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27.06.2016

Fulminanter Neustart im Mozartsaal

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Die Dillinger Orchestervereinigung mit Konzertmeister Thomas Rausch (links) begleitete überzeugend den souveränen Auftritt der Violinsolistin Anna Meyer. Rechts (Foto links) an der Viola der Erste Vorsitzende Dr. Stephan Gierer. Der neue Dirigent Ludwig Hornung (rechts) hatte einen glänzenden Einstand.

Konzert Die Dillinger Orchestervereinigung überzeugt mit ihrem neuen Dirigenten Ludwig Hornung. Eine Solistin wird besonders umjubelt

Dillingen Nach einer Generalpause von zwei Jahren verfügt der Landkreis wieder über ein veritables, leistungsstarkes Orchester mit erfreulicher Perspektive. Davon konnten sich die Zuhörer im überfüllten Mozartsaal überzeugen. Garanten für den Aufschwung sind ein neues Vorstandsteam mit Dr. Stephan Gierer an der Spitze und vor allem Ludwig Hornung als Dirigenten, den Gierer in seiner Begrüßung als Glücksfall bezeichnete. Der zweite Konzertmeister der Augsburger Philharmoniker transformierte seine Konzerterfahrung auf die künstlerische Leitung des auf 32 Musiker angewachsenen Klangkörpers. So kompakt, diszipliniert, aber auch spielfreudig und klangschön hat man die Dillinger Orchestervereinigung (DOV) schon lange nicht mehr gehört.

Es beeindruckten die Zuverlässigkeit des Streicherensembles, die klangliche Transparenz und die Ausgewogenheit der Register. Ludwig Hornungs Kompetenz beflügelte die DOV zu reifen Interpretationen bei der Streicherserenade in e-Moll von Edward Elgar (1892) und der St. Paul’s Suite von Gustav Holst (1922). Hier waren individuelle (Konzertmeister Thomas Rausch) und kammermusikalische Verdichtung, Variabilität der Klanggebung (Pizzikato) und Klangfarbigkeit (Dämpfer) der Instrumente und ihrer Abstimmung untereinander (Unisono-Stellen) zu erleben. Ludwig Hornung führte mit klarer Gestik und forderndem Gestaltungswillen, verlangte höchste Intensität, der die DOV in aufmerksamer Bereitschaft nachkam. So auch in G. Ph. Telemanns Orchestersuite „Don Quichotte, einem barocken Versuch, programmmusikalische Akzente zu setzen. Geistreiche, elegante Tanzformen bietet Telemann, denen er die bekannte Geschichte des Ritters wider die Windmühlen unterlegte.

Die Begleitfunktion beim Violinkonzert in d-Moll des 13-jährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy erfüllte die DOV sicher mitgestaltend in kongenialer Partnerschaft. Der 20-jährigen Augsburgerin Anna Meyer gelang eine eindrucksvolle Wiedergabe. Technik, Dynamik, Klangfarbigkeit und Klangbalance, Phrasierungsgenauigkeit und Intonation wurden zu eindringlichen Präsentation und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

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Ob im Kopfsatz mit seiner Motorik und den toccatahaften Passagen, dem Klangzauber im lyrischen Andante oder dem abschließenden Rondo: Die Solistin überzeugte durch ihre bestechende Virtuosität und Musikalität. Mit einem furios hingeworfenen Piazzolla-Tango bedankte sich die Solistin für die Ovationen.

Die Dillinger Orchestervereinigung hat mit ihrem Sommerkonzert einen bemerkenswerten Neustart hingelegt und den Zuhörern einen spritzigen „Konditorei“-Tango als Zugabe serviert.

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