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Getürkte Handballmannschaft: Falsche Sportler aus Sri Lanka

Getürkte Handballmannschaft

Falsche Sportler aus Sri Lanka

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    Bild Handball Sri Lanka
    Bild Handball Sri Lanka

    Daran haben Wittislinger wohl im Traum nicht gedacht, dass sie durch eine " Handball-Nationalmannschaft" aus Sri Lanka bundesweit bekannt werden würden. Wenn Bürgermeister Roland Hörl durch die Lande fährt und Unkundige über die Marktgemeinde informieren soll, dann hat er inzwischen eine einfache Erklärung: "Ich frage nur, kennen Sie die Handball-Nationalmannschaft Sri Lankas?"

    Und dann sind Gesprächspartner des Rathauschefs meist automatisch bei Wittislingen. Denn dass im Egautal im September 2004 eine Gruppe von Ceylonesen bei einem Turnier des TSV Wittislingen als Nationalteam aufgetreten und danach verschwunden ist, das haben sich viele gemerkt.

    Auch Regisseur Uberto Pasolini hat die Geschichte der 23 Männer fasziniert. Sein Film "Spiel der Träume - Die wahre Geschichte eines falschen Teams" ist gestern Abend im Dillinger Filmcenter angelaufen. Der rote Teppich ist ausgerollt. "So kommt man zu einer Welt-Premiere", sagt Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz. In der Tat ist der Streifen, abgesehen von Festivals, erstmals im Kino zu sehen. "Und darauf sind wir ein wenig stolz", betont Kinochef Bernd Mayr. Eine Deutschland-Premiere gab es im Dillinger Filmcenter letztmals 1992 bei der Nonnen-Geschichte "Sister Act".

    300 Menschen drängen sich am Dienstagabend in den beiden Vorführräumen Dilli 1 und Dilli 2, etwa 270 von ihnen kommen aus Wittislingen. "Übermäßig gut war die Nationalelf nicht", sagen Armin Feistle und Rainer Mack, die damals im TSV-Tor standen. Und auch Coach Karl Schreitt blickt zurück: "Man merkte gleich, dass das nicht die besten Handballer waren."

    Sandra Lovrekovic, Hildegard Greil und Emma Steinle gehören zu den Wittislingern, die Pasolinis Film mit Spannung erwarten. Die Marktgemeinde im Egautal wird in dem Streifen allerdings in keinem Wort erwähnt. Nur am Ende des Films weist der Regisseur darauf hin, dass die 23 Handballer aus Sri Lanka aus der "bayerischen Kleinstadt Wittislingen" geflüchtet sind. Dennoch ist der Film, der eine Woche lang jeweils um 18 Uhr und 20.30 Uhr läuft, absolut sehenswert. Er erzählt die Geschichte verzweifelter Slumbewohner, die eine Handball-Mannschaft zusammenstellen, um an eine Einladung zu einem Handballturnier in Bayern und damit an ein Visum zu kommen - die einzige Möglichkeit, dem Elend zu entfliehen. Pasolini hat einen dichten, in die Tiefe gehenden Film geschaffen, der die Sehnsucht nach einer besseren Welt zum Thema hat. Und er berichtet auch von der Wandlung des Teams, das Nationalstolz entwickelt und im dritten Spiel das erste Tor erzielt

    TSV-Turnierorganisator Manfred Selzle ist am Ende stolz - und auch "ein wenig traurig, dass in Wittislingen gar nicht gefilmt wurde". Auch das Original-Video des 49-Jährigen wurde nicht in "Spiel der Träume" eingebaut. Katharina Köder hat den Heimatbezug ebenfalls vermisst: "Es wäre cool gewesen, wenn Wittislingen vorgekommen wäre." Dennoch - die Kinobesucher applaudieren. Silke und Marcus Kleebaur sind beeindruckt: "Ein sehr emotionaler Film". Zufrieden geht Emma Steinle nach Hause: "Vor allem dass Wittislingen Kleinstadt wurde, hat mir gefallen."

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