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Höchstädt

17.10.2019

Gibt es in Höchstädt bald einen Waldkindergarten?

Der Höchstädter Stadtrat hat bei seiner Sitzung am Montag beschlossen, dass er die Idee, einen Waldkindergarten in der Stadt einzurichten, verfolgen will. Möglicherweise können Eltern ihre Kinder schon im März dafür einschreiben. Das Bild ist ein Symbolfoto.
Bild: picture-alliance/dpa/dpaweb

Plus Die Kindergarten in Höchstädt platzen aus allen Nähten. Die Idee, die Buben und Mädchen unter freiem Himmel zu erziehen, gefällt. dem Stadtrat. Wie es weitergeht.

Mit voller Absicht in Pfützen hüpfen. Sich hinter dicken Baumstämmen oder in dichtem Gebüsch verstecken. Blätter und Äste sammeln und Brotzeit im Freien mampfen. Das machen viele Erzieherinnen in Kindergärten mit ihren Schützlingen. Entweder im angeschlossenen Garten oder bei einem Ausflug ins Grüne. In einem Waldkindergarten findet das – oder zumindest in ähnlicher Form – jeden Tag statt. Bei Wind und Wetter, Sonne und Schnee. Das ganze Jahr über. Ein Konzept, das es im Landkreis Dillingen unter anderem in Dillingen, Gundelfingen und Wertingen gibt. Eines, das auch Bürgermeister Gerrit Maneth gefällt, wie er am Montag bei der Stadtratssitzung sagt. „Ich habe mit Kollegen und dem Träger in Dillingen gesprochen. Der Waldkindergarten ist immer voll. Ich glaube, dass so ein Angebot in Höchstädt noch fehlt“, so Maneth.

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Alle Kindergarten sind voll belegt

Darüber hinaus, so erklärt es der Rathauschef, könnte die Stadt auch zügig ein Platzproblem lösen. Denn, die drei Kindergarten platzen aus allen Nähten, volle Auslastung. In Zahlen: Adolph Kolping hat 75 Plätze, betreut aktuell 66 Kinder, darunter sind vier sogenannte „I-Kinder“, die eine besondere Förderung erhalten und mehr gezählt werden. In Don Bosco ist Platz für hundert Mädchen und Buben im Kindergarten und 60 Krippenplätzen. Auch dort, so erläutert es Bürgermeister Maneth, werden I-Kinder betreut, sodass alle Plätze belegt sind. Die 25 verfügbaren Plätze im Kindergarten Deisenhofen sind ebenfalls alle belegt. „Wir haben uns die Prognosen genau angeschaut und festgestellt, dass die ganz anders ausfallen, als vor einigen Jahren angenommen“, sagt Maneth. Die Schere gehe immer weiter auf. Aber das sei ein Trend, über den er sich als Bürgermeister freue. „Wir wollen ja, dass junge Familien bei uns bleiben oder zu uns kommen. Das müssen wir unterstützen.“

Ein neues Angebot in der Stadt Höchstädt

Überlegungen, wie etwa in Mörslingen einen Container zum bestehenden Kindergarten aufzustellen, habe man angeschaut und durchgerechnet. Am Ende, so Maneth, befürworte er die Einrichtung eines Waldkindergartens. Aus mehreren Gründen, wie er sagt: überschaubarere finanzieller Rahmen, die Zeit bis möglicherweise ein Neubau kommen muss, könnte so überbrückt werden und die Stadt hätte ein zusätzliches, neues Angebot. Laut Maneth brauche so ein Kindergarten in Höchstädt einen geeigneten Standort, der eine Notunterkunft in Laufentfernung garantiert. Zusätzlich muss auf dem Grundstück, wo die Kinder dann toben, ein Gebäude stehen. „Aber ohne Strom und ohne fließend Wasser. Wir haben uns das angeschaut und konnten es auch kaum glauben, aber es funktioniert“, sagt der Bürgermeister. Nach seinen Recherchen hätten die Waldkindergartenkinder in Dillingen bisher nur zwei Mal den Weg zur Notunterkunft aufgrund extrem schlechter Wetterbedingungen antreten müssen. Insgesamt rechnet Gerrit Maneth mit circa 80000 Euro für eine Realisierung solch einer Einrichtung in Höch-städt. Hinzu kommen die laufenden Kosten. „Das ist doch überraschend gering“, meint er.

Was passiert mit den Krippenkinder?

Jan Waschke und Wolfgang Konle, beide SPD-Stadträte, sind von der Idee begeistert. Waschke findet das „Konzept genial“ und Konle hätte seine Kinder in diesem Alter sofort in den Waldkindergarten geschickt. Stephan Karg, CSU, hat noch eine Anmerkung am Montagabend. Er plädiert dafür, dass bestehende und aktuell leer stehende Räumlichkeiten in der Innenstadt auch geprüft werden sollen. Das wären noch geringere Kosten. Bürgermeister Maneth nimmt dies auf, aber die Entscheidung drängt, wie er sagt. „Im März ist Einschreibung“, sagt er. Und deshalb fällt der Höchstädter Stadtrat folgende Entscheidung: Wenn es keine bessere, wirtschaftlichere Lösung gibt, dann verfolgt die Stadt die Einrichtung eines Waldkindergartens in Höch-städt. Abgestimmt werden damit auch 80000 Euro und der Beschluss, dass die Stadt offen für jegliche Träger solch einer Einrichtung ist. Dass parallel auch nach Lösungen für Krippenkinder gesucht werden müsse, sei ebenfalls eine große Herausforderung, so Maneth weiter. Theoretisch können Eltern auf die Einrichtungen in der Verwaltungsgemeinschaft ausweichen, Ziel sei es aber, auch in Höchstädt genügend Platz anzubieten.

Bereits neu ausgestattet ist der Stadtpark hinter dem Rathaus. Im Rahmen der Leader-Förderung Donautäler 2.0 gibt es jetzt eine Reihe an verschiedenen Fitnessgeräten, die für die Bürger jederzeit zugänglich sind. Hüfttrainer, Crosstrainer, Skitrainer und ein sogenannter Spaziergänger sind installiert worden und „die Verwaltung, der Bauhof und ich haben sie schon getestet“, sagt Maneth und schmunzelt.

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