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Jubiläum

11.09.2017

Hier erleben Höchstädter Gemeinschaft

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Seit 1870 wird bei der Höchstädter Kolpingsfamilie Theater gespielt, so auch beim Festabend am Samstag. Dort kam Adolph Kolping, gespielt von Präses Daniel Ertl (links auf dem linken Foto), zu Wort. Beim Drehen eines Fernsehbeitrags unterliefen ihm zur Freude der Zuhörer allerdings einige kuriose Versprecher. Zu den zahlreichen Gratulanten der Kolpingsfamilie zählte Rosalia Walter vom Bundesvorstand von Kolping. Sie übergab Vorsitzendem Karlheinz Hitzler das Ehrendiplom.

Die Kolpingsfamilie feiert drei Tage lang das 150-jährige Bestehen. Beim Festabend kommt sogar Adolph Kolping selbst zu Wort. Und Mitglieder erzählen, warum der Verein für sie eine große Bedeutung hat

Franz Lämmermaier zeigt stolz seine Kolping-Mitgliedskarte. Seit 1963 ist der frühere Theaterregisseur bei der Höchstädter Kolpingsfamilie. „Ich bin fast elternlos aufgewachsen, und in Höchstädt habe ich über die Kolpingsfamilie erste Kontakte knüpfen können“, erinnert sich Lämmermaier dankbar. Auch Doris Giggenbach schätzt die Gemeinschaft in der Kolpingsfamilie, bei der sie seit 45 Jahren Theater spielt. „Das sind ganz liebe Leute hier“, sagt Giggenbach, die mit ihrem Mann Gerald bei Kolping ist. Am Wochenende hat die ganze Höchstädter Kolpingsfamilie groß das 150-jährige Bestehen gefeiert. Drei Tage lang haben Vorsitzender Karlheinz Hitzler und seine Stellvertreterin Ulrike Wurm Glückwünsche entgegengenommen, denn die Idee Adolph Kolpings zieht in Höchstädt Menschen an. Der Verein zählt inzwischen 301 Mitglieder, das sind doppelt so viele als noch vor 25 Jahren.

Die Band 44U spielte am Freitagabend zum Auftakt Rockklassiker in der Kim-Halle. Am Samstag boten Höchstädter Vereine beim Festabend ein buntes Programm. Die Trommlergruppe und die Barocktanzgruppe des Historischen Vereins, der Musikverein Donauklang und der Kammerchor Calypso sorgten für eine schöne Umrahmung. Bürgermeister Stefan Lenz sagte, dass die Übernahme der Schirmherrschaft für ihn eine besondere Bedeutung habe. Denn dies hatte der Rathauschef vor einem Jahr vor seiner schweren Erkrankung zugesagt. Lenz, der sich am Montag gegenüber dem Stadtrat zu seiner Zukunft äußern will, lobte die Gemeinschaft bei Kolping, denn hier fühle sich jeder „willkommen, respektiert, unterstützt, ja sogar geliebt“.

Die Arbeit der Höchstädter Kolpingsfamilie würdigten auch Zweiter Bürgermeister Stephan Karg und Landtagsabgeordneter Georg Winter. Der Verein präge das gesellschaftliche Leben in der Stadt, stellte Winter fest. Rosalia Walter, die im Kolping-Bundesvorstand mitwirkt, übergab Hitzler ein Ehrendiplom. Dort wird der Höchstädter Kolpingsfamilie für ihr vielfältiges Wirken in Gesellschaft und Kirche gedankt. Helmut Bauer und Reinhard Kastner vom Kolping-Bezirk Mittel-Donau überreichten ein neues Banner. Und Kolping-Diözesanvorsitzende Sonja Tomaschek erläuterte, dass Höchstädt eine sehr junge Kolpingsfamilie habe, denn 89 der 301 Mitglieder seien unter 30 Jahre alt. Ehrenpräses Rainer Kuhn erinnerte an die Bedeutung Adolph Kolpings, der einst katholische Gesellenvereine gegründet hat, um junge Menschen aus ihrer sozialen und geistigen Not herauszuholen. Karlheinz Hitzler, Jakob Kehrle und Robert Poss stellten die Chronik vor, die zum Fest erstellt worden war. Ein junger Buchbinder hatte 1867 in Höchstädt 30 Gesellen auf die Idee gebracht, den katholischen Verein zu gründen, der sich bereits um 1900 für evangelische Christen öffnete. Das Verbot durch die Nazis wurden ebenso erwähnt wie der tödliche Messerstich am Rande des Kirchen- und Kolpingballs im Jahr 1996. Am Ende kam Adolph Kolping, gespielt von Stadtpfarrer Daniel Ertl, bei einem Sketch der Kolpingbühne selbst zu Wort. Beim Dreh eines Fernsehbeitrags unterliefen „Adolph Kolping“ aber zur Freude der Hörer einige kuriose Versprecher. So war der Geistliche etwa auf einmal Vater von 63 Mitgliedern. Ertl erhielt tosenden Applaus, vermutlich wird der Präses (geistliche Leiter) der Kolpingsfamilie jetzt für die Theatergruppe geworben. Am Sonntagvormittag zogen Kolpingsfamilien aus der ganzen Region und darüber hinaus sowie Vereine von der Kim-Halle zur Stadtpfarrkirche. Landrat Leo Schrell erinnerte in seinem Grußwort daran, dass der katholische Gesellenverein Höchstädt der erste in der Diözese Augsburg gewesen sei und dankte für das 150-jährige soziale Engagement. Die Predigt hielt Diözesanpräses Alois Zeller. Kolpings Idee, Gesellenhäuser zu schaffen, sei grandios gewesen. Sie hätten für Menschen in sozialen und religiösen Nöten Gemeinschaft und Geborgenheit geschaffen. Höchstädt habe eine große und engagierte Kolpingsfamilie, sagte Zeller. Er forderte die Mitglieder dazu auf, weiter „Salz der Erde und Licht der Welt zu sein“. Der Kirchenchor und der Musikverein Donauklang umrahmten den Festgottesdienst. Gekommen waren Kolpingsfamilien bis aus Linz, Uznach (Schweiz) und Zdar nad Sazavou in Tschechien. Michael Kubik hatte dazu eine 550 Kilometer lange Anreise in Kauf genommen und die Mühen nicht bereut. Die Verbindung mit Höchstädt existiere schon 24 Jahre, sagte Kubik. „Es ist wie ein Besuch bei Freunden.“ (bv)

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