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Holzheim

20.09.2017

Explosionsgefahr in Holzheim: Feuerwehren üben Großeinsatz

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4 Bilder
Jasmin Friegel übernimmt die Erstversorgung des vermeintlichen Verletzten.
Bild: Judith Roderfeld

Am Mittwochabend rücken Einsatzkräfte aus dem ganzen Aschberg aus, um einen inszenierten Brand an einer Biogasanlage zu löschen.

Um 18.50 Uhr heulen die Sirenen auf. Rauch steigt über dem landwirtschaftlichen Anwesen in Holzheim empor. Auf dem matschigen Boden rund um den Hof liegt eine verletzte Person. In ihr steckt ein langer Metallstab. Es ist ein Horrorszenario, das sich am Mittwochabend den Einsatzkräften bot: Eine Biogasanlage liegt direkt neben der brennenden Lagerhalle. Explosionsgefahr. Doch zum Glück ist alles nur eine große Übung. Die Aschbergfeuerwehren Holzheim, Weisingen, Aislingen, Baumgarten, Altenbaindt, Ellerbach und Eppisburg sind im Einsatz. Rund hundert Männer und Frauen proben an den Betrieben nahe der Raiffeisenstraße den Ernstfall. Durch einen Bauunfall soll die Lagerhalle in Brand geraten sein.

Die Feuerwehr Holzheim ist zuerst am Einsatzort. „Wir sind für die technische Rettung des Verletzten zuständig“, sagt Jasmin Friegel. Zusammen mit ihren Kollegen sprintet sie zu dem Verletzten. Mit Schaufeln schütten sie den umliegenden Sand beiseite. Nur so können sie das Opfer, in Form einer Übungspuppe, befreien, ohne ihm großen Schaden zuzufügen. Denn die Metallstange steckt tief im Boden. „Ist der Sand weg, zwicken wir mit einem Pedalschneider die oberen und unteren Enden ab“, erklärt Christian Eschke. Jasmin Friegel sorgt währenddessen dafür, dass der Verletzte stabilisiert wird. Zeitgleich rollen weitere Feuerwehrmänner die Wasserschläuche aus. Vor dem brennenden Lagerhaus ist eine schnelle Wasserversorgung zu gewährleisten. Genau wie vor der Biogasanlage. Vor dem Stall mit den 150 Rindern stellen sich die Männer in Riegelstellung, um das Übergreifen des Feuers zu verhindern.

Wäre der Brand keine Übung, ist das eine brenzlige Situation. Denn das Feuer in der Lagerhalle kann sich durch das darin liegende Stroh schnell ausbreiten. „Zwei verletzte Personen liegen noch in der Halle“, melden die Männer, die unter Atemschutz in dem Gebäude sind. Roland Buchholz von der Feuerwehr Holzheim regelt die Atemschutzüberwachung. „Ich schaue, wie viele Leute noch drinnen sind und halte über Funk mit ihnen Kontakt.“ Draußen wartet ein Sicherheitstrupp, das in Bereitsstellung ist. „Die Landwirtschaft von früher gibt es nicht mehr“, sagt der Kreisbrandmeister Olaf Dehlau. Durch Massentierhaltung, Biogas- und Fotovoltaikanlagen kommt es zu einem Wandel, der auch die örtlichen Feuerwehren betrifft. „Die ländlichen Wehren werden mit einem höherem Aufkommen von einzusetzenden Einsatzmitteln konfrontiert.“ Bei gleicher Ausrüstung seien die Einsatzkräfte auch anderen Gefahren ausgesetzt. Wie der Fall der Großübung zeigt. Nach 45 Minuten hatten die Feuerwehren die Lage im Griff. Einsatzleiter Bernd Friegel ist zufrieden. „Das war ein großes Szenario heute, es hat aber alles gut geklappt.“ Bei so einem Einsatz käme es auf eine gute Koordination an. Dafür rückten die Kräfte von der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung Dillingen an. Mit Hilfe einer Drohne hatten sie das Spektakel im Blick. Im Falle eines echten Brandes wäre das eine große Hilfe, so Dehlau.

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Bei uns im Internet

Viele Bilder von der Übung unter

www.donau-zeitung.de/bilder

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