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21.08.2020

Er rückt an, wenn der Sauerstoff knapp wird

Einmal mit, einmal ohne Atemschutzmaske: Dennis Lang ist beim THW in Dillingen Ausbilder für die Atemschutzträger.
Bild: Lang

Plus Masken tragen auch die Helfer des THW immer wieder. Wie ihre Arbeit aussieht.

Wegen Corona sollen wir alle Masken tragen. Andere tun es berufsbedingt oder im Notfall. Anlass genug, die anderen Maskenträger vorzustellen. Dieses Mal: Atemschutzträger beim THW in Dillingen.

Anfangs löste die Maske für Dennis Lang noch einen echten Adrenalinkick aus. „Der Moment, in der man sie überzieht, ist schon was Besonderes“, erzählt er. Natürlich spricht er dabei nicht über den Mund-Nase-Schutz, den aktuell wohl jeder mindestens ein Mal am Tag übers Gesicht zieht. Lang spricht von einem deutlich schwereren Gerät: Der Atemschutzmaske des THW.

THWler wagen sich immer wieder in brenzlige Situationen

Denn nicht nur bei der Feuerwehr tragen die Einsatzkräfte regelmäßig die Maske mit der lebensrettenden Luft in der Flasche auf dem Rücken. Auch das Technische Hilfswerk hat Einsätze, bei denen Masken Pflicht sind. Jedes Mal nämlich, wenn die Luft dünn oder mit gefährlichen Stoffen versetzt ist, rücken die Atemschutzträger an. Lang erklärt: „Wenn es zum Beispiel in ein Silo oder einen Schacht geht, in dem ein Mensch liegt, und man weiß nicht, wie die Sauerstoffkonzentration da drin ist, kommen wir mit dem Atemschutz.

Einmal mit, einmal ohne Atemschutzmaske: Dennis Lang ist beim THW in Dillingen Ausbilder für die Atemschutzträger.
Bild: Lang

Aber auch bei Asbest oder anderen CBRN-Einsätzen.“ Das steht für Chemische, Biologische, Radiologische und Nukleare Notlagen und beschreibt ziemlich genau, in welch brenzlige Situationen sich die THWler immer wieder wagen.

Geübt wird bei der Dillinger Feuerwehr

Dabei arbeitet das Technische Hilfswerk eng mit der Feuerwehr zusammen. Auch die Atemschutzausbildung läuft oft gemeinsam ab, erzählt Lang, der selbst einen Ausbilderlehrgang absolviert hat. Die Übungsstrecke etwa befindet sich bei der Dillinger Feuerwehr. Wie sich die Maske anfühlt? „Es ist eng, man sieht nicht viel. Das ist einfach unangenehm.“

Als die THWler eine Ruine in Echenbrunn untersuchten

Lang selbst ist bei den meisten Einsätzen inzwischen eher im Hintergrund tätig. Trotzdem kann der 26-Jährige von so manchem Mal berichten: Als vor wenigen Jahren etwa ein Wohnhaus im Gundelfinger Ortsteil Echenbrunn explodierte, waren die Atemschutzträger des THW vor Ort und suchten die Ruine ab (Die Trümmer werden abgetragen).

Im Zuge der Pandemie sind auch für Lang die Mund-Nasen-Masken alltäglich geworden. Ihr größter Fan ist auch er nicht, trotzdem seien sie deutlich angenehmer zu tragen als der schwere Atemschutz – und sie helfen bei der Eindämmung des Virus. Nur einen Vorteil sieht er im Atemschutz: „Da kommt kühle Luft, das ist ganz angenehm.“

Teamgeist und Fitness

Wer beim THW Atemschutz tragen will, muss laut Lang vor allem Teamgeist mitbringen. „Das ist das wichtigste, ohne geht es nicht.“ Und natürlich gehört auch eine gewisse körperliche Fitness dazu. Ob er ein spezielles Training durchzieht? „Ich baue gerade ein Haus. Das hilft beim fit bleiben“, sagt er und lacht. Ein spezielles Training gebe es aber nicht. „Ich halte einfach einen gewissen Lebensstandard und gehe regelmäßig Radfahren. Das ist gut für die Kondition.“ Dazu kommen spezielle Übungseinsätze für Atemschutzträger und Belastungsübungen in der Übungsstrecke der Feuerwehr.

Der Adrenalinkick bleibt nach Jahren des Atemschutz-Tragens bei Dennis Lang übrigens weitestgehend aus. „Irgendwann hat man eine gewisse Routine. Dann fällt einem das leichter“, erzählt er.

Lesen Sie dazu auch unsere bisherigen "Masken"-Folgen:

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