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Haushalt

16.04.2018

Finningen investiert in seine Zukunft

Im Kindergarten Mörslingen ist bald zu wenig Platz. Die Übergangslösung: Container auf dem jetzigen Parkplatz.
Bild: Bronnhuber

Die Gemeinde macht 1,5 Millionen Euro neue Schulden, um Platz für Kinder und Bauherren zu schaffen

Viel Zeit hat Klaus Friegel nicht mehr. Schon im September wollen 37 Buben und Mädchen im Mörslinger Kindergarten toben. Doch aktuell hat der Bürgermeister keinen Platz für alle. „Das ist ein Problem, aber wir sind an einer Lösung dran. Ich hoffe, es klappt alles rechtzeitig“, so Friegel. Denn Fakt ist, dass es für die Mörslinger Einrichtung eine Betriebserlaubnis für nur 28 Kinder gibt. Die Gemeinde ist aber verpflichtet, so viele Plätze, wie es Bedarf gibt, anzubieten. „Ich darf und will auch kein Kind ablehnen“, sagt Friegel.

Doch was tun? In rund vier Monaten beginnt das neue Kindergartenjahr. Sowohl ein Neubau als auch ein Anbau sind so schnell nicht realisierbar. Deshalb hat sich der Finninger Gemeinderat bei seiner Sitzung vergangene Woche für eine Übergangslösung entschieden. Die ist teuer, aber notwendig. Friegel: „Wir stellen Container auf. Ich rechne mit einer Miete von rund 3500 Euro pro Monat.“ Konkrete Angebote werden nun eingefordert. Der mobile Kindergarten soll direkt im Anschluss an das bisherige Gebäude aufgestellt werden. Das Grundstück, der frühere Sportplatz, ist im Besitz der Gemeinde. Dort parken die Eltern auch, wenn sie ihre Kinder bringen und holen. Parallel wolle die Gemeinde nun mit der Regierung sprechen und mögliche Fördertöpfe anzapfen – um dann entscheiden zu können, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Die geschätzten 40000 Euro pro Jahr für die Containerlösung sowie weitere Ausgaben für die Einrichtung sind teils schon im Haushalt für das kommende Jahr eingeplant. Den Etat, der ein Gesamtvolumen in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro hat, hat der Finninger Gemeinderat bei seiner Sitzung verabschiedet – wenn auch mit ein bisschen Bauchweh. „Wir haben eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingeplant“, erklärt Friegel. Zusätzlich wird Geld aus den Rücklagen in Höhe von einer Million Euro benötigt. „Wenn alles, was geplant ist, umgesetzt wird.“ Denn neben dem Platzproblem im Kindergarten hat Bürgermeister Friegel ein zweites Sorgenkind. Er braucht dringend Bauland. Aktuell gibt es in Mörslingen keinen einzig verfügbaren Bauplatz, in Finningen sind es gerade noch zwei. „Ich habe aber 14 Interessenten auf einer Liste“, so Friegel. Geplant ist deshalb, dass das Baugebiet Dreifaltigkeit in Mörslingen um circa fünf Parzellen zu erweitern. Die nötigen drei Grundstücke hat der Rathauschef bereits gekauft. Des Weiteren plant er ein ganz neues Baugebiet in Mörslingen in der Schretzheimer Straße beim Tennisplatz. Einen Namen gibt es noch nicht, aber der Gemeinderat hat den Beschluss gefasst, mit den wichtigen Baugrunduntersuchungen anzufangen. Bis zu circa 15 Parzellen könnten dort entstehen. Und es gebe auch schon Signale, dass dort Bauland von der Gemeinde gekauft werden kann. Für beide Baugebiete gebe es aber heuer definitiv noch keine Baureife. Friegel rechnet mit einer Erschließung frühestens Anfang 2019.

Neben privaten Bauplätzen will Friegel auch seinen Gewerbetreibern mehr Platz anbieten: Das Gewerbegebiet „Kreuzkette“ in Mörslingen soll auch erweitert werden. Und auch das Baugebiet am „Mühlfeld“ in Mörslingen wird heuer erschlossen. Für diese Pläne braucht die Gemeinde Millionen. „Das ist der größte Brocken. Wir planen alles ein, auch wenn wir nicht sagen können, ob wir alles brauchen“, so Friegel. Zudem setze er auf Vor- statt auf Nachsorge. „Ich will einen Nachtragshaushalt in jedem Fall vermeiden.“

Weitere Brocken im Etat: Die Kanalsanierung in Finningen in den Straßen „Am Anger“ und „Ziegeleistraße“ mit rund 700000 Euro, die Sanierung des Aussegnungsgebäudes in Unterfinningen mit 45000 Euro und Maßnahmen in der Mörslinger Kläranlage mit 30000 Euro. „Seit 2008 haben wir Schulden abgebaut. Aber man muss auch investieren, das hilft alles nichts.“

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