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09.06.2009

Georg Barfuß: Jetzt erst recht!

Lauingen Professor, ehemaliger Bürgermeister, Landtagsabgeordneter - all das ist Georg Barfuß. Er ist einer, den man über die Grenzen des Landkreises hinaus kennt. Und das hat nicht nur mit seinem Beruf zu tun. Es liegt an Barfuß selbst. Daran, dass er sich oft gegen den Wind stellt - selbst, wenn ihm am Ende ein Sturm entgegen bläst. Heute wird Georg Barfuß 65 Jahre alt.

Für ihn selbst ist das lediglich ein Datum für die Statistik. Die bewegenden Tage in seinem Leben waren andere. Aus beruflicher Sicht war einer der Wichtigsten der 14. März 2004. An diesem Tag verlor Barfuß die Bürgermeisterwahl in Lauingen gegen den jetzigen Amtsinhaber Wolfgang Schenk. Nach 18 Jahren wollten ihn die Lauinger nicht mehr haben. Für Barfuß, der die Donaustadt stets als seine Geliebte bezeichnet, war das ein Schlag. Und zwar einer, der heute noch schmerzt. Besonders dann, wenn der Vollblutpolitiker mal frei hat und mit seinem Hund an der Donau entlang spaziert. "Dann denke ich mir immer: Herrgott, haben wir ein schönes Städtchen!"

18 Jahre als Obergrenze

Ein anderer hätte seine Koffer gepackt und seiner Geliebten für immer den Rücken gekehrt. Barfuß nicht. Man müsse aus seinen Fehlern lernen, sagt er. Und sich damals wieder zur Wahl aufzustellen, sei einer gewesen. 18 Jahre sei einfach die Obergrenze für die Amtszeit eines Bürgermeisters in Lauingen. Er schwärmt auch heute noch von der Stadt, in der so viel Potenzial stecke. Für die er noch so viele Ideen hätte.

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Barfuß Philosophie lässt es nicht zu, sich zu vergraben oder den Kopf in den Schoß zu legen. Aufgeben gilt nicht. Stattdessen wird er Professor und kandidiert für die FDP für den Landtag. Am Wahlabend ballt er im Landratsamt die Siegerfaust. Es sind im besonderen Maße die Lauinger, die ihm zu diesem Erfolg verholfen haben. Rund 36 Prozent wählen den FDPler. Ein neuer Abschnitt im Leben von Barfuß beginnt: Statt Rathaus heißt es Maximilianeum.

Landesweiter Sturm der Entrüstung

Und statt einem milden Wind ist es ein landesweiter Sturm der Entrüstung, der ihm als designiertem Integrationsbeauftragten entgegen bläst. Barfuß hatte vorgeschlagen, dass auch in Bayern die Teile des islamischen Rechts erlaubt sein sollen, die mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Der gelernte Bankkaufmann wird doch nicht Integrationsbeauftragter - sondern Beauftragter für die katholische Kirche.

Einmal mehr aufstehen als hinfallen, das schaffe er, weil er ein gläubiger Mensch sei, sagt Barfuß. Das gebe ihm Kraft. "Jetzt erst recht", sagt sich der fünffache Vater in solchen Momenten. Und: "Ich lebe noch, also muss ich etwas tun." Gerade, weil er 1980 einen schweren Busunfall überlebt hat. Derzeit besucht er als Mitglied des Haushaltsausschusses die Unikliniken in Bayern. Er will sich einen Überblick verschaffen. Er will sich dafür einsetzen, dass auch Augsburg eine Uniklinik bekommt: "Wie kann man das organisieren?" Und 65 ist letztendlich auch nur eine Zahl.

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