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Höchstädt

24.06.2019

Hafenhofener gibt in Höchstädt den Takt vor

Tizian Foag ist ein echter Vollblutmusiker. Seit zwölf Jahren spielt er unter anderem Trompete, seit wenigen Wochen gibt es er als Dirigent beim Donauklang Höchstädt-Blindheim den Takt vor. Mit erst 21 Jahren.
Bild: Gabi Haid

Tizian Foag ist seit wenigen Wochen der neue Dirigent beim Musikverein Donauklang – und das erst mit 21 Jahren. Welche Pläne er mit der Kapelle hat.

Er ist ein echter Vollblutmusiker und das seit frühester Kindheit. Seit zwölf Jahren spielt er Trompete, er beherrscht das Flügelhorn und bringt mit dem Klavier schöne Klänge hervor. Er studiert Musikwissenschaften und Musikpädagogik im sechsten Semester an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Tizian Foag versteht sein Handwerk – so gut, dass er die Dirigentenausbildung gemacht hat. Seit wenigen Wochen steht er beim Musikverein Donauklang Höchstädt-Blindheim in der allerersten Reihe. Und das mit erst 21 Jahren.

Von Hafenhofen über Höchstädt nach Eichstätt

Uns hat Foag, der aus Hafenhofen im Landkreis Günzburg kommt, erzählt, wie er zu diesem Job beim Höchstädter Verein kam, und warum Blasmusik alles andere als veraltet ist.

Höchstädt–Hafenhofen. Viel gemeinsam haben die Orte in den verschiedenen Landkreisen nicht. Wie kam es dazu, dass Sie seit April bei Donauklang den Takt vorgeben?

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Foag: Nach meiner Dirigentenausbildung war ich längere Zeit auf der Suche nach einem Orchester, das ich leiten konnte. Schließlich wurde ich auf die Suchanzeige des Donauklangs aufmerksam. Dort wurde ich zum Probedirigieren eingeladen und letztlich bot man mir die Stelle an. Höchstädt ist für mich dahingehend „praktisch“, dass es – mehr oder weniger – auf der Strecke zwischen Hafenhofen und Eichstätt liegt. So muss ich keine großen Umwege fahren.

Wie oft sind Sie in Höchstädt? Wie oft wird geprobt?

Foag: Im Normalfall, wenn nicht gerade ein Auftritt ansteht, bin ich einmal die Woche in Höchstädt beziehungsweise in Blindheim. Dort ist der Proberaum. Geprobt wird immer freitags von 20 bis 22 Uhr.

Sie sind erst 21 Jahre jung. Das ist für einen Dirigenten unüblich. Wie kam es dazu?

Foag: Mich hat die Arbeit eines Dirigenten schon immer fasziniert. Nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich. Mit 19 Jahren habe ich dann schließlich den Dirigentenkurs des Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes besucht und absolviert. Dort, und auch in meinem Studium habe ich festgestellt, dass mir das Anleiten einer Gruppe sehr viel Spaß macht. Ich war dann längere Zeit der stellvertretende Dirigent in meinem Heimatverein, dem Musikverein Haldenwang-Hafenhofen, und durfte auch in einigen anderen Orchestern als Gastdirigent mitwirken.

Was sagen die langjährigen Mitglieder zum neuen Chef?

Akzeptieren alle „Donauklänger“ den neuen, jungen Chef?

Foag: Ich hoffe es. Ich habe zumindest nicht den Eindruck, dass mich jemand nicht akzeptiert. Als Dirigent sollte man sich nicht verschließen, sondern den Kontakt zu allen Musikern suchen. Ich denke, dann kommt die Akzeptanz von ganz allein – egal wie alt die Musiker sind.

Seit wann spielen Sie Musik und welche Instrumente beherrschen Sie?

Foag: Ich spiele Trompete und Flügelhorn und dank meines Studiums auch etwas Klavier. Meinen ersten Unterricht erhielt ich als Kind auf der Blockflöte, wie die allermeisten Musiker. Seit fast zwölf Jahren spiele ich Trompete.

Gibt es noch andere Hobbys?

Foag: Die Musik nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch, da ich nicht nur dirigiere, sondern auch sehr viel Musik spiele in verschiedenen Musikkapellen, Big Bands und Blasorchestern. Wenn ich mir mal Zeit nehme, bin ich gern in den Bergen zum Wandern, Klettern oder Skifahren.

Wie cool ist Blasmusik heute noch?

Wer jetzt Konzerte des Donauklang hört, kann sich auf was einstellen? Wie sieht die Foag-Note aus? Wollen Sie musikalisch etwas verändern oder Neues ausprobieren?

Foag: Ich möchte für die Konzerte ein attraktives Programm gestalten, sodass Musiker und Besucher auf ihre Kosten kommen. Natürlich will ich auch musikalisch etwas verändern, aber nur im Dialog mit meinen Musikern. Veränderungen brauchen immer Zeit und die nehmen wir uns auch.

Ganz generell: Ist Blasmusik aus Ihrer Sicht veraltet? Oder immer noch ein interessantes Hobby?

Foag: Die Blasmusik ist alles andere als veraltet. Das beste Beispiel hierfür sind die vielen Blasmusikfestivals, welche in den letzten Jahren entstanden sind, zum Beispiel „Woodstock der Blasmusik“. Wie jede andere Musikrichtung entwickelt sich auch die Blasmusik immer weiter. Blasmusik ist auch für junge Leute noch attraktiv, man muss nur mit der Zeit gehen und immer wieder neue Ideen entwickeln.

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