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Zum 90. Geburtstag

28.09.2016

Er hat den Weg für viele Straßen frei gemacht

Er hat im Bundestag einiges für Nordschwaben bewegt: der langjährige Abgeordnete Karl Heinz Lemmrich, der am Mittwoch den 90. Geburtstag feiert.
Bild: Familie Lemmrich

27 Jahre lang saß Karl Heinz Lemmrich für Nordschwaben im Bundestag. Ein Projekt war besonders wichtig.

Dillingen/Holzkirchen Karl Heinz Lemmrich hatte vergangenes Jahr einen Termin schon fest in seinem Terminkalender eingeplant. Am 14. September wollte der frühere nordschwäbische CSU-Bundestagsabgeordnete zur Einweihung der neuen B16 nach Dillingen kommen. Das Alter machte dem früheren Verkehrsexperten aber einen Strich durch die Rechnung. „Ich muss unbedingt zum Arzt“, sagte Lemmrich, der damals noch in Sauerlach wohnte. „Und dabei wäre ich so gerne dabei gewesen.“ Denn der CSU-Politiker hatte sich einst sehr für den Bau der neuen Bundesstraße eingesetzt. „Da haben sie einen ziemlichen Wirbel gegen mich gemacht“, erinnerte sich Lemmrich, der am heutigen Mittwoch seinen 90. Geburtstag feiert. In Dillingen sei der Widerstand in den 1970er-Jahren gegen die neue B16 groß gewesen. Der ehemalige Vorsitzende des Verkehrsausschusses sagte: „Zehn Jahre früher hätte die Eröffnung schon sein können.“

Inzwischen rollt der Verkehr auf der neuen Bundesstraße – wie auf vielen anderen Straßen, deren Bau Lemmrich in seiner Abgeordnetenzeit begleitet hat. Der heute 90-Jährige stammt aus dem thüringischen Zella-Mehlis. Lemmrichs Vater Otto verlor in einem Konzentrationslager der Nazis sein Leben. Der Thüringer, der verletzt aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrte, absolvierte nach dem Abitur eine Maurerlehre. Er siedelte nach Westdeutschland über und studierte ab 1947 an der Technischen Universität in München Bauingenieurswesen. 1961 kam er über die Landesliste der CSU in den Bundestag. 1965 wurde in Nordschwaben ein Direktkandidat gesucht. Die Wahl fiel auf Lemmrich. Zum Wahlkreis Donauwörth gehörten damals auch die Bereiche um Dillingen und Nördlingen sowie Neuburg/Donau. Bis 1988 war Lemmrich direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises. Am 28. Juli 1988 legte er sein Mandat nieder, weil er Vorstandsmitglied bei der Rhein-Main-Donau wurde.

Im Bundestag hatte sich Lemmrich als Verkehrsexperte einen Namen gemacht. Von 1976 an war der Bauingenieur Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Lange Jahre hat Lemmrich am Weiterbau der A7 von Feuchtwangen nach Ulm gearbeitet. Und auch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz trägt die Handschrift des CSU-Politikers. Weggefährten attestierten Lemmrich, dass er sich „unermüdlich, zuweilen hartnäckig und mit großer Sachkompetenz“ für den Bundeswahlkreis in Nordschwaben eingesetzt habe.

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Lemmrich, dessen Frau Rosmarie 1997 gestorben ist, lebt inzwischen auf eigenen Wunsch in einem Seniorenheim in Holzkirchen. Besuch erhält er auch von Tochter Bettina Lemmrich und seinem Sohn Florian Lemmrich, der CSU-Vorsitzender in Rott am Inn ist. Lemmrichs Kinder haben am Sailer-Gymnasium in Dillingen ihr Abitur gemacht. Die Familie Lemmrich lebte von 1970 bis 1989 in Rain am Lech.

Karl Heinz Lemmrich lebt inzwischen etwas zurückgezogen. Er hört viel Radio und liest Zeitung, um sich über die gesellschaftliche Entwicklung zu informieren. An seine politische Arbeit in unserer Region habe er gute Erinnerungen. „In Nordschwaben“, sagt Lemmrich, „hatte ich eine wunderbare Zeit.“

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