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02.06.2019

Erinnerung an Woodstock: Drei Tage im August 1969

Woodstock ist für Horst von Weitershausen unvergesslich.
Bild: HOW

Unser Mitarbeiter Horst von Weitershausen erinnert an Woodstock - das legendäre Festival ist nun fast 50 Jahre her.

Jetzt kommt der Sommer. Meteorologen haben Temperaturen von bis zu 30 Grad für dieses Wochenende vorhergesagt. Dies bietet Gelegenheit, draußen zu feiern und sich auf die kommende Festival-Saison zu freuen. Auch die Region hat da mit dem Donauside-Festival etwas zu bieten. Am 20. Juli lassen es Bands im Innenhof des Dillinger Schlosses krachen. Für uns ist das Titel-Thema dieser Wochenend-Ausgabe Anlass, auf die Mutter aller Festivals in Woodstock zurückzublicken.

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Mit Schlafsäcken unter dem Arm erreichten wir das Festivalgelände

Es ist mittlerweile 50 Jahre her, dass Hunderttausende auf Max Yasgurs Farmhügel geströmt waren, um miteinander zu teilen, zu lachen. Wir sind nass geworden, haben weiter miteinander geteilt, zugehört, geschlafen, gegessen, geredet und gesungen. Es ist zu keinerlei Gewalt gekommen, es wurden Kinder geboren und der Welt wurde gezeigt, was für eine Generation sich hier getroffen hatte, was es mit Frieden, Liebe und Musik wirklich auf sich hatte. Es war ein Vergnügen, es war Magie und es war einmalig. Aus ganz Amerika – von der Ostküste bis zur Westküste – waren die jungen Leute gekommen, was einen riesigen Stau verursachte. Auf Umwegen erreichten mein Cousin und ich das Festivalgelände, hatten Schlafsäcke unterm Arm und ließen uns von der Musik getragen durch die Menge treiben.

Sie ertrugen Hitze, Hunger und Durst. Doch es war wunderschön.

Die Musik war damals unsere Stimme, und sie waren alle da, die Musiker, die von unseren Idealen und unserem Lebensstil gesungen haben. Richie Havens röhrte sein mächtiges „Freedom“ in die Menge, Country Joe sang sein Protestlied gegen den Vietnamkrieg und Joe Cocker hob mit seinem Song „With a little help from my friends“ dermaßen ab, dass die jungen Menschen die Zäune niedergetreten haben und das Gelände stürmten, was „Free Concert“ bedeutete. Alle waren wegen der Musik gekommen, hielten einem gefährlichen Gewittersturm stand, ertrugen Hitze, Schwüle, Hunger und Durst. Doch es war wunderschön, es war ergreifend, es war ein Traum, aus dem alle einmal irgendwann erwachen mussten. Die Musik der Bands war phänomenal, doch sicherlich haben die Meisten dort noch viel mehr empfunden. Erinnerungen und gute Gefühle für ein ganzes Leben.

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