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Viehzucht

14.06.2017

Für Proud Tyler geht es jetzt nach Irland

Familie Delle mit Proud Tyler
Bild: McGregor

Bei der Weltmeisterschaft in den USA schaffte er es auf Platz 3. Seitdem ist sein Erbgut noch begehrter

Für den Weltmeistertitel hat es nicht ganz gereicht für den stolzen Angusbullen Proud Tyler von Bernhard Delle. Doch das Tier aus dem Donaumoos konnte sich mit einem Bronzerang bei der Weltmeisterschaft in den USA Anfang Mai einen Platz auf dem Treppchen sichern. Und darauf ist Bernhard Delle sichtlich stolz. „Wir sind überhaupt nicht enttäuscht, dass es nicht ganz geklappt hat. Es gibt Sieger und Gewinner. Und wir sind der Gewinner“, findet der 56-Jährige. Denn allein schon als Europameister mit dabei gewesen zu sein, sei schon ein großer Erfolg gewesen.

Denn das, was Delle in den Tagen in den USA erlebt hat, hat ihm noch einmal ganz andere Einblicke in die Branche verschafft. „Das hat dort eine ganz andere Dimension als bei uns. Das ist mir erst danach bewusst geworden, was der Angus-Fleischmarkt da drüben und auch weltweit für einen Stellenwert hat.“ Das habe sich allein schon darin gezeigt, wie die kleine Reisegruppe mit den Züchtern der fünf Champions empfangen wurde. Sei es in einer Besamungsstation, in einer großen Mastanlage, auf einer Zuchtviehauktion oder im einstigen Mekka des Viehhandels, in Fort Worth, wo in einem Gebäude täglich bis zu 50000 Tiere online gehandelt werden. „Das hat den Vorteil, dass man sie nicht unnötig transportieren muss“, erzählt Delle.

Doch der stolze Tyler aus dem Donaumoos, der geht trotzdem bald persönlich auf Reisen. In einigen Wochen geht es für ihn nach Irland, in eine Besamungsstation. Denn auch wenn Tyler letztlich nicht Weltmeister wurde, ist sein Erbgut nach der WM jetzt noch gefragter – in Nordamerika, Südamerika und auch in Australien. Doch von Bayern aus darf Delle Sperma von Tyler derzeit nicht in die USA schicken, da im Freistaat Blauzungenkrankheit und der Schmallenberg-Virus aufgetreten sind. Deshalb also die Reise auf die Grüne Insel. Sich von seinem Prachtbullen zu trennen – wenn auch nur auf Zeit, das fällt dem Landwirt nicht leicht. „Aber er ist für uns der Türöffner für den weltweiten Markt, und er kommt ja wieder. Außerdem kennen wir den Tierbetreuer, der sich dort um ihn kümmert. Der hat uns schon einmal besucht.“

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Auch für Delle selbst geht es bald schon wieder auf Reisen. Kommende Woche steht das Weltangusforum im schottischen Edinburgh an. Dort wird er wieder auf einige der Züchterkollegen treffen, die er schon in den USA kennengelernt hat und mit denen er seitdem in ständigem Kontakt ist, um die eigene Zucht noch weiter voranzubringen. Insgesamt werden in Edinburgh rund 800 Züchter erwartet. In Schottland wird Delle auch wieder seinen Vortrag über die Angus Group halten. So wie er es auch schon in den USA bei einem Besuch in der Tarleton State University getan hat. „Wir haben da großen Beifall bekommen, und die Professoren haben uns bescheinigt, dass es der richtige Weg ist, den wir gehen.“

Der richtige Weg, damit meint Delle, dass die Züchter und Produzenten transparenter arbeiten und mehr vom Verbraucher her denken. „Es geht darum, dass man nicht erst produziert und schaut, wie man das Fleisch dann vermarktet, sondern darum, zu schauen, was der Verbraucher will, und das zu produzieren.“ In den USA lernten Landwirte sich zuallererst immer zu überlegen, ob das, was sie da machen, auch ein Geschäft sei. Hierzulande denke man zu oft noch von den Subventionen her. Dabei müssten sich die Erzeuger in Deutschland keineswegs vor der Konkurrenz verstecken. Das zeige nun auch der Erfolg mit Proud Tyler. „Wir schauen jetzt über den Tellerrand hinaus, was wir für unsere Region verwenden können. Wir können Qualität auch hier produzieren, die muss nicht immer von weit her kommen.“ Das „Angus made in Germany“ soll einen guten Ruf bekommen. Vielleicht, sagt Delle, könne man so das ein oder andere US-Beef vom Markt verdrängen. Die Bronzemedaille für Proud Tyler, das soll erst der Anfang gewesen sein.

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