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Passfoto

12.01.2020

Fotografen im Landkreis Dillingen fürchten um ihre Existenz

Passbilder soll man künftig nur noch in Behörden anfertigen lassen dürfen. Fotografen fürchten nun um ihre Existenz.
Foto: dpa

Plus Um Fälschungen zu verhindern, soll man Passbilder künftig direkt bei Behörden anfertigen lassen. Wie stark sind davon unsere Fotografen betroffen?

Die Fotografen-Branche hat es derzeit nicht leicht. In Zeiten von Digitalfotografie und Smartphones, mit denen jedes Kind halbwegs gute Bilder schießen kann, ist in diesem Bereich gar nicht mehr so einfach Geld zu verdienen. Ein Umsatzbringer waren bislang noch Passbilder. Nun droht auch dieses Segment wegzufallen. Laut einem Gesetzentwurf sollen Fotos für einen neuen Pass oder Personalausweis künftig direkt bei der entsprechenden Behörde angefertigt werden. Hintergrund dieses Vorstoßes des Bundesinnenministeriums ist die Sorge vor Fälschungen durch digitale Nachbearbeitung, wodurch möglicherweise eine andere Person das Ausweisdokument nutzen könnte.

Ein großer Teil des Umsatzes

Die Ankündigung dieses Vorgehens löst in der Fotografen-Branche Ärger und Sorge aus – auch im Landkreis Dillingen. „Das stinkt mir“, schimpft Paul Fink, Inhaber des gleichnamigen Fotogeschäftes in Dillingen. Er spricht von „keiner guten Nachricht“ für sich und alle seine Kollegen. „Darüber wird jeder Fotograf traurig sein.“ Schließlich würden Passbilder einen großen Teil des Umsatzes ausmachen. Fink hofft, dass der Gesetzentwurf nicht in die Praxis umgesetzt wird. „Das müssen sich die Verantwortlichen genau überlegen, ob man das so möchte“, sagt er.

Steht der Laden vor der Schließung?

Michael Hammer wird derzeit von vielen Kunden auf dieses Thema angesprochen. Der Inhaber des gleichnamigen Fotogeschäfts in Gundelfingen ist überzeugt davon, dass das Gesetz nicht kommen wird. „Das wäre zu viel Aufwand für die Behörden“, sagt er. Sollte er mit dieser Einschätzung allerdings nicht Recht behalten, sieht Hammer keine Zukunft für sein stationäres Geschäft. „Dann müsste ich zumachen“, sagt er. Schließlich seien Pass- und Bewerbungsbilder der Hauptumsatzbringer. Würden Passbilder wegfallen, könne Hammer seinen Laden nach eigener Aussage schließen. „Diese Bilder sind der einzige Grund, warum man täglich im Geschäft verfügbar ist. Nur für ein paar Bewerbungsbilder würde sich das nicht lohnen.“ In diesem Fall würde er sich ausschließlich auf Terminfotografie konzentrieren – Hochzeiten oder Geburtstage also. „Aber es wird bestimmt nicht so kommen“, ist Hammer optimistisch.

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