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02.10.2009

Grundgesetz - vom Zeitzeugen erklärt

Lauingen 60 Jahre alt wird unser Grundgesetz in diesem Jahr. Doch wie genau ist es entstanden und gewachsen? Darüber sprach Staatsminister a.D. Prof. Dr. Hans Maier vor rund 200 Oberstufenschülern und Lehrern des Lauinger Albertus-Gymnasiums in einem anspruchsvoll-launigen Vortrag. Eingebettet in die bildhafte Beschreibung der Nachkriegszeit, erzählte der 78-Jährige vom Parlamentarischen Rat, der mit der schwierigen Ausarbeitung des Grundgesetzes betraut war. "Es mangelte an Vorbildern." Der ehemalige bayerische Kultusminister skizzierte dessen Stärken und Schwächen im jeweiligen zeitlichen Kontext, bevor er sich den Fragen des Publikums stellte.

Und die reichten vom Mitgliederschwund der Volksparteien über den deutschen Herbst, einem NPD-Verbot bis hin zur sinkenden Wahlbeteiligung. Letztere führte der vielfach geehrte und ausgezeichnete Wissenschaftler unter anderem darauf zurück, dass offenbar viele Bürger dächten: "Die sind doch eh ein abgehobener Verein." Politiker sollten daher wieder mehr Anlässe bieten, mit denen man sich stärker identifizieren kann.

Ein Schüler sprach auch Belange an, die ihn persönlich betreffen: "Sind die Renten für unsere Generation noch sicher?" Eine unter vielen komplexen Fragen, die Maier nicht mit einem klaren "Ja" oder "Nein" beantworten konnte. Obwohl es in der Politik keine Lebensversicherung gebe, denke er, dass die Rente erhalten bleiben wird. "Der Sozialstaat hatte so lange Bestand. Er ist fast unser wirksamster, politischer Exportartikel." Zudem stehe dieser für die Parteien an erster Stelle, werde ganz vorne verteidigt.

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