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Wertingen

28.01.2020

Friseurin droht mit Komplettrasur: Kommt so etwas öfter vor?

Eine Tasche voller Friseurutensilien. In Wertingen beim Friseur gab es kürzlich heftigen Streit mit einer unzufriedenen Kundin.
Bild: Susann Prautsch, dpa (Symbol)

Plus Eine Kundin streitet sich so sehr mit einer Friseurin in Wertingen, bis die zuschlägt. Das sagt der Innungsmeister Willi Uhl aus Nördlingen dazu.

Dieser Streit sorgt für Furore: Wie wir berichtet haben, hat es am Freitagnachmittag zwischen einer Kundin und einer Friseurin in einem Salon in Wertingen eine Auseinandersetzung gegeben (lesen Sie hier mehr dazu). Eine 22-Jährige hatte sich die Haare färben lassen. Nachdem die Farbe nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hatte, wurde nachgebessert, berichtete die Polizeiinspektion Dillingen.

Wertingen: Friseurin schlägt Kundin auf die Wange

Beim Bezahlen aber spitzte sich die Diskussion der beiden Frauen so zu, dass die Friseurin ihre Kundin auf die Wange schlug und beleidigte. Zudem drohte die Friseurin mit einer Rasur der kompletten Haarpracht, sollte die 22-Jährige den geforderten Geldbetrag nicht begleichen. Die Friseurin erwartet nun eine Anzeige.

Allein auf Facebook erreichten uns zu dieser Nachricht mehr als 50 Kommentare. Darunter: „War wohl der falsche Friseur“, „ich lach’ mich tot“, „das kann ich mir göttlich vorstellen“, „oha, die hat sie nicht mehr alle“, „kannst du dich nicht mal zusammenreißen“ oder „wie dumm muss man sein, lieber Gott, Hilfe“.

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Vor allem junge Kundinnen wissen genau, was sie wollen

Innungsmeister für die Friseure in Nordschwaben ist Willi Uhl. Der 59-Jährige hat einen Salon in Nördlingen. So ein Streit wie in Wertingen sei seines Wissens noch nie vorgefallen, betont er. Vor allem sehr junge Kundinnen wüssten genau, wie ihre künftige Frisur aussehen soll. „Sie bringen ihre Handys mit und zeigen, was sie wollen.“ Derzeit besonders angesagt sei Balayage. „Da werden verschiedene Blondtöne in das Haar gezogen. Das dauert zwei bis drei Stunden“, erklärt Uhl. Extensions, also künstliche Haare, seien sehr teuer und würden weniger verlangt. Auch grelle Farben wie etwa das knallige Grün von Sängerin Billie Eilish bei der Grammy-Verleihung (Gekrönt bei den Grammys: Billie Eilish, die ganz andere Pop-Prinzessin) werde kaum nachgefragt. Stattdessen ist Grau immer noch ein Trend. „Das ist sehr aufwendig. Um Haare grau zu färben, muss man sich gut auskennen.“ Männer lassen im Schnitt rund 25 Euro beim Friseur (waschen, schneiden, föhnen), Frauen mit Schnitt und Farbe zwischen 70 und 80 Euro.

Immer mehr Friseure, aber immer weniger Personal

Insgesamt gibt es in Nordschwaben immer mehr Friseure, aber immer weniger Personal. Vor allem 18-jährige Friseur-Gesellinnen würden oft den Meister machen. „Das dauert nur viereinhalb Monate und die meisten bestehen den Meister auch, weil sie das Lernen noch von der Gesellenprüfung gewohnt sind“, erklärt der Innungsmeister. Auch er hat unter seinen zwölf Mitarbeitern Meister. Sie würden etwas mehr verdienen als die Kollegen. „Aber mit dem Meister selbst fehlt ja immer noch die fachliche Erfahrung.“ Wer dann mehr Gehalt erhofft und nicht bekommt, mache sich selbstständig oder arbeite schwarz, beklagt Uhl.

„Wir müssten von den Kunden viel mehr Geld verlangen, um unser Personal besser bezahlen zu können. Damit die Mitarbeiter richtig Spaß an der Arbeit haben. Mikrobetriebe machen vieles kaputt.“ Und die große Konkurrenz. So werbe etwa Varta in Nördlingen (Das geschieht auf dem Varta-Gelände in Nördlingen) gerade sehr viele Menschen aus verschiedenen Betrieben ab. Dort sei im Vier-Schicht-Betrieb am Fließband einfach viel mehr Geld zu verdienen.

Lesen Sie hier mehr zu diesem Vorfall: Friseurin droht Kundin mit Komplettrasur

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