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Dillingen

25.07.2018

Fragen zur Fassade der neuen Mittelschule

So soll die Fassade des Neubaus der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule aussehen. Nach einer längeren Debatte hat der Dillinger Stadtrat dies so abgesegnet. Ob die Lüftungsfenster französische Balkone als Absturzsicherung erhalten, soll noch einmal mit der Schulleitung besprochen werden.
Bild: Köhler Architekten

Ein Dillinger Stadtrat hat Sorge, dass die geplanten französischen Balkone kein optisches Highlight werden. Eine Lehrerin beruhigt: „Wir machen doch keinen Käfig.“

Es ist das Mega-Projekt Dillingens der kommenden Jahre: der Neubau der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule. 23,2 Millionen Euro wird der Neubau des Klassentrakts ersten Schätzungen zufolge kosten. Der Eigenanteil der Stadt Dillingen soll bei 16,3 Millionen Euro liegen. In der jüngsten Sitzung hat der Stadtrat nun das Projekt weiter vorangetrieben.

Ein zertifiziertes Passivhaus wird der Neubau nicht werden. Projektsteuerer Patrick Brummer von der Firma Hitzler Ingenieure nannte mehrere Gründe, die dagegen sprächen. Der zusätzliche bauliche Aufwand würde sich auch in einer Zeit von 30 Jahren nicht amortisieren. Das gewünschte pädagogische Konzept mit den Lernfluren lasse sich nicht durchsetzen. Und so beschloss der Dillinger Stadtrat, den Neubau mindestens als Passivhaus nach dem KFW-55-Standard zu errichten. Dieser Standard sei energetisch bereits um etwa 30 Prozent günstiger als es die geltende Energieeinsparverordnung 2017 vorsehe, informierte Brummer. Stadtrat Albrecht Witte (SPD) fragte, ob alleine der finanzielle Aspekt gegen das zertifizierte Passivhaus gesprochen habe. Brummer entgegnete, dass dies einer von mehreren Gründen sei.

Eine längere Debatte gab es über die Fassadengestaltung

Eine längere Debatte gab es über die Fassadengestaltung der neuen Mittelschule. Vorgesehen sind im Erdgeschoss dunkel gehaltene Faserzementplatten. In den Obergeschossen soll es bandartig grüngelbe Töne zwischen den Fenstern geben. Planer Günther Baumann (Köhler Architekten) sprach über die Farbpalette – von „schwefelgelb, grün, petrol und gelbgrün“. Dies rief CSU-Stadtrat Thomas Demel auf den Plan. „Diese Kanarienfarben gefallen mir nicht“, sagte Demel, das Farbkonzept stamme aus den 1970er Jahren. Ein bisschen moderner dürfe es schon sein. Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) hielt dagegen, dass das Farbkonzept mit der Schulfamilie und der Baukommission abgestimmt sei. Und Patrick Brummer erläuterte, dass sich die Farbgebung an der sanierten Turnhalle orientiere. „Diese kann man entweder aufnehmen oder einen krassen Kontrast wählen.“

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Die Fenster in den Obergeschossen sind festverglast und verfügen über schlanke, hohe seitliche Öffnungsflügel. Und diese müssen mit französischen Balkonen bis zu einer Höhe von 1,70 Metern gesichert werden, damit kein Schüler von der 50 Zentimeter hohen Brüstung im Klassenzimmer durch das geöffnete, etwa 50 Zentimeter breite Lüftungsfenster fallen kann. Umlandfraktionschef Josef Kreuzer meinte ironisch, dass die Absturzsicherung „ein optisches Highlight“ werde. Eine Alternative wäre eine Festverglasung bis zur vorgeschriebenen Höhe von 1,70 Metern. Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) hielt dagegen, dass dann die Lüftung – im Gegensatz zum Geländer – nicht ausreichend sei. Er nahm aber Kreuzers Vorschlag auf, dass die Sache mit den Verantwortlichen der Schulfamilie um Rektor Markus Reutter noch einmal diskutiert werden soll. Das Ergebnis werde dann in der Sitzung des Ferienausschusses am 13. August noch einmal erörtert werden.

Nicht diskutiert wurde über die Gestaltung der Freianlagen

Aller Voraussicht nach wird es aber bei den französischen Balkonen bleiben. Lehrerin Diana Springer-Peixoto, die an der Planung des Mittelschul-Neubaus mitgewirkt hat, sagte nach dem Ende des öffentlichen Teils der Sitzung unserer Zeitung: „Wir machen doch keinen Käfig.“ Die Gitterstäbe würden doch nur an einem kleinen Teil der Verglasung, den 50 Zentimeter breiten Lüftungsfenstern, angebracht. Und das Farbkonzept sei ebenfalls modern, es orientiere sich an der Turnhalle.

Nicht diskutiert wurde über die Gestaltung der Freianlagen. Der Allwetterplatz wird weiter nach Westen direkt vor den Fachklassentrakt (über dessen Sanierung zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden ist) verlegt. Somit entsteht eine geradlinige öffentliche Wegachse westlich der Turnhalle bis zur Ziegelstraße. Ein großzügiger Pausenbereich soll entstehen, sagte Brummer.

Der Projektsteuerer nannte die weiteren Schritte. Ende September soll der Bauantrag fertig sein. Und im März 2019 soll der Spatenstich für den Teilneubau der Dillinger Mittelschule vollzogen werden.

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