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05.02.2015

Frostige Stimmung – heiße Parolen

Mit einem Warnstreik bekräftigten die Beschäftigten von BSH und Röhm in Dillingen ihre Forderungen in der derzeit laufenden Tarifauseinandersetzung.

Warnstreik von BSH- und Röhm-Beschäftigten in Dillingen

Von Peter von Neubeck

„Wem gehört die Bildung? Uns!“ – „Bildungsteilzeit, 5,5 Prozent, Altersteilzeit – Straße der Zukunft“ – „Gerechtigkeit geht doch anders“ – solche und ähnliche Plakate bestimmten heute Vormittag das Bild vor der Dillinger Geschirrspülerfabrik.

Weit mehr als 500 Arbeitnehmer von BSH und Röhm gingen am Vormittag auf die Straße, um die Forderungen der IG Metall in der Metall- und Elektrobranche zu unterstützen. Bei frostigen Temperaturen heizte ihnen nicht nur der unverwüstliche Sepp Raith musikalisch ein, sondern auch die emotionsgeladene Rede von Roberto Armellini, dem politischen Sekretär der IG Metall Augsburg, der sich von von einer Lkw-Bühne sehr kämpferisch zeigte. Er bekräftigte die Forderung nach 5,5 Prozent Lohnsteigerung und nannte die 2,2 Prozent, die die Arbeitgeber anboten, angesicht von Rekordgewinnen „eine Schweinerei“. Die streikenden Arbeitgeber unterstrichen die drastische Wortwahl mit einem Pfeifkonzert.

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Die Arbeitgeberseite habe in den Verhandlungen „ihre wahre Fratze gezeigt“, rief Armellini aus und meinte damit die Regelung zur Altersteilzeit, um die derzeit hart gerungen wird. Die Arbeitgeber wollten den Kreis der Anspruchsberechtigten von vier Prozent der Belegschaft auf zwei halbieren, erläuterte dazu BSH-Betriebsratsvorsitzender Roman Schnalzger.

Vertrauenskörper-Sprecher Leonhard Maier hatte eingangs den Teilnehmer des Warnstreiks erläutert, dass er es noch nie erlebt habe, dass eine Tarifrunde so eine lange Vorbereitungszeit benötigt habe. Seit vergangenem Frühjahr streite man um die Themen. Maier. „Es geht ja auch um einiges.

Die Kernforderungen der Gewerkschaft: 5,5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung, flexibler Übergang in die Rente (Altersteilzeit) und Qualifizierung mit einer tariflichen Bildungsteilzeit. Maier betonte, es könne nicht allein die Entscheidung der Arbeitnehmer sein, wer in Altesteilzeit dürfe und wer nicht. Gleichzeitig müsse man sich diese Altersteilzeit auch finanziell leisten können.

Roman Schnalzger hatte eine Zahl parat, die die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn in die richtige Relation setzen sollte. Allein in der Dillinger Fabrik sei die Produktivität innerhalb eines Jahres um 5,5 Prozent gesteigert worden.

Roberto Armellini verdeutlichte: „Wir lassen uns nicht mit Krümel abspeisen, wir wollen ein Stück vom Kuchen.“

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