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Dillingen

20.07.2020

Glanz in der Basilika: Stanislav Surin imponiert beim Dillinger Orgelsommer

Der international erfolgreiche slowakische Organist Stanislav Surin fesselte mit einem außergewöhnlichen Programm an der Sandtner-Orgel in der Basilika.
Bild: Gernot Walter

Plus Der Musiker aus Bratislava wartet beim Dillinger Orgelsommer mit gewaltigen Klangwelten auf. Dabei entspricht er nicht immer ganz der Norm.

Die Zuhörer in der unter Coronabedingungen sehr gut besuchten Dillinger Basilika erlebten bei der dritten samstäglichen Matinee mit Stanislav Surin eine Künstlerpersönlichkeit internationalen Ranges.

Das bewies er mit seinem Programmangebot, das von J. S. Bach bis zu Werken aus seiner tschecho-slowakischen Heimat reichte. Mit Petr Eben stellte der Organist einen Komponisten vor, der seine „Sonntagsmusik“ im Alter von 30 Jahren 1959 geschrieben hat.

Daraus war der Finalsatz zu hören, ein eminent schwieriges Stück. Es skizziert den Sieg des Guten über das Böse. Diese Gegensätzlichkeit erwächst aus einer Harmonik, die tonale Schwerpunkte, aber auch mehrschichtige Bildungen und einen intensiv erlebten Rhythmus zulässt. Eine rustikale Klangwucht korrespondierte mit friedlichen Gefilden, die S. Surin trefflich registriert mit beachtlichem und flexiblem technischen Können zum Ausdruck brachte.

Stanislav Surin orientiert sich beim Dillinger Orgelsommer an Albert Schweitzer

Den abrupten Wechsel von der Sturmgewalt mit drohenden Bässen zur gelösten mystischen Ruhe entwickelte der Organist überwältigend. Das Fanfarenmotiv zu Beginn des Satzes war auch das Thema der gleichnamigen eigenen Komposition Surins. Das triumphale kurze Stück durchdrang mit vollem Orgelwerk die Basilika; Surin charakterisierte stringent den punktierten Rhythmus mit nachfolgender Akkordbasis als Ver- und Ankündigungsszene.

In die barocke Klangwelt J. S. Bachs tauchte Stanislav Surin im Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552) ein. Das Präludium legte er mit Mixturen festlich beschwingt an. Surin betonte das Ouvertürenhafte markant, reduzierte den Binnenanteil durchsichtig und mit erkennbaren Echowirkungen. Die erste Fuge schritt mit Trompetenregister gemessen daher, fließend gehalten war die zweite und tänzerisch die dritte. Ungewohnt das strahlende Forte, das der Organist bis zum Schluss durchhielt.

Er orientierte sich dabei an Albert Schweitzers Auffassung, dass der Aufbau durch explizite Gestaltung des Melodischen erkannt werden müsste. Deshalb seien bei der Bach’schen Fuge nicht zwangsläufig dynamische Abstufungen erforderlich. Nicht der Norm entsprach die Anordnung des Chorals (BWV 634) „Liebster Jesu, wir sind hier“, die Surin als Intermezzo zwischen Präludium und Fuge schob.

Am Samstag spielt Axel Flierl beim Dillinger Orgelsommer

Das Schwellwerk der Orgel intonierte eine schalmeienartigen Melodie in Form eines Kanons, die die Gegenstimmen in einer gleichmäßigen Bewegung umspielten.

Auszüge aus einer reichhaltigen Sammlung von Levoca (Leutschau), die Jan Valach zusammenstellte, wurden bei S. Surin zu einer farbigen stimmungsvollen Kostbarkeit. Die Suite mit eleganten kurzweiligen Tänzen stammte aus der Zeit vor Bach.

Flötenumrankte getragene Schreittänze garnierten das Schwellwerk, die prunkhaften erhielten die passende stilistische Registrierung. Am Schluss genoss der umjubelte Orgelvirtuose den starken Applaus des sachverständigen Publikums.

Der Gründer und künstlerische Leiter der Dillinger Basilikakonzerte, Basilikaorganist Dr. Axel Flierl spielt am kommenden Samstag, 25. Juli, um 11.15 Uhr in der Basilika St. Peter die vierte Matinée des „14. Dillinger Orgelsommers“. Sein Programm unter dem Titel „Kathedralklänge!“ präsentiert symphonische Orgelmusik aus Deutschland und Frankreich von Johann Sebastian Bach/Marcel Dupré, Franz Liszt, Richard Wagner sowie der Jubilare Eugène Gigout (95. Todesjahr) und Louis Vierne (150. Geburtsjahr). Aufgrund des beschränkten Platzkontingents empfiehlt sich frühzeitiges Erscheinen. Bitte den Mund-Nasen-Schutz mitbringen.

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