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16.07.2010

Filmstar für ein paar Sekunden

Gundelfingen Mittags halb zwei in Gundelfingen. Hansy Vogt und seine Feldberger haben in der sengenden Mittagssonne im Park auf der Bleiche Aufstellung genommen. Die Maskenbildnerin tupft die Musiker noch einmal ab, dann fällt die Klappe, die Musik wird eingespielt. Die Kamera läuft.

Während Hansy Vogt und seine Truppe zum dritten Mal ihr Lied über das "Frei sein" anstimmen, kreiseln im Hintergrund die Komparsen durch den Park. Mit Inlinern und Fahrrädern sind sie gekommen. Locker, lässig nach Freizeitspaß soll das Ganze später im Fernsehen aussehen. Doch bei Temperaturen über 30 Grad kommt man auch beim "Großen Preis von Gundelfingen", wie es Walter Hieber nennt, schnell ins Schwitzen.

17-köpfiger Tross

Gundelfingen wird an diesem Tag zur großen Filmkulisse. Ein 17-köpfiger Tross des SWR macht in der Gärtnerstadt Station. Gedreht wird für "Hansy Vogts Sonntagstour - eine musikalische Reise von Ulm nach Günzburg." "Mit einem wichtigen Abstecher nach Gundelfingen", sagt Walter Hieber. Wie die Stadt zu der Ehre gekommen ist, kann Hieber gar nicht genau sagen. Aber im Endeffekt sei das eigentlich auch egal. Wichtig sei, dass die Fernsehleute sich gemeldet haben und dass sie jetzt da sind. Und damit alles läuft, haben die Gundelfinger wieder einmal einiges auf die Beine gestellt. Ursula Späth wurde von Hieber auf dem Weg aus der Kirche abgefangen. "Ich habe sie gefragt, was sie heute macht und sie hat gesagt sie kommt." Die beiden Töchter Nathalie (6) und Annika (3) sollen auf ihren Rädern die Fahrradgruppe bereichern. "Dafür ist heute der Kindergarten mal ausgefallen", sagt die Mutter. Auch Albert Kling kam ganz unverhofft zu seiner Filmrolle. Ihn rekrutierte Hieber bei einem Besuch im Biergarten. "Dann habe ich gesagt, ich hab ja Zeit ohne Ende. Da bin ich dabei."

Filmstar für ein paar Sekunden

Doch bevor Kling und die beiden Mädchen mit ihren Rädern im Hintergrund durchs Bild kreiseln, steht zunächst die Bootsszene an. Ein ums andere Mal steigen die Bootsfahrer für das Kamerateam in ihr wackeliges Gefährt. "Und ihr strahlt über alle Backen. Ihr seid gut drauf", ruft ihnen Regisseur Matthias Wieck vom Ufer aus zu und ermahnt sie noch einmal, dabei auf keinen Fall in die Kamera zu schauen. "Das verpflichtet zum Kauf einer schlechten Waschmaschine", scherzt er. Dann ist die Szene im Kasten und die Radler und Skater haben ihren Auftritt. "Sollen wir einen Sturz oder Stunt mit einbauen", fragt Albert Kling noch schelmisch und der Regisseur witzelt, man könne ja mehr Dramatik in die Szene bringen, wenn einige in der entgegengesetzten Richtung durchs Bild brausen.

Während die Dreharbeiten für die Radler, die Inlineskater und auch die Musiker angesichts der Temperaturen zur schweißtreibenden Angelegenheit werden, erlebt Hanneliese Joas sie zusammen mit ein paar anderen ganz entspannt auf einer Bank im Schatten. Als der Filmtross auf der Bleiche auffuhr, wollte sie eigentlich gerade zum Einkaufen. "Aber neugierig sind wir ja. Und da bin ich eben hierhergekommen." Joas schaut sich die Sendungen mit Hansy Vogt selbst gerne im Fernsehen an. Dass sie bei der Ausstrahlung am 22. August groß rauskommt, glaubt sie nicht. "Da bin ich vielleicht zwei Sekunden im Bild." Spaß machen ihr die Dreharbeiten aber trotzdem. "Einer aus der Fahrradgruppe hat gerade gesagt, wir wären wie die Alten aus der Muppetshow", verrät Hanneliese Joas lachend, während im Hintergrund Hansy Vogt und seine Musiker singen. Dann geht es an den letzten Akt, die Szene mit der Pferdekutsche. Die "Ben-Hur"-Szene, wie Albert Kling es ausdrückt. Eigentlich, erzählt Walter Hieber, wäre dem Fernsehteam auch ein Bulldog recht gewesen, auf dem ein paar Menschen durch das Donautal zockeln. "Aber wenn wir in Gundelfingen etwas machen, dann machen wir es richtig. Und wir haben hier ja viele Kutschen."

Mit der Kutsche vor der Kamera

Zusammen mit Bürgermeister Kukla und anderen Statisten nimmt Hieber in der Kutsche Platz. Ein ums andere Mal fahren sie prostend und winkend an den Kameras vorbei, bis die Szene im Kasten ist. Regisseur Wieck lobt die Truppe. "Ja Prosit, gell mit uns kann man halt was anfangen", ruft Hieber von der Kutsche herunter. Im "Stadtgarten obere Bleiche", wie es sehr zur Freude der Gundelfinger im detailliert ausgetüftelten Drehplan heißt, sind die Dreharbeiten für heute beendet. Die Feldberger packen ihre Instrumente wieder ein, das 17-köpfige Team räumt zusammen. Für die Gundelfinger ist der Dreh noch nicht zu Ende. Ein paar schöne Bilder aus dem Donautal fehlen noch und so bricht die Truppe an den Wünschsee auf. Wie lange jeder von ihnen am Ende im Bild sein wird, ist noch nicht klar. Die Länge des gesamten Beitrages aus Gundelfingen allerdings schon: "Zwei Minuten 44 gibt der ganze Aufwand am Ende", sagt der Regisseur mit einem Lachen.

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