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Lauingen

28.06.2013

Er will die Zuversicht auf Christus weitergeben

Thomas Kleinle aus Lauingen wird am Sonntag im Augsburger Dom zum Priester geweiht. Als Diakon wirkte er in den vergangenen Monaten in der Pfarreiengemeinschaft Weilheim.
Bild: Wieser

Der Lauinger Thomas Kleinle wird morgen zum Priester geweiht und feiert am 14. Juli Primiz

Von Katharina Gaugenrieder

Es war bei der Diakonenweihe von Albert Wolf im Jahr 2004. Als Thomas Kleinle seinen ehemaligen Oberministrant damals beim Auszug aus der Kirche sah, sei ihm zum ersten Mal konkret der Gedanke gekommen: Wäre das nichts für mich? Das könnte ich doch auch machen. Ein Wunsch, der den Lauinger nicht mehr losgelassen hat. Acht Jahre später wurde er selbst zum Diakon geweiht. Am Sonntag nun folgt die Priesterweihe im Augsburger Dom.

Sieben Jahre der Vorbereitung liegen hinter dem 26-Jährigen. Jahre, in denen es, das verschweigt Kleinle nicht, immer wieder auch Momente gegeben habe, in denen man seinen Weg hinterfragt. In denen sich Fragen wie „Passt das, wie geht es weiter?“ gestellt hätten. In der Rückschau seien dies wichtige Momente gewesen. „Wenn ich auf der gleichen Stufe stehen geblieben wäre, auf der ich ins Priesterseminar eingetreten bin, wäre das ja schade.“ Doch spätestens nach der Diakonenweihe im vergangenen Jahr hätten sich derartige Fragen nicht mehr gestellt. „Da durfte ich dann auch predigen, taufen, beerdigen und trauen – das sind besondere Momente, wo man Menschen in wichtigen Lebenssituationen begleiten kann. Da habe ich gemerkt, dass das auf jeden Fall das ist, was ich möchte. Dass es durch die Bank der richtige Weg ist.“

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Dabei hätte sich Kleinle als Teenager auch vorstellen können in einem ganz anderen Bereich zu arbeiten. Schon immer habe er ein Faible für Mathematik und Informatik gehabt. Und Naturwissenschaften, so der 26-Jährige, stünden ja auch nicht im Gegensatz zur Religion. „Religion ist nichts was man naturwissenschaftlich nachweisen kann. Aber sie hat viel mit der Vernunft und mit dem Nachdenken zu tun. Der Glaube bleibt, ohne dass man darüber nachdenkt, auf einem kindlichen Niveau stehen.“ Natürlich könne man Gott nicht beweisen. Trotzdem: „Die Liebe kann man auch nicht beweisen. Aber jeder weiß, dass es sie gibt“, sagt der 26-Jährige, der in seiner Freizeit gerne liest, in der Natur unterwegs ist oder sich mit Freunden trifft.

Für seine erste heilige Messe in Lauingen, die am 14. Juli, stattfindet, hat er sich den Primizspruch „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“, gewählt. Der ist ihm noch im Praktikum begegnet, als die katholische Kirche von der Missbrauchsdebatte erschüttert wurde. „Er drückt diese Zuversicht aus, das Christus da ist. Auch wenn es gerade drunter und drüber geht.“ Eine Zuversicht, die er als Priester auch anderen mit auf den Weg geben will. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, anderen erfahrbar zu machen, dass Christus auch in ihrem Leben da ist.“

Für die Möglichkeit das tun zu können, will Thomas Kleinle bei seiner Primiz in seiner Heimat danken. „Ich sehe das aber nicht als meine Feier, sondern als eine Feier der ganzen Pfarrgemeinde. Wenn ich mich da nicht so wohlgefühlt hätte, wüsste ich nicht, ob ich Pfarrer geworden wäre“, sagt Kleinle und kommt noch einmal auf Albert Wolf zu sprechen. „Da hat man in der Pfarrei gemerkt, es ist nichts total komisches wenn jemand ins Priesterseminar geht. Man wird unterstützt, man freut sich mit einem.“ So war es auch in seinem Freundeskreis. Die, sagt Kleinle, hätten schon vor ihm gespürt, in welche Richtung sein Weg einmal gehen würde. „Das haben wir uns schon gedacht“, sei die Reaktion der meisten gewesen, als er den Weg zum Priesteramt einschlug. Ein Weg, der am Sonntag zu Ende geht und doch wieder ganz neu beginnt.

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