Newsticker

CDU-Politiker Norbert Röttgen: Zweiter Lockdown ist nicht auszuschließen
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Geschlossene Praxen für bessere Versorgung

24.03.2009

Geschlossene Praxen für bessere Versorgung

Landkreis (saly, bäs) - Heute bleiben etliche Facharztpraxen im Landkreis geschlossen. Die Mediziner protestieren - denn seit Anfang des Jahres bekommen sie nach eigenen Angaben weniger Geld für die Behandlung ihrer Patienten. Schuld daran sei der neue Gesundheitsfonds. Die Mediziner befürchten in naher Zukunft schlimme Folgen - nicht nur für sich selbst. Ihrer Meinung nach drohen Praxisschließungen und damit eine schlechtere Versorgung für die Patienten.

Auch die Praxis von Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Dr. Ingela Wigand, die maßgeblich an der Organisation der Aktion beteiligt ist, bleibt zu. Außer ihr selbst würden sich rund 40 Prozent der Facharztpraxen in und um Dillingen beteiligen, sagt sie. So schließen diese sich dem landesweiten Protest an, der in einer Großveranstaltung heute in München gipfelt. Die Mediziner wollen ihrer Meinung nach nicht nur ihre eigenen Interessen vertreten, sondern auch die ihrer Patienten. Nach dem neuen Honoarsystem, das zum 1. Januar 2009 in Kraft trat, werden die Fachärzte nach Patient bezahlt - egal, welche Untersuchung durchgeführt wird.

Wigand vergleicht das mit einem Kfz-Mechaniker: "Ob er die Motorhaube öffnet oder nur von außen den Lack prüft, er bekäme immer das gleiche Gehalt."

Darunter leide die Patientenversorgung. Denn weniger Geld für die Fachärzte würde bedeuten: weniger Personal, deutlich längere Wartezeiten und weitere Wege zum nächsten Facharzt. Der wäre bald hauptsächlich in großen medizinischen Versorgungszentren anzutreffen, wie es sie schon in einigen Großstädten gibt, befürchtet Wigand. Hier würden die Patienten anonym behandelt, von dem Arzt, der gerade Zeit fände, so die Medizinerin. Wahlfreiheit hätte der Patient so nicht mehr.

Wie eine solche medizinische Versorgung aussähe, kann sich der Wertinger Internist Dr. Paul Alexy, der aus der früheren Tschechoslowakei stammt, vorstellen: "Der Patient wird in einem verstaatlichten System zu einem Durchlaufposten." Und darauf steuere die Politik zu, befürchtet der Mediziner.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren