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26.10.2009

Er ist mit sich und der Welt im Reinen

Nördlingen/Berlin Der große Moment kommt erst noch. Ulrich Lange, neu gewählter nordschwäbischer CSU-Bundestagsabgeordneter aus Nördlingen, wird sich vermutlich erst am 27. Oktober voll und ganz als frei gewählter Abgeordneter des deutschen Volkes fühlen. An diesem Tag tritt der 17. Deutsche Bundestag erstmals im Berliner Reichstagsgebäude zusammen, um sich zu "konstituieren", wie es offiziell heißt. Jedes Mitglied des Parlamentes wird während der Sitzung namentlich aufgerufen - erst dann darf Ulrich Lange vor oder hinter seinen Namen das Kürzel "MdB" (Mitglied des Bundestages) setzen.

Noch trägt der parlamentarische Einzug des Juristen, der vor 40 Jahren in Meran in Südtirol geboren wurde, den Charakter des Provisorischen. So steht denn auch "Vorläufiger Abgeordnetenausweis" auf dem Papier, mit dem er sich am Eingang zu den Bundestagsbauten im Regierungsviertel ausweist.

Abendessen mit Ramsauer

Er hat ihn schon einige Male gebraucht, denn nach der Bundestagswahl musste er immer wieder einige Tage in Berlin sein. Besprechungen, ein Abendessen der Neulinge mit Landesgruppenchef Ramsauer, Sitzungen der CSU-Landesgruppe und weitere Termine waren der Grund. Auch eine Dauerfahrkarte der Bahn hat er bereits. Diese will er in seiner künftigen Tätigkeit oft nutzen, weil er sich vorgenommen hat, mit dem Zug an seinen neuen Arbeitsplatz zu reisen. "Von Donauwörth aus gibt es eine gute ICE-Verbindung ohne Umsteigen nach Berlin", betont Lange. Während der knapp sechsstündigen Fahrt könne er, anders als beispielsweise im Flugzeug, etwas arbeiten. Außerdem sei ihm der ökologische Aspekt wichtig.

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Gerne würde er in die drei Büroräume von Hans Raidel im Jakob-Kaiser-Haus ziehen, jeweils 18 Quadratmeter groß, technisch bestens ausgestattet und nur einen Katzensprung vom Reichstag entfernt. Wer welches Büro bezieht, legt aber die Landesgruppe fest.

In welchem Bundestagsausschuss er gerne arbeiten möchte, verrät Ulrich Lange nicht. Er hat zwar bereits Wünsche an die Verantwortlichen gerichtet, aber: "Ich will nicht, dass das in der Zeitung steht, bevor es entschieden ist."

Auch das Berliner Büroteam von Raidel wird Lange übernehmen, das ist bereits ausgemacht. Mit Alfred Mosen als Büroleiter greift er auf einen erfahrenen wissenschaftlichen Mitarbeiter zurück, der 19 Jahre lang dem Oettinger Abgeordneten zur Seite stand, sich im Wahlkreis bestens auskennt und hervorragend vernetzt ist. Die zweite Bürokraft, Heike Tomesch, wird ebenfalls bleiben. "Ich wäre doch dumm, wenn ich dieses hervorragende Team nicht übernehmen würde." Beide sind derzeit eifrig bemüht, für ihren neuen Chef eine Wohnung zu suchen. Vorläufig tut es noch ein Hotelzimmer.

Keine personellen Veränderungen soll es nach Langes Vorstellungen in der Donauwörther CSU-Geschäftsstelle geben. Silvia Schröder und Manfred Hengstebeck bleiben "an Bord". Über eine weitere Halbtagskraft wird nachgedacht.

Der Rechtsanwalt Ulrich Lange sitzt in seinem Büro in der Nördlinger Bürgermeister-Reiger-Straße. Er ist mit sich und der Welt im Reinen, wenngleich in den vergangenen Wochen viel Stress war. Er freut sich sichtlich auf seine neue Aufgabe und ist voller gespannter Erwartung. Die "Hausaufgaben", sprich die Organisation der Kanzlei, die er zusammen mit Dr. Josef Christ seit Jahren führt, sind gemacht: Er bleibt Mitinhaber und wird seine Zulassung behalten, um nicht von der Politik abhängig zu sein. "Ich will jederzeit zurückkehren können." Im April nächsten Jahres bekommt die Kanzlei einen neuen Namen, weil Christ in den Ruhestand geht. Sie wird dann "Lange, Brendel und Gaudernak" heißen.

Landenberger-Schneider wird neuer Fraktionsvorsitzender

Auch auf kommunalpolitischer Ebene wird es Veränderungen geben: Im Kreistag bleibt Lange (vorerst) CSU-Fraktionsvorsitzender; im Nördlinger Stadtrat hingegen gibt er den Posten des Fraktionssprechers ab, ebenso seine Ausschusssitze. Stadtratsmitglied will er weiterhin sein. Auf die Frage seines Nachfolgers an der Fraktionsspitze schweigt er. "Erst muss der OB davon in Kenntnis gesetzt werden, bevor es öffentlich wird." Es ist allerdings kein Geheimnis mehr, dass ihn Stadtrat Markus Landenberger-Schneider beerbt.

In dieser Woche war Lange wieder zu vorbereitenden Terminen in Berlin, bevor es dann in der letzten Oktoberwoche mit der Arbeit als neuer Bundestagsabgeordneter richtig losgeht.

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