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Stammtisch

16.11.2019

Gegen Flutpolder und skeptisch gegenüber Biogas

In Blindheim diskutiert die AfD über die Probleme der Landwirtschaft

Nach den bundesweiten Protestaktionen der Landwirte diskutierte auf Einladung des Kreisverbandes Dillingen der AfD unter dem Vorsitzenden Erich Seiler der stellvertretende Bezirksvorsitzende und Biolandwirt Karl Keller mit den Gästen zum Thema Landwirtschaft und Umwelt.

Vor mehr als vier Jahrzehnten hatte er nach dem plötzlichen und frühen Tod seines Vaters den elterlichen Hof übernommen. 40 Kühe mussten auf dem konventionell bewirtschafteten Hof versorgt werden. Aber schon bald bekamen die Kühe einen Laufstall und danach wurde laut Pressemitteilung auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Zusätzlich zur Milchviehhaltung wurden Hafer, Dinkel und weiteres biologisch erzeugtes Getreide angebaut und an die nahe gelegene Mühle geliefert. Der wirtschaftliche Erfolg war laut Keller auch deshalb gesichert, weil neben dem höheren Ertrag für biologische Erzeugnisse konsequent auf die Ausgaben geachtet wurde. Überdimensionierte Maschinen kamen nicht zum Einsatz.

Der Landwirt sprach die ausufernde Bürokratie an, die wieder reduziert werden müsse. Er forderte zudem eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland. Diese hätten keine Lösung im Konflikt mit der Ukraine gebracht – sondern zu massiven Einbrüchen bei den Exporterlösen von landwirtschaftlichen Produkten geführt.

Keller sprach auch das Programm der AfD zur Kommunalwahl an. Als wichtige Punkte daraus nannte er die Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe und die Ablehnung von Großprojekten wie Flutpoldern auf landwirtschaftlichen Flächen. Entlang der Flüsse sollen ausreichend Rückhalteräume geschaffen werden. Zur Arbeit im bayerischen Landtag wurde darüber informiert, dass Professor Ingo Hahn und die schwäbischen Abgeordneten Gerd Mannes, Ulrich Singer und Christoph Maier in einem Antrag die Regierung auffordern, über Zwischenfälle in bayerischen Biogasanlagen mit Umwelt- und Sicherheitsrelevanz zu berichten. Im Anschluss wurde über Biogasanlagen diskutiert. Weil es durch eine zu hohe Einspeisungsvergütung zu Fehlanreizen kam, gebe es so viele Anlagen. Da jetzt zusätzlich kleinere Flächen, die zu unterschiedlichen Zeiten gemäht wurden, zusammengelegt wurden, könnten Insekten, wenn gemäht wird, kaum noch ausweichen. So fehlten ihnen die Lebensgrundlagen.

Am Ende der Diskussion bekam Referent Keller vom stellvertretenden Vorsitzenden des Ortsverbands Höchstädt-Bissingen, Peter Kappatsch, zum Abschied eine Flasche Bio-Wein. Nach der Veranstaltung, die in der Gaststätte Schaflitzel in Blindheim war, gingen einige Besucher noch zum nahe gelegenen Milchautomaten und zapften sich frische Biomilch. (pm)

Symbolbild: Bernhard Weizenegger

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