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Elektroautos

02.03.2018

Experte: „Wer viel fährt, fährt elektrisch günstiger“

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E-Mobilität rechnet sich für Unternehmen im ländlichen Raum besonders, sagt Guido Weißmann von Bayern Innovativ.
Bild: Hans Gusbeth

Für Unternehmen im ländlichen Raum ist E-Mobilität getestet und geeignet, sagt Guido Weißmann bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren.

Das Timing hätte nicht besser sein können. Am Dienstagmittag kam die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig: Diesel-Fahrverbote sind nach geltendem Recht grundsätzlich zulässig. Am Abend ging es im Windstützpunkt in Lauingen um das Thema „Wann lohnt sich ein Elektroauto“. Die Wirtschaftsjunioren (WJ) des Kreises hatten mit ihrer Einladung den richtigen Riecher und mit Dr. Guido Weißmann einen profilierten Experten von Bayern Innovativ zur Hand. Der sprach sich schon im November an gleicher Stelle (wir berichteten) vehement für E-Mobilität aus.

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Dass die Frage „Elektroauto“ längst mittelständische und kleine Unternehmen umtreibt, machte WJ-Vorsitzender Tobias Singer deutlich: „Wer kann es sich leisten, ein Produkt oder eine Dienstleistung nur wegen eines Fahrverbotes später zu liefern oder zu erhalten?“ Wie schnell aus diesem Horrorszenario Realität werden kann, zeigt die Stadt Hamburg. Noch am Tag des Diesel-Urteils erließ die Hansestadt bereits für April Fahrverbote auf zwei Streckenabschnitten. Hamburg ist weit, aber es drohen Diesel-Fahrverbote auch in Augsburg, München oder gerade in Stuttgart, wo der Paketdienst DHL laut Guido Weißmann inzwischen „aus wirtschaftlichen Gründen elektrisch ausliefert“. Und diese Städte liegen vor der Haustür von Unternehmen und Pendlern aus dem Landkreis. „E-Mobilität ist im ländlichen Bereich noch viel sinnvoller, als in der Stadt“, ist Weißmann mit Blick auf die Fahrleistung überzeugt: „Dort fährt man einfach mehr als in der Stadt – und wer viel fährt, fährt elektrisch günstiger“. Für Belieferung im ländlichen Raum sei E-Mobilität längst getestet und vor allem klar geeignet. Grundsätzlich könne man sagen, dass E-Autos im Vergleich zu Verbrennern in der Anschaffung teurer, bei den Betriebskosten aber günstiger seien. Insbesondere bei hoher Fahrleistung komme es zu einer schnellen Amortisation. Damit war er ganz auf einer Linie mit dem WJ-Vorsitzenden, der schon bei seiner Einladung überzeugt war: „Der Wettbewerber mit E-Fahrzeug ist klar im Vorteil und hat sogar geringere Kosten.“ Nach Ansicht von Weißmann sollte allerdings jeder Handwerksbetrieb mit einer Fahrzeugflotte erst gemeinsam mit einem Berater und mit spitzem Bleistift durchrechnen, ob und wie für ihn E-Fahrzeuge Sinn machen. Entscheidend sei die Gesamtkostenrechnung.

Doch selbst wenn man nur auf den technischen Wirkungsgrad schaue, habe der E-Motor die Nase vorn. Mit 90 Prozent sei der Wirkungsgrad eklatant höher, als bei Verbrennungsmotoren, die mit 20 bis 30 Prozent eher „eine Heizung auf Rädern“ seien.

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Und der Wertverlust? Nach einer Studie der Deutschen Automobil Treuhand DAT hat der Abgas-Skandal schon jetzt zu einem deutlichen Wertverlust bei Diesel-Autos geführt. Mit Verweis auf drohende Fahrverbote warnt Guido Weißmann „vor einem Restwert beim Diesel, der von heute auf morgen bei Null stehen könnte, wenn man damit nicht mehr in die Stadt fahren kann“. Bei E-Autos sei der Wertverlust deutlich geringer.

Bei der Alltagstauglichkeit der Stromer monierte Weißmann zwar die noch unzulängliche Ladeinfrastruktur, auch eine noch zu geringe Reichweite. Doch „E-Mobilität funktioniert – nur anders“. Es gehe um die Umstellung von Wahrnehmung und Verhalten nachdem man seit 150 Jahre auf Verbrennungsmotor getrimmt sei. Die Wirtschaftsjunioren hatten sich etwas überlegt, um dieser Gewohnheit etwas entgegenzusetzen: Nach der Veranstaltung boten sie den Teilnehmer die Möglichkeit, mit einem Elektroauto einige Runden zu drehen.

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