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Hahnkrähen: Wen das stört, ist fehl am Platz

Vanessa Polednia
Kommentar Von Vanessa Polednia
13.11.2020

Wer auf dem Land lebt und sich am Hahnkrähen stört, der ist selbst schuld. Oder?


Im ländlichen Raum ist es normal, dass ein Hahn kräht. Das Läuten von Kuhglocken und der Geruch von Gülle gehören ebenso dazu wie die Kirche im Dorf, deren Glockenturm nun mal läutet. Punkt. So einfach könnte die Antwort sein. Wenn ein besonders lauter und mitteilsamer Hahn die Nachbarschaft auf Trab hält, muss man das Thema differenzierter sehen.

Hobby zur Arterhaltung

Ein Hobby, wie das der Kleintierzüchter, das zur Arterhaltung beiträgt, ist löblich. Viele Rassen, wie das Augsburger Huhn, stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Doch in einem Meter Entfernung kommt ein Hahnenschrei gut und gerne auf 100 Dezibel, was mit der Lautstärke eines Presslufthammers vergleichbar ist. Das hat ein Forscherteam aus Belgien nachgewiesen. Wenn sich Nachbarn von lauten Hahnenschreien zu frühen Morgenstunden gestört fühlen, ist das auch verständlich. Vor allem, wenn im Frühjahr zusätzlich noch die Balzlaute hinzukommen. Es ist somit berechtigt, dass in Wohngebieten das frühmorgendliche und nächtliche Krähen verboten ist. Die Betonung liegt hier jedoch auf dem Wort Wohngebiet.

Gülle und Gackern

Einem Stadtmenschen kann das Krähen eher lästig sein. Für andere sind der Geruch nach Gülle und das Gackern der Hühner ein Stück Heimatgefühl. Kein Wunder, dass unsere Leser vom Land in den Sozialen Medien leidenschaftlich kommentieren und argumentieren. Und da muss man den Facebook-Kommentaren, gespickt mit vielen Ausrufezeichen, ausnahmsweise recht geben: Wem das Leben auf dem Land nicht passt, ist vielleicht dort fehl am Platz.

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