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23.03.2018

Hält Lauingen noch den Osternest-Weltrekord?

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Das Lauinger Osternest wurde am Donnerstagvormittag aufgebaut. Von 7 bis 12 Uhr schufteten die Freiwilligen des Kulturmarktes, bis die fünf Rieseneier und die 43000 kleinen Eier an ihrem Platz waren. Doch reicht das für den Rekord?
Bild: Jakob Stadler

Der Kulturmarkt Lauingen stellt sein riesiges Osternest wieder vorm Rathaus auf. Doch Lathen in Niedersachsen hat einen Antrag an das Guinnessbuch gestellt.

Eine Lauinger Idee, die es weit gebracht hat. 665 Kilometer sind es vom Marktplatz der Albertus-Magnus-Stadt bis zum Marktplatz von Lathen im Landkreis Emsland, Niedersachsen. Beide Marktplätze liegen vor dem Rathaus der Kommune. Und die Plätze haben noch etwas gemeinsam.

In Lauingen wurde dort am Donnerstag ein riesiges Osternest aufgebaut. Es ist das größte der Welt. Was wäre, wenn dieser Rekord gebrochen würde? „Wir wären schon ein bisschen enttäuscht“, sagt Anton Grotz, Initiator und Vorsitzender des Lauinger Kulturmarktes. Kurz nach 12 Uhr sitzt er mit seinen Mitstreitern im Restaurant Da Carla. Seit 7 Uhr haben sie gearbeitet, um das Weltrekordnest aufzubauen. Bis zum 8. April liegen nun 43000 kleine Eier darin. Und die fünf gigantische Eier, jeweils 3,20 mal 2,30 Meter, 250 Kilo schwer. Etwa 200 Quadratmeter misst das Nest mit 16 Metern Durchmesser, dass seit 2007 jedes Jahr aufgebaut wird. Maße eines Weltrekordes.

Zumindest nach aktuellem Stand. Denn auch in Lathen steht seit dem Wochenende ein Osternest gigantischen Ausmaßes. Die Samtgemeinde (Gemeindeverband) ist mit 11500 Einwohner minimal größer als Lauingen. Und auch das mit Heuballen begrenzt Nest ist größer als das aus der Region. Der Heuballen-Ring hat 18 Meter Durchmesser. Das ergibt eine Fläche von mehr als 250 Quadratmetern.

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Geschaffen hat es die Marketing- und Tourismusgenossenschaft Samtgemeinde Lathen. Deren Geschäftsführer, Mathias Gehrs, erklärt, wie es dazu gekommen ist. „Das Ziel war im Ersten, ein großes Nest zu bauen“, sagt er. Lauingen habe dazu inspiriert – und habe auch den Ehrgeiz geweckt. Denn der Rekord könnte sich ja übertrumpfen lassen. Dann entstand die Idee des Beet-Nestes. Das Beet soll nach dem Abbau Ende April an verschiedenen Orten in der Gemeinde verwendet werden. „Wir haben Pflanzen verwendet, damit das nachhaltig ist“, sagt Gehrs. Etwa 7500 sind es, Buchsbäume, Osterglocken und Hornveilchen. In diesem Beet thronen drei Ein-Meter-Eier. Bemalt haben diese Schulkinder aus der Region. Gehrs hat die Maße des mutmaßlichen Rekord-Nestes am Sonntag beim Guinnessbuch der Rekorde eingereicht. Bis eine Antwort kommt, können bis zu zwölf Wochen vergehen, erklärt er.

Grotz vom Lauinger Kulturmarkt hat bereits Erfahrungen mit dem Guinnessbuch gemacht. Und die geben ihm Hoffnung, dass Lauingen seinen Rekord behält. Denn im Guinnessbuch war das Lauinger Nest nie. Denn das internationale Projekt verzeichnet keine regionalen Bräuche. Und Osternester gibt es nur in Mitteleuropa.

Deshalb ist der Weltrekord für das Lauinger Nest beim „Rekord-Institut für Deutschland“ mit Sitz in Hamburg verzeichnet. Und das kürte diese Woche das Lauinger Nest zum nach wie vor größten seiner Art. Rekordrichter Olaf Kuchenbecker erklärt, warum – wo das Osternest in Niedersachsen doch größer ist. „Das Nest in Lathen ist aus unserer Sicht eher ein Blumenbeet“, erklärt Kuchenbecker. Der Nest-Rekord bleibe demnach in Lauingen. In Hamburg haben die Lathener zudem noch gar keine Beweise eingereicht – die Niedersachsen haben sich bisher nur an das internationale Guinnessbuch gewandt. Wenn das seine Meinung in Bezug auf regionale Bräuche nicht änder, bleibt der Rekord also im Landkreis Dillingen.

Ohnehin stellt Gehrs klar, dass man Lauingen mit der Aktion nicht brüskieren will. „Wir sehen das als großen Spaß, nicht als eine Konkurrenz.“ Am Lauinger Nest gefalle ihm besonders, dass die Eier die Landkreisstädte darstellen – jedes Ei wurde von einem Künstler aus der jeweiligen Stadt verziert. „Was Lauingen da auf die Beine stellt, das imponiert uns hier in Lathen sehr“, sagt Gehrs. Von der Größe her könne man das Nest vielleicht übertreffen. Doch der Inhalt sei einmalig. Dabei kennt Gehrs das Nest bisher nur von Fotos. „Aber ich will gerne einmal vorbeikommen.“

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