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Landwirtschaft

14.07.2019

Grundschule Bissingen: Statt Mathe büffeln, Kühe füttern

Voller Eifer bringen die Kinder das Heu, um die Kühe zu füttern. Die Zweitklässler der Grundschule Bissingen erlebten einen ganz besonderen Schultag. Sie waren zu Besuch auf dem Erlebnisbauernhof von Claudia und Thomas Böck in Oberglauheim.
Bild: Brigitte Bunk

Wo kommt die Milch her, wie werden Kühe gefüttert und was wächst eigentlich bei uns? Was Zweitklässler aus Bissingen bei Familie Böck in Oberglauheim erlebten.

Mit vollem Einsatz schieben die Kinder mit ihrer Schaufel oder dem Rechen das Futter aus der Mitte des Gangs, hin zu den Kühen. Die Tiere mampfen friedlich vor sich hin und beobachten unbeeindruckt das Spektakel, das sich vor ihnen abspielt. Lea gefällt, dass sie mitten unter den Tieren mit anpacken darf. Ebenso wie Lucy und Lemmy, die mit kleinen Schubkarren angefahren kommen und den geduldigen Kühen Heu bringen.

Die Kinder durften selbst melken

Vier Stationen durften die Zweitklässler der Grund- und Mittelschule Bissingen mit Claudia und Thomas Böck auf deren Erlebnisbauernhof am Rande von Oberglauheim erkunden. Im Vorfeld bekamen die Kinder so manche Verhaltensregel erklärt. Beim Füttern war leise hineingehen angesagt, damit die Kühe sehen, was auf sie zukommt. Die Bäuerin weiß: „Wenn wir sie nicht darauf vorbereiten, hab’ ich abends saure Milch.“ Wie die gemolken wird, das durften die Kinder an der Melkstation sehen und sogar selbst ausprobieren.

Erlebnisbäuerin Claudia Böck aus Oberglauheim.
Bild: Brigitte Bunk

Wer wollte, fasste das Euter und die Zitzen der Kuh an, die Claudia Böck zuvor mit einem Tuch mit Seifenlauge abgewaschen hatte. Bei manchen kam sogar Milch heraus beim Versuch zu melken. Auch wie die Melkmaschine funktioniert, ist für die Grundschüler nun kein Geheimnis mehr. Bei den anderen Gruppen war es derweil ebenso spannend.

Viele Kräuter angeschaut

Die übten erstmal nicht an den Kühen selbst, sondern an einem künstlichen Euter. Der Eimer darüber war mit Wasser gefüllt. Am Schluss verglichen sie dann, wer am meisten geschafft hat. Während Annalena das bei ihrem Onkel schon mal bei echten Kühen gemacht hat, versuchte Katharina zum ersten Mal das Melken. Außerdem durften die Mädels und Jungs an der Lernstation „Biodiversität“ mit Susanne Ahle und Sabine Klostermeir erraten, welche Kräuter diese dabeihatten.

Und sie erhielten einen kleinen Einblick darin, wieviele Pflanzen bei uns wachsen und wofür die verwendet werden können. Pfefferminz, Rosmarin, Oregano, Zitronenmelisse… Auch Weizen und Gerste hatten die Mitarbeiterinnen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Wertingen dabei. Nach der Aufforderung „Jeder darf sich ein Sträußchen zusammenbinden und mit nach Hause nehmen“, war der Eifer groß und immer wieder war zu hören: „Riech mal, wie gut das duftet.“

Welche Pflanzen wachsen bei uns? An der Lernstation Biodiversität mit Sabine Klostermeir und Susanne Ahle (von links).
Bild: Brigitte Bunk

Im Vorfeld begrüßte Schulamtsdirektor Wilhelm Martin die Kinder mit ihren Lehrern und Schulleiter Werner Zucker zu diesem „ganz anderen Unterrichtstag“, zum Lernprogramm „von der Milch zur Butter; Haltung und Fütterung von Kühen und Kälbern“.

Ein Kälbchen gab es auch zu sehen

Der Schulamtsdirektor drückte seine Freude darüber aus, dass die Schulen mitmachen und hofft auch darauf, dass sich Schulen aus der Stadt beteiligen, mit Kindern, die das Leben auf dem Bauernhof überhaupt nicht kennen. „Das Programm Erlebnis auf dem Bauernhof gibt es seit sieben Jahren“, erklärte Magnus Mayer, Behördenleiter des AELF. Die Vergütung der beteiligten Betriebe wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernommen. Natürlich gab es bei dieser Veranstaltung im Rahmen der Projektwoche „Sommer.Erlebnis.Bauernhof“ des AELF auch Zeit zum Herumtoben für die Kinder, die noch einen Gruß der Molkerei Gropper mit nach Hause bekamen, zum Beispiel einen Joghurt. Nun wissen sie ja, woher die Milch dafür kommt. Und was sie noch gesehen haben? Ein gerade geborenes Kälbchen, das noch ganz wacklig auf seinen Beinen stand.

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