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Bächingen

17.05.2015

Heidschnucke und Auerochse

Weidetiertag Bächingen Mooseum
4 Bilder
Weidetiertag Bächingen Mooseum
Bild: von Neubeck

Vierbeiner beim Weidetiertag in der Umweltstation Mooseum. Spucken Alpakas auch?

Von Peter von Neubeck

Maria Greiner erinnert sich noch gut daran, wie ihr Vater „bis weit nach dem Krieg“ noch mit seinen Schafen herumzog. Die Sontheimerin ist am   Sonntag – wie so oft – nach Bächingen ins Mooseum gekommen, um den Besuchern des Weidetiertages die alte Kunst des Spinnens vorzuführen. Mit dabei ist Greiners Schwester Elise Mäck. Maria Greiners Vater war Schäfer.

Die heute 88-Jährige, die wie ihre 84-jährige Schwester in der original Sontheimer Tracht erschienen ist, sagt: „Ich habe es mit den Schafen auch probiert, aber ich war zu schwach.“ Die Schwestern haben sich im nördlichen Außenbereich des Mooseums niedergelassen, ganz in der Nähe von Hilde und Johannes Wöhrle von der die Interessensgemeinschaft Sontheim. Und das hat seinen guten Grund. Direkt nebenan zeigte Reinhard Kramer aus Bächingen, wie man ein Schaf fachgerecht schert.

Und die Wöhrles demonstrieren, wie die gerade geschorene Wolle mehrfach gewaschen, getrocknet und dann kardiert wird. Dafür benutzt Johannes Wöhrle die Kardiermaschine, Kardierbürsten oder die alte Wollschaukel, was aber ziemlich gefährlich und sehr mühsam ist. Dann kann die Wolle gesponnen werden, was wiederum die Schwestern Greiner und Mäck seit Jahrzehnten mit ihren Spinnrädern aus dem Effeff beherrschen. Doch nicht nur um Schafe dreht es sich beim Weidetiertag. Auch andere Tiere, die am besten auf der Weide gehalten werden, werden ausgestellt, u. a. auch ein seltener Auerochse. Es ist erst der dritte Weidetiertag, wie Altbürgermeister Wilhelm Rochau weiß.

Für Kinder gibt es Ponyreiten und ein Bastelprogramm passend zum Weidetiertag. Mit der Pferdekutsche werden einstündige Ausfahrten entlang der Brenz angeboten. Im Schäferkarren erzählt Werner Müller aus Wörleschwang den Kleinsten Märchen. Altes Handwerk wie Korbflechten, Rechenmachen, Seile drehen, Besenbinden sowie Klöppeln und Spinnen wird vorgeführt. Der Schwäbische Albverein Sontheim zeigt verschiedene Volkstänze und als besondere Attraktion gibt es den berühmten Hammeltanz. Zu Musikbegleitung tanzen die teilnehmenden Gäste im Kreis um den Hauptgewinn: einen Hammel.

Claudia Gützold züchtet seit 14 Jahren Araber. Sie ist schon als Kind geritten und hat sich ihren Kindheitsraum erfüllt. Die ganze Familie reitet die insgesamt fünf Araber. Von denen hat sie die 18-jährige Stute Miroschka und ihre zwölfjährige Tochter Gaja mitgebracht – beides echte Vollblüter. Sie sind ganzjährige auf der Weide in Bächingen. Martina Dissinger von der Laufstall-Arbeitsgemeinschaft e. V. für artgerechte Pferdehaltung hat ihren Schimmel mitgebracht. Ihre Pferde sind 365 Tage im Freien, haben 24 Stunden am Tag ein Fressangebot, können sich aber auch in den Unterstand zurückziehen. „Auslauf ist das A und O“, sagt Martina Dissinger. Hierzulande werde diese Art der Pferdehaltung noch nicht so stark betrieben, setzte sich aber vor allem auf privater Ebene immer mehr durch. Die achtjährige Verena Hieber aus Gundelfingen jedenfalls kann bestätigen, dass die Pferde sich gerne streicheln lassen. Natur und Tiere sind Verenas Leidenschaft.

Verena Grandel auch Bächingen züchtet Ouessant-Schafe, eine Minischafrasse aus Frankreich. Die Hobbyschäferin hält ihre kleine Herde „als Rasenmäher“ für die großen Streuobstwiesen. Heidschnucken nennt Georg Trapp sein eigen, und bei Gerhard Kramer sind es Coburger Fuchsschafe, bei Reinhard Kramer dagegen Pinzgauer Burenziegen.

Noch immer selten hierzulande sind Alpakas. Doch Jochen Krauß und Monika Schneider-Krauß haben die Tiere als Wollproduzenten. Übrigens im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Lamas, sind Alpakas zwar neugierig, spucken aber nicht.

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