Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. "Gemeinsam überlegen, was sich ändern lässt"

Oberbürgermeister Kunz

03.06.2009

"Gemeinsam überlegen, was sich ändern lässt"

Jugendliche und Stadtpolitik - wie geht das zusammen? Wir haben mit Oberbürgermeister Frank Kunz über das Verhältnis Dillingens zu seinen jungen Bürgern gesprochen. Von Yvonne Salvamoser

Von Yvonne Salvamoser

Dillingen - Jugendliche und Stadtpolitik - wie geht das zusammen? Wir haben mit Oberbürgermeister Frank Kunz über das Verhältnis Dillingens zu seinen jungen Bürgern gesprochen.

Ein Skaterplatz direkt vor der Haustüre. Das wünscht sich eine Gruppe Jugendlicher aus Hausen. Ist das realistisch?

Kunz: Eine eigene Skateanlage für Hausen oder andere Stadtteile ist nicht vorgesehen. Grundsätzlich ist es schon so, dass wir uns im Dillinger Stadtrat nach den Bedürfnissen richten. Doch: Anregungen oder Wünsche sind das eine, die Machbarkeit und die Finanzierung das andere.

"Gemeinsam überlegen, was sich ändern lässt"

Der bestehende Skaterplatz in Dillingen liegt etwas abseits. Zu weit weg von Hausen, sagen die Skater dort.

Kunz: Wenn es nach den Vorstellungen der Hausener Skater geht, sollte der Platz natürlich näher am Stadtteil Hausen liegen. Aber das Problem ist: Geht es nach den Steinheimern, sollte der Platz näher in Richtung Steinheim rücken und für die Fristinger eben näher an Fristingen. Und wir können nicht in jedem Stadtteil eine eigene Anlage bauen. Das ist finanziell nicht möglich.

Jugendliche dürfen mit ihren Anliegen auch direkt zu Ihnen kommen?

Kunz: Gerne. Im September gibt es zum Beispiel eine Kinderbürgerversammlung, wo Kinder und Jugendliche Wünsche und Kritik an ihre Stadt richten können. Dort werden viele spannende Themen angesprochen und ich nehme wertvolle Anregungen daraus mit. Außerdem diskutiere ich mit ihnen, welche Projekte sich eventuell verwirklichen lassen und welche nicht.

Auch, wenn sie sich beschweren wollen? Die Hausener Skater hätten da einige Ideen, wie man zum Beispiel die Module auf dem Dillinger Skaterplatz verbessern könnte.

Kunz: Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen. Bei meiner letzten Bürgersprechstunde waren die Hausener Jugendlichen bereits bei mir und wir haben zusammen das "Problem" besprochen. Es wurde schon ein Ortstermin bei der bestehenden Anlage vereinbart. So können wir direkt vor Ort gemeinsam überlegen, was sich eventuell ändern lässt.

Was wird denn am Skaterplatz noch kritisiert?

Kunz: Vor ein paar Jahren gab es Fälle von Vandalismus, bei denen Teile der Anlage zerstört wurden. Müll, vor allem leere Alkoholflaschen, lagen dort herum. Doch ich habe den Eindruck, dass das in der letzten Zeit besser geworden ist. Wir setzen verstärkt auf Prävention. Außerdem gehen die Jugendarbeiter raus und sprechen mit den Jugendlichen - auch mit denen, die zum Beispiel nicht ins Jugendzentrum kommen.

Wie wichtig sind Ihnen Jugendliche?

Kunz: Jugendliche, Kinder und Familien haben in Dillingen eine hohe Priorität. Wir versuchen, dass sie hier bestmögliche Angebote in allen Lebensbereichen finden. Jährlich unterstützen wir etwa die örtlichen Vereine mit rund einer viertel Million Euro. In der offenen Jugendarbeit beschäftigen wir seit September vergangenen Jahres neben unserem Jugendpfleger auch eine weibliche Kraft.

Was ist zum Beispiel für 13- bis 15-Jährige in Dillingen geboten?

Kunz: Neben der Skateanlage gibt es Plätze zum Basketball-, Volleyball- und Fußballspielen. Jugendliche können unter anderem die beiden städtischen Bäder und die Bücherei nutzen oder im Jugendcafé kickern, tanzen, Billard spielen. Wir haben ein tolles Ferienprogramm. 2009 findet zum zweiten Mal die Kinderspielstadt statt, wo Kinder eine Stadt regieren. Zudem gibt es zahlreiche Sportvereine, die mit viel ehrenamtlichen Engagement ein breites Angebot von Tennis und Fußball über Tanz bis Turnen anbieten.

Gibt es etwas, das Sie am Angebot noch verbessern wollen?

Kunz: Verbessern kann man natürlich immer etwas. Als Beispiel kann ich zwei Projekte nennen: In Donaualtheim wird in diesem Jahr ein neuer Bolzplatz gebaut und einer für Fristingen ist gerade in Planung. Die Umsetzung ist für das nächste Jahr vorgesehen. Aber schon unser bisheriges Angebot kann sich - vorsichtig formuliert - durchaus sehen lassen.

Interview: Yvonne Salvamoser

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren