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03.06.2009

Glanzvolle Bläsersoiree

Höchstädt Am 31. Mai 1809, als Napoleons Truppen Wien beschossen, starb Joseph Haydn, der beliebteste Komponist seiner Zeit. 200 Jahre später, am gleichen Datum, erklangen Joseph Haydns Werke im Rittersaal des Höchstädter Schlosses. Dr. Helmut Franck und die Mitglieder des Collegiums musicum ehrten so das bläserische Schaffen Haydns.

Sie trugen nicht nur seine Kompositionen für jeweils zwei Oboen, Hörner und Fagotte vor, sondern gewährten einen bestechenden Einblick in die Literatur seiner Zeitgenossen. Als Antipode mit der gleichen Kraft melodischer Einfälle W. A. Mozart. Nicht von ungefähr standen deren Divertimenti im Mittelpunkt des Konzertsabends: Haydns in G- und Mozarts in F-Dur. Aber auch die Kegelduette (für Hörner), seine Arienbearbeitungen (Don Giovanni und Figaros Hochzeit) für zwei Oboen und Fagott sowie das Trio aus dem Menuett der 25. Sinfonie charakterisierten die Musik für Bläser aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Epigonen wie der Böhme Georg Druschetzky in einer liebenswerten Partita und der Stuttgarter Christian Ludwig Dietter (über Themen für zwei Fagotte von Joseph Haydn) gehörten genauso zum Konzertprogramm wie Haydns jüngerer Bruder Michael, dessen Divertimento wegen seiner rokokohaften Verspieltheit zu Recht die Beachtung verdient hatte.

Sprache der Wahrheit

Die Divertimenti sind als gesellschaftliche Unterhaltungsmusik geschaffen worden. Ihr Geist atmet etwas von der Auffassung Goethes, der darüber schreibt: "Haydns Werke sind eine ideale Sprache der Wahrheit. Sie sind vielleicht zu überbieten, aber nicht zu übertreffen." Von ihrer Schönheit, Ordnung, Reinheit, der frohen Lebensbejahung, der Geradlinigkeit und Klangfülle kündeten in ansprechender Weise die Interpretationen durch das Collegium musicum. Musikgeschichtlich elegant führte Dr. Helmut Franck in die Werke ein, denen er als Spiritus rector unauffällig den Takt und Ton vorgab. Was bei ihm angestrengt aussah, hörte sich auf seiner Oboe spielerisch leicht und zutiefst melodiös an, technisch versiert mit Wohllaut.

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Ihm zur Seite Hanne Reiser, deren glasklarer Ton sie ihrer neuen Oboe verdankt, mit der sie zuverlässig sekundierte und eigenes Profil zeigte. Die Hörner-Damen Sarah Bischof und Sabine Schwarzenböck bildeten die zentrale Mitte im Sextett und waren wirkungsvoll im solistischen Duo. Die Klangbalance stimmte. Heitere Gelöstheit im fundamentalen Bläserbereich zeigten die Fagotte. Leisa Baumann und Wolfgang Zahn machten die Unbeschwertheit hörbar, sie musizierten locker und lebendig. Die Ausgewogenheit der sechs Bläser stützte ein gegenseitiges Hinhorchen in partnerschaftlicher Einheit.

Das Kulturforum der Stadt Höchstädt hat den über 100 Besuchern (unter ihnen Bürgermeisterin Hildegard Wanner) ein musikalisches Glanzlicht durch einheimische Musiker beschert.

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