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Dillingen

09.12.2019

Er hat ein Musikvideo in Hollywood produziert

Robert Christa hat in den USA ein Musikvideo produziert und die neue Jazz-CD „Smooth World“ herausgebracht. In unserem Interview spricht er auch über seinen Bezug zur Heimat.
Bild: Arnold Schromm

Plus Zudem hat Robert Christa seine dritte CD herausgebracht. Dort finden sich Texte zum Nachdenken. Warum der Musiker seiner Heimat Dillingen treu geblieben ist.

Er ist Vollblutmusiker und Botschafter in Sachen Weltmusik: der gebürtige Dillinger Robert Christa, der inzwischen in Lauingen lebt. Jetzt hat Christa ein Musikvideo in Hollywood produziert und die CD „Smooth World“ herausgebracht. Wir sprachen mit ihm in diesen Tagen auf der Release-Party in Lauingen.

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Die Musikrichtung ist Jazz

Sie haben aktuell ein Musikvideo in den USA produziert und mit „Smooth World“ bringen Sie zurzeit Ihre dritte Jazz-CD auf den Markt. Es gibt ja schon „Night Flight to Rio“ und „City Lights“. Beide klingen sehr jazzig und club-like. Was gibt es zu den neuen Veröffentlichungen zu sagen?

Mein neues Video „I will fly away“ wurde professionell in Hollywood produziert. Hauptdarstellerin ist Racquel Roberts, eine fantastische Profisängerin aus Los Angeles. Inhaltlich geht es um das „Loslassen“ von schlechten Beziehungen und den Sprung in ein neues Leben. Die neue CD ist, wie der Name schon andeutet, im Smooth-Jazz-Bereich anzusiedeln. Mein Anliegen ist es aber, nicht nur jazzige Sachen zu bringen. Ich bin auch deutlich in den Rock- und Pop-Bereich gegangen. Gerade mit dieser CD habe ich mein Musik-Spektrum komplett erweitert, es findet sich ebenso Musik aus der Gospel-Welt, Elektro-Pop, Soul, Balladen, ja es finden sich sogar Fantasy-Songs. Zu meinen Eigenkompositionen habe ich mich diesmal durch Stücke von Chick Corea bis hin zu brasilianischen Samba-Rhythmen inspirieren lassen. Auch das Thema „Mother Earth“ hat als Thematik eine Rolle gespielt. Hier geht es musikalisch um die Frage, wie wir Menschen in Zukunft mit unserem Lebensraum Erde umgehen sollen, dieser fast musicalhafte Song soll zum Nachdenken anregen. Ich meine, es lohnt sich auf jeden Fall einmal reinzuhören.

Das hört sich nach vielen Stunden Arbeit an?

Ja, kann man sagen. Dabei geht es natürlich um das Erreichen eines möglichst hohen Qualitätslevels. Bei der Umsetzung meiner Kompositionen haben mich auch diesmal wieder hochkarätige Musiker aus den USA, Österreich, England, Brasilien und Deutschland unterstützt, so zum Beispiel Tom Reif an der E-Gitarre, der begnadete Salzburger Saxofonist Robert Friedl, mit dem ich fest zusammenarbeite, und viele mehr. Die Streicher bei „Mother Earth“ sind nicht synthetisch, sondern real eingespielt. Ein hohes musikalisches Niveau war das Ziel. Ich hoffe, das ist mir gelungen.

So enstehen die Texte von Robert Christa

Und wie sieht es mit den Texten aus? Die schreiben Sie auch selbst?

Ja, wobei ich da ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit erfahrenen Textern zurückgreifen kann. Hier freue ich mich immer über die Hilfe von „Native-Speakern“, die mir sprachlich korrektive Tipps geben, da ich meine Texte grundsätzlich in englischer Sprache verfasse.

Warum eigentlich Englisch?

Meine Musik ist sehr stark beeinflusst vom Sound der US-Westcoast-Music, Kalifornien/Los Angeles, you know, da würden deutschsprachige Texte einfach nicht passen.

Wohl auch nicht zum Thema Weltmusik?

Ja, genau, hier will ich so offen wie möglich sein. Mein Bassist beispielsweise kommt aus Brasilien. Mit ihm habe ich den direkten Zugang zur lateinamerikanischen Musik. Überhaupt sehe ich da in Zukunft noch viele Möglichkeiten, zum Beispiel auch durch den Einbau unterschiedlichster Instrumente wie Sitar oder die arabische Laute. Damit zu experimentieren, finde ich spannend, und hieraus schöpfe ich schon Anregungen zu meinem nächsten CD-Projekt.

Sehe ich es richtig, dass Ihre Songs und Texte auch immer eine gewisse Botschaft vermitteln sollen?

Wenn man so will. Ich schreibe, man könnte sagen, „Wohlfühlsongs“, die ein gewisses Lebensgefühl vermitteln und im Einklang mit der Musik – es gibt auch Instrumentals – zum Wohlbefinden der Hörer beitragen sollen, dann aber auch kritische Texte mit tiefsinnigeren Botschaften. Grundaussage meiner Musik ist eigentlich: Mach alles, was du im Leben tust, mit deinem Herzen, mit Gefühl und Innigkeit!

Diese Begeisterung für Musik geht bei Ihnen ja weit zurück in die Jugendzeit?

Das ist richtig. Nach anfänglichen Misserfolgen beim üblichen klassischen Klavierunterricht kam dann Ende der 70er-Jahre, wie bei vielen anderen, die Initialzündung durch die Musik der Beatles. Das hat mich elektrisiert und gefangen genommen. Die Kreativität und Vielseitigkeit gerade dieser vier sogenannten Pilzköpfe hat mich fasziniert und zum Selbstspielen angeregt. Später kamen dann Gruppen wie Santana oder Azymuth dazu. Das hat die Liebe zu südamerikanischen/brasilianischen Klängen und zum Jazz gefördert. Ebenso die Musik von Stevie Wonder. Später haben sich durch meine musikalischen Aktivitäten viele Kontakte, Bekanntschaften und Freundschaften in die Szene hinein ergeben, zum Teil mit doch ziemlich berühmten Leuten aus der Musikbranche.

Projekte mit der Synagoge Binswangen

Damit sind wir zurück in der Gegenwart. Sie haben von Zukunftsplänen gesprochen. Gibt es weitere Projekte?

Ja, natürlich. Ich werde mich den Winter über wieder mehr dem Klavierspiel widmen und nächstes Jahr gibt es wieder Klavierkonzerte. Zum Beispiel im Oktober wieder zusammen mit der hochtalentierten Christiane Dehmer aus Würzburg in der Synagoge in Binswangen. Schön wäre es, auch wieder ein Konzert im Münchner Gasteig zu geben. Mal sehen, was sich ergibt.

Erfreulich ist es, dass Sie bei all Ihren Projekten bis heute Ihrer Heimat Dillingen treu geblieben sind.

Ja, und das wird auch so bleiben. Bis heute bin ich immer wieder froh, nach meinen vielen Reisen zurück nach Dillingen zu kommen. Ich will hier auch nicht weg. Ich gehöre hier her und jeder Mensch sollte wissen, wo er hingehört. Hier leben doch meine Verwandten und viele meiner engsten Freunde. Hier fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser. Auch liegt es mir am Herzen, gerade in unserer Region die Musikszene zu beleben und am Leben zu erhalten. Projekte wie die Songwriters-Night oder die Groove Sessions in der Kulturkneipe Chili sind zu einer festen Größe geworden, denke ich. In der Richtung habe ich noch viel vor.

Wo gibt es Ihre CD beziehungsweise CDs? Sie haben von renommierten Musikkritikern ja hervorragende Bewertungen bekommen.

Zu beziehen ist meine neue CD über Bücher Brenner oder die Skala in Dillingen, ganz einfach aber auch über Amazon & Co. Informieren über mich und meine Musikprojekte kann man sich im Netz unter www.robertchrista.com.

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