er gar kein Chordirigent. „Ich bin eher ein Orchesterdirigent, der mit dem Chor Dinge macht, die mit dem Orchester zusammengehen.“ Doch auch wenn seine musikalische Liebe dem Horn gilt: Edgar Bürger singt auch gerne. „Ich singe vielleicht sogar zu viel mit“, sagt er lächelnd.

Dass er nun künftig nicht mehr den Liederkranz in Landshausen leitet, bedeute aber nicht, dass er sich von der Musik verabschieden wolle. Ganz im Gegenteil. In Giengen ist er immer noch aktiv. „Und ich habe durchaus noch Pläne.“ Vielleicht ein anderer Chor, ein Sinfonieorchester. Überlegungen gebe es einige. „Ich wollte auf dem Höhepunkt gehen. Der Chor ist sehr gut aufgestellt. Personalmäßig und von der Größe her“, sagt der 61-Jährige. „Und meine Nachfolgerin, Sabine Seidl, macht eine sehr gute Arbeit. Deswegen bin ich sicher, dass es gut weitergeht.“

Das Konzert in der Bachhagler Festhalle findet am Sonntag, 8. Februar, um 19 Uhr statt.

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