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Finningen

08.03.2019

Finningen braucht Platz für seine kleinen und großen Bürger

Am Donnerstag war in der Wiesengruppe im Kindergarten Mörslingen Spieletag. Annika, Lena, Laura und Marie (von links) haben fleißig gemalt. Sie fühlen sich in ihrem neuen Kiga-Zuhause, den bunten Containern auf der Wiese, sichtlich wohl. Die Gemeinde Finningen hat die Container gekauft, weil sie den Platz braucht.
Bild: Simone Bronnhuber

Bürgermeister Klaus Friegel hantiert im Haushalt seiner Gemeinde mit Millionenbeträgen. Er muss dringend neuen Baugrund für Familien schaffen.

Finningen Im Flur bauen die zwei Buben gerade eine Burg aus Kissen. Umso höher, desto besser. Im großen Gruppenraum sitzt eine Gruppe mit Mädchen am Tisch und malt, in der bunten Ecke kuscheln zwei anderen Freundinnen mit einer Puppe. Die Kinder fühlen sich in ihrem neuen Zuhause sichtlich wohl – das freut besonders Klaus Friegel. „Es schaut doch auch wirklich schön aus und es ist alles da“, sagt Finningens Bürgermeister. Seine Gemeinde hat sich, wie berichtet, aufgrund des Platzmangels im bestehenden Kindergartengebäude in Mörslingen als Übergangslösung für Container entschieden. Die sind im Garten aufgebaut, bunt und mit Leben gefüllt. Geplant ist, dass die Container mit der Zeit einem Neubau weichen. Denn Platzbedarf wird es auch künftig in der Gemeinde geben. Zumindest sagt Friegel mit einem Schmunzeln: „Mir rennen die jungen Paare die Bude ein, weil sie alle einen Bauplatz brauchen – und dann vermutlich irgendwann mal einen Kindergartenplatz.“

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50 neue Bauplätze in Mörslingen

Deshalb haben Friegel und seine Gemeinderäte in den vergangenen Wochen kräftig den Rotstift angesetzt und Projekte auf der Wunschliste gestrichen. Damit der Haushalt, der einstimmig verabschiedet wurde, für dieses Jahr genügend Spielraum für Investitionen hat, vor allem für Grundstückskäufe. Denn die sind ordentlich vorgesehen. Einerseits soll das Mörslinger Baugebiet Dreifaltigkeit erneut erweitert werden, andererseits soll in Richtung Schretzheim ein neues mit dem Namen „Am Brunnenplatz“ entstehen. Mehr als 50 Bauplätze sollen künftig zur Verfügung stehen.

Beide Planungen laufen parallel, sobald wie möglich sollen die Interessenten ihr Eigenheim bauen können. Noch fehlen dem Bürgermeister aber einige Grundstücke. Für beide Baugebiete rechnet er mit Ausgaben für den Grunderwerb in Höhe von mehr als einer Million Euro. Hinzu kommen rund 550000 Euro für die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes in Mörslingen, die nun endlich erfolgen kann. Weil die rechte Seite der Straße als Vorranggebiet für Trinkwasser eingestuft wurde, waren dem Bürgermeister bislang die Hände gebunden. Nun, so erklärt Klaus Friegel, sei alles geregelt, seine ansässigen Unternehmen könnten sich weiter erweitern.

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Lagerhaus in Unterfinningen wird nicht abgerissen

Was noch fehlt bei Baugebieten: die Erschließungskosten. Die werden für diesen Haushalt nun aber halbiert. „Wir gehen davon aus, dass wir nicht so schnell mit allem sind, sodass wir die andere Hälfte im nächsten Jahr abrechnen können“, erklärt Friegel. In Zahlen bedeutet das: Statt 1,3 Millionen Euro für die Erschließung Dreifaltigkeit sind nun rund 650000 Euro eingeplant; beim Brunnenplatz statt 986000 Euro rund 493000 Euro. So kommt die Gemeinde Finningen heuer um eine Kreditaufnahme herum und muss keine neue Schulden aufnehmen. Außerdem plant Friegel auch schon mit dem Verkauf der Bauplätze – mehr als eine Million Euro stehen auf der Einnahmeseite im Etat. „Als Gemeinde muss man kräftig in Vorleistung gehen. Aber das Geld ist nicht weg. Es ist eine Investition“, so Friegel. Positiv wirkt sich auch aus, dass zwar in diesem Jahr mit dem Ausbau der Kreisstraße von Mörslingen nach Bergheim seitens des Landkreises begonnen werden soll, aber auf die Gemeinde 2019 keine Kosten zukommen. Immerhin 250000 Euro weniger, die den Etat belasten. Des Weiteren haben Friegel und seine Räte den Abriss des Lagerhauses in Unterfinningen für rund 200000 Euro erneut gestrichen. Standen Anfang des Jahres auf der Wunschliste Gesamtausgaben in Höhe von rund fünf Millionen Euro, sind es nun circa 3,4 Millionen Euro. Auch, wenn die Gemeinde den Gürtel enger schnallen musst, einige Wunschprojekte werden trotzdem umgesetzt. So beispielsweise der Neubau des Aussegnungsgebäudes in Unterfinningen für rund 175000 Euro. „Die kommt heuer definitiv.“

Wichtige Zahlen im Haushalt Finningen

Volumen: Verwaltungshaushalt: circa drei Millionen Euro; Vermögenshaushalt: circa vier Millionen Euro. Schuldenstand: Bis Ende des Jahres, ohne Anteil des Schulverbandes, rund 1,5 Millionen Euro; Pro-Kopf-Verschuldung: 899 Euro. Freie Finanzspanne: Finningen hat rund 43000 Euro zur Verfügung.

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