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Adventskonzert

17.12.2013

Es schneibalat in Bethlehem

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2 Bilder
Armgard Miller trug die „Schwäbische Weihnacht“ aus der Feder ihres Vaters Arthur Maximilian Miller vor.

„Schwäbische Weihnacht“ mit Armgard Miller in St. Nikolaus in Binswangen

Binswangen Draußen klingeln die Kassen in den Warenhäusern und in den Budenstraßen der Weihnachtsmärkte ist es laut. „Jingle bells“ lärmt hier und dort aus den Lautsprechern. Wie schön war es da am Samstag in der Pfarrkirche St. Nikolaus, wo die Besucher die „Schwäbische Weihnacht“ von Arthur Maximilian Miller erzählt bekamen. Armgard Miller, die Tochter des allgäu-schwäbischen Autors, der von 1901 bis 1992 lebte, war die Protagonistin des Abends, die mit ihrer bedächtigen Erzählart eine zu Herzen gehende Atmosphäre schuf. Die grauhaarige Dame verfügt auch noch über ein erstaunliches Gedächtnis, trägt sie doch fast alles in freier Rede vor.

Ein Innehalten bei Kerzenschein

Doch was wäre das alles gewesen, wenn nicht der Liederkranz Wertingen und die Orchestervereinigung Höchstädt den gesanglich und musikalischen Rahmen unter der Leitung von Werner Bürgle geschaffen hätten. Die Vertonungen des Bruders von Arthur Maximilian Miller, dem lange Zeit in Frauen-stetten lebenden Robert Maximilian Miller (1904 bis 1991) , krönten den adventlichen Auftritt zwischen güldenen Heiligen- und Engelsfiguren. Da war in Kerzenatmosphäre ein Innehalten möglich, für das nicht zuletzt Armgard Miller mit der schwäbischen Weihnachtsgeschichte ihres Vaters sorgte. Freilich kann man in Nordschwaben den anderen Zungenschlag aus dem Allgäu nicht immer so mühelos verstehen, doch das war gar nicht unbedingt notwendig. „Was schwätzt der Engel an mi na?“, diese Beschreibung aus Millers „Verkündigung“ lässt Heiterkeit aufkommen, und die Besucher des Abends schmunzeln da leise vergnügt vor sich hin. Genauso schön die Feststellung des Autors: “Es schneibalat in Bethlehem”. Und wer die Nachrichten der letzten Tage hörte, dann hat es in Israel doch tatsächlich tüchtig geschneit.

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Musikalischen Glanz verbreitet

Die Musik, die Robert Maximilian Miller als Rahmen zur „Schwäbischen Weihnacht“ seines Bruders komponierte, wirkt anfangs fast eine Spur melancholisch, doch das ist schließlich auch die Art des Schwaben, der im Gegensatz zum eher lustigen Oberbayern im Leben etwas verhaltener agiert. Doch je näher es in der Geschichte auf Weihnachten zugeht, desto mehr kommt musikalischer Glanz und schließlich ein fröhliches und jubilierendes Alleluja auf. Werner Bürgle hatte zusammen mit dem Orchester aus Höchstädt und seinen Sängerinnen und Sängern des traditionellen Wertinger Liederkranzes engagierte Vorarbeit geleistet und seine Schäflein ins rechte Licht eines wundervollen Adventsabends gerückt. Die Gemeinschaftsleistung konnte sich wahrlich sehen und hören lassen.

Arthur Maximilian Miller, der renommierte Mundartdichter und Pädagoge aus dem bayerischen Schwaben und sein Bruder Robert Maximilian, den viele noch aus seinen Frauenstettener Jahren kennen und sich gerne an diesen bescheidenen Musiker erinnern, hätten sicher ihre Freude an diesem abendlichen Ereignis in Binswangen gehabt. Die beeindruckten Zuhörer und Gabriele Killensberger vom Liederkranz bedankten sich bei den Protagonisten der Veranstaltung und speziell bei Werner Bürgle sowie Armgard Miller für ein eindrucksvolles Adventerlebnis.

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