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Wertingen/Hohenreichen

20.05.2019

Flammenmeer auf Hohenreichener Aussiedlerhof

Mehrere Feuerwehren sind am Montag in Hohenreichen im Einsatz gewesen.
Bild: Stauch

Plus Eine landwirtschaftliche Halle brennt total ab. 180 Helfer sind im Einsatz. Die Rauchschwaden stehen stundenlang über dem Wertinger Stadtteil. Was die Hausherrin sagt.

Die Landwirtsfamilie steht am Gartenzaun und schaut fassungslos zu, was auf ihrem Aussiedlerhof geschieht: Das Inferno. Aus der 70 mal 25 Meter großen Maschinenhalle gegenüber des schmucken Wohnhauses schlagen haushohe Flammen. Riesige graue Rauchschwaden verdunkeln den Himmel und ziehen bis über das wenige hundert Meter entfernte Hohenreichen hinweg. Bis über den Hügel nach Wertingen ist die Wolke zu sehen, die der Wind gegen 10 Uhr nach Südwesten treibt.

Mit Wasser und Schaum rücken die Feuerwehren ins Innere der Halle vor, wo sich unter anderem landwirtschaftliche Gräte befinden.
Bild: Hertha Stauch

Um 9.34 Uhr geht der Notruf bei den Feuerwehren ein, kurz darauf leuchten schon die ersten Blaulichter vor dem Aussiedlerhof an der Staatsstraße 2382 zwischen Hohenreichen und Frauenstetten. Die Feuerwehren, die aus allen umliegenden Orten im Einsatz sind, haben den Brand schnell unter Kontrolle. In der Halle, die vorwiegend aus Blech besteht, lagern Hackschnitzel, Heu und Stroh. Daneben stehen landwirtschaftliche Geräte.

Die Feuerwehren kämpfen in Hohenreichen gegen die Flammen. Alles, was wir jetzt schon über den Großbrand wissen, finden Sie hier: www.azol.de/54357331

Gepostet von Wertinger Zeitung am Montag, 20. Mai 2019

Von vier Traktoren bleiben nur schwarze Skelette übrig. Mit zum Anwesen gehört auch eine Biogasanlage. Diese ging vor fünf Jahren in Betrieb und versorgt rund 80 Haushalte in Hohenreichen mit Nahwärme. Die Anlage, die in rund 50 Metern Entfernung zum Brandherd steht, ist zu keiner Zeit gefährdet, stellen die Betreiber erleichtert fest. Erwin Kalkbrenner, stellvertretender Leiter der Polizeistation Wertingen, bestätigt vor Ort, dass keine Gefahr für die Biogasanlage besteht.

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Das Wohnhaus bleibt verschont

Auch das Wohnhaus, das nur der Hof von der Halle trennt, bleibt verschont. „Wir haben nur Sachschaden, wie hoch der ist, kann noch niemand sagen“, sagt die Hausherrin gefasst, während die Lagerhalle niederbrennt. Wodurch der Brand entstanden sein könnte, ist ihr zunächst ein Rätsel. Später wird vermutet, dass das Feuer im Bereich einer Trocknungsanlage ausgebrochen sein könnte, die sich ebenso in der Halle befindet. „Erst vor ein paar Wochen hat es bei uns eine Feuerwehrübung gegeben“, sagt die Bäuerin. Sie kann kaum glauben, dass das Eingeübte so schnell beim Ernstfall gefordert ist.

Das Wohnhaus des Aussiedlerhofes ist nahe am Brandherd, die Feuerwehr verhindert jedoch ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude.
Bild: Hertha Stauch

So laufen die Löscharbeiten akkurat und reibungslos. Rund 180 Helfer sind kurz nach dem Ausbruch des Feuers auf dem Gelände aktiv. An der Hofeinfahrt wird eine Zentrale eingerichtet, von der aus die Einsatzleitung die Löscharbeiten koordiniert. Das Technische Hilfswerk wird hinzugerufen, der Notarzt und die Ersthelfer des Roten Kreuzes stehen mit ihren Fahrzeugen in der Nähe der Zufahrt – sie werden zum Glück nicht gebraucht.

Weder Mensch noch Tier verletzt

Ein Sonderfahrzeug der Feuerwehr aus Dillingen rückt mit der Atemschutzausrüstung an. Ausgerüstet damit dringen die Feuerwehrleute in die Halle ein. Während es in der Halle kaum noch etwas zu retten gibt, bleibt der Schweinestall, der ebenfalls zum Aussiedlerhof gehört, verschont. Weder Mensch noch Tier werden verletzt. Auch ein Einsatzleitwagen mit spezieller Funkausstattung von der Feuerwehr-Unterstützungsgruppe ist im Einsatz. Bis aus Hohenreichen muss Löschwasser besorgt werden, berichtet Feuerwehrsprecher Thomas Schuhwerk. Deswegen wird die Staatsstraße für mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt. Über die Fahrbahn hinweg verläuft die notwendige Hydrantenleitung.

Am Nachmittag nimmt die Kriminalpolizei Ermittlungen auf, die bis zum Abend andauern. Auch die Lösch- und Aufräumarbeiten ziehen sich bis in den Abend hinein – ein Abrissbagger räumt die Reste des Blechdaches ab. So kann die Feuerwehr noch Brandnester ausfindig machen und eine Brandwache über die Nacht einrichten.

Das Feuer, so bestätigt Thomas Schuhwerk, könnte im Bereich der Trocknungsanlage ausgebrochen sein, die sich neben landwirtschaftlichen Geräten, Heu, Stroh und Hackschnitzeln in der Halle befand. Über die Höhe des Schadens konnten bisher nur Vermutungen angestellt werden. Dass dieser an die Millionengrenze geht, hält er für wahrscheinlich.

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35 Bilder
Großbrand: So liefen die Löscharbeiten in Hohenreichen
Bild: Hertha Stauch

Lesen Sie dazu unseren Kommentar: Der Feuerwehr sei dank!

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