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Flugkosten

17.11.2020

„Gerd Müller ist ein hervorragender Ulrichspreisträger“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (links) betont, dass die Reisekosten für seine Frau Gertie Müller-Hoorens zu 100 Prozent beglichen wurden. Das Foto zeigt das Paar 2014 bei einer Reise nach Nigeria.
Foto: picture alliance/dpa

Landrat Leo Schrell hält die Kritik am CSU-Entwicklungsminister für inakzeptabel

Bei der Vergabe des Europäischen St.-Ulrichspreises geht in diesem Jahr aber auch gar nichts glatt. Wegen Corona ist der zunächst im Mai und dann im Oktober geplante Festakt bereits zwei Mal abgesagt worden. Und am Wochenende geriet Ulrichspreisträger Gerd Müller in die Kritik. Der Bundesentwicklungsminister habe laut Bild am Sonntag seine Ehefrau in Regierungsmaschinen auf Dienstreisen ins Ausland mitgenommen, Oppositionspolitikern dies aber verwehrt. Das Boulevardblatt berichtete auch über Sonderwünsche des CSU-Politikers, der sich Schwarzbrot extra nach Afrika habe einfliegen lassen.

Ein befreundeter Landrat hat Stiftungsvorsitzendem Leo Schrell den Bericht am Sonntag aufs Handy geschickt. „Im ersten Moment dachte ich mir, jetzt kommt auch das noch“, gesteht Schrell. Den Bericht der Boulevardzeitung halte er für „inakzeptabel“. Und er sei nach wie vor davon „überzeugt, dass wir einen hervorragenden Ulrichspreisträger gefunden haben“. Der Landrat sagt: „Ich vertraue darauf, was Gerd Müller sagt. Demnach hat er sich nichts zuschulden kommen lassen und die Reisekosten seiner Frau seien zu 100 Prozent privat beglichen.“

Der Bundesentwicklungsminister und künftige Ulrichspreisträger hat am Montag selbst die Kritik, er habe seine Frau auf Steuerzahlerkosten zu zahlreichen Dienstreisen ins Ausland mitgenommen, entschieden zurückgewiesen. „Die Vorwürfe sind völlig absurd. Ich habe in dieser Legislaturperiode 24 Auslandsreisen unternommen. Meine Frau hat mich fünfmal in einem Regierungsflugzeug und viermal per Linienmaschine begleitet. Alle Kosten, die dadurch entstanden sind, wurden zu hundert Prozent privat bezahlt“, sagt der Minister. Er könne sich auch nicht erklären, woher der Vorwurf stammt, dass er sich Schwarzbrot nach Afrika habe einfliegen lassen. „Das trifft jedenfalls nicht zu“, sagt Müller.

Der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Dillingen, Wolfgang Schneck, ist Mitglied im Vorstand der Ulrichsstiftung. Er hat eine klare Meinung über den Entwicklungsminister. „Ich schätze Gerd Müller sehr. Er gehört für mich zu den großen Politikern der heutigen Zeit“, sagt der Dillinger Stadtpfarrer. Müller habe klar gesagt, dass die Flugkosten für seine Frau zu hundert Prozent privat bezahlt wurden. Schneck hat eine Vermutung, welche Motivation zu dem Zeitungsbericht geführt haben könnte. „Vielleicht“, so das Stiftungsvorstandsmitglied, „will jemand Gerd Müller demontieren.“ Der CSU-Politiker, der im September seinen Rücktritt aus der Bundespolitik angekündigt hat, ist als künftiger UNO-Generaldirektor im Gespräch. (mit bj)

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