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Tiere

05.05.2016

Hähnchenmaststall abgelehnt

Rund 40000 Tiere sollten in dem neuem Stall leben. Das Landratsamt lehnt die Pläne ab.
Bild: Archivfoto: salvamoser

Warum das Landratsamt  Dillingen gegen das geplante Vorhaben in Ziertheim entschied

Ziertheim Nach intensiver Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen hat das Landratsamt Dillingen nun die geplante Errichtung und den Betrieb eines weiteren Hähnchenmaststalles mit 39500 Hähnchen in Ziertheim abgelehnt. Das Landratsamt stützt seine Entscheidung laut einer Pressemitteilung insbesondere auf das Vorsorgeprinzip und das Ergebnis der so genannten „Sonderfallprüfung“ zu den Bioaerosol-Emissionen der Anlage.

Eine derartige spezielle Prüfung sei durchzuführen gewesen, weil bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine erhebliche Vorbelastung bezüglich auftretender Bioaerosole in und um den Gemeindebereich von Ziertheim bestehe, heißt es in der Pressemitteilung der Landratsamtes. Zudem seien aus den vorliegenden Einwendungen massive Beschwerden der Anwohner wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen, die durch Emissionen aus bioarosol-emittierenden Anlagen verursacht sein können, ersichtlich worden.

Der geplante Maststall hätte eine Erweiterung des bereits bestehenden Betriebes auf künftig insgesamt 79000 Tierplätze zur Folge gehabt. Neben dem bereits bestehenden Betrieb befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Biogasanlagen, eine Trocknungsanlage für Hackschnitzel und drei Stallgebäude für die Haltung von 396 bzw. 744 Mastschweinen und 960 Ferkeln. Rund 250 Meter nördlich des geplanten Anlagenstandortes befindet sich ein weiterer Mastschweinestall für 1428 Tiere. Dazu kommen zwei südwestlich der Gemeinde Ziertheim gelegene Putenmastanlagen mit 28000 bzw. 29000 Plätzen, deren Emissionen insbesondere bei Westwind und damit der in der Region vorherrschenden Windrichtung zu Belästigungen an der Wohnbebauung führen könnten.

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Angesichts der genannten Vorbelastung an bioaerosol-emittierenden Betrieben hat sich das Landratsamt bei der Prüfung der Genehmigungsfähigkeit des beantragten Vorhabens unter Hinzuziehung von Fachbehörden wie dem Landesamt für Umwelt (LfU) und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowohl mit der bereits vorhandenen Staphylokokken-Immissionskonzentration als auch der anzunehmenden Zusatzbelastung für die geplante Anlage auseinandergesetzt. Dabei hat sowohl das Landratsamt als auch das LGL die Überschreitung des Staphylokokken-Orientierungswertes, den der Leitfaden der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz bei Tierhaltungen festlegt, sehr kritisch bewertet.

Eine Genehmigung des geplanten Hähnchenmaststalles wäre deshalb allenfalls dann in Betracht gekommen, wenn sich die Emissionen gegenüber der Ausgangssituation deutlich verbessert hätten. Dazu hätte der Anlagenbetreiber insbesondere Maßnahmen zur Staub- und Bioaerosolrückhaltung ergreifen müssen, die über den heutigen Stand der Technik hinausgehen. (pm)

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