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Lauingen

27.06.2016

Hier kämpfen wahre Männer

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Der Moment der Entscheidung: Der Lauinger Fischerstecher Bernd Schneiderat (rechts) hat mit der Lanze seinen Widersacher attackiert. Das Spektakel war Höhepunkt des ersten Seefestes, das der Spaßclub Lauingen am Samstag mit der Wasserwacht auf dem Auwaldsee ausgerichtet hat.

Das Fischerstechen ist der Höhepunkt des ersten Seefests, das der Lauinger Spaßclub mit der Wasserwacht am Auwaldsee ausgerichtet hat. Warum viel Glück im Spiel war.

Der Blick zum Himmel ist an diesem Samstagnachmittag genauso spannend wie das Fischerstechen auf dem Auwaldsee. Dominik Remiger vom Lauinger Spaßclub beobachtet jedes Wölkchen genau. „Wir haben jetzt fünf Tage lang den Wetterbericht studiert und hoffen, dass wir einigermaßen durchkommen“, sagt Remiger. Zusammen mit der Lauinger Wasserwacht und ihren Fischerstechern hat der Spaßclub zum ersten Mal ein Seefest am Auwaldsee organisiert. „Wir haben hier ein so schönes Plätzchen in Lauingen, über das sich andere Städte freuen würden“, ist sich Remiger sicher. Und das Flair des Auwaldsees wollen der Spaßclub und die Wasserwacht mit ihrem Spektakel aufleben lassen.

Zum Start des Seefests ist das Wetter ideal. Nur wenige Wolken sind am Himmel zu sehen. Und auf dem Auwaldsee legen sich die Kämpfer beim französischen Fischerstechen richtig ins Zeug. Neuburg, Donauwörth, Lauingen/Laufen und Ingolstadt/Stepperg bilden vier Mannschaften. Die Gesetze sind klar. Vier Mann rudern jeweils in einer Zille, ein Steuermann gibt dort die Kommandos – und der Fischerstecher mit seiner Lanze auf dem Podest hat ein einziges Ziel: Er muss den Angriff des Gegners parieren, die Balance halten, auf der Zille stehen bleiben und den Angreifer ins Wasser stoßen. Gelingt ihm das, hat er das Duell gewonnen und zwei Punkte eingefahren. Hier kämpfen wahre Männer.

Der Vorsitzende der Lauinger Wasserwacht, Alexander Bayer, hat früher selbst gekämpft. Das Fischerstechen fand einige Male auf dem Auwaldsee, aber meistens auf der Donau statt. Das Zuschauerinteresse sei aber zuletzt nicht so groß gewesen. Deshalb sei die Verbindung mit dem Seefest des Spaßclubs ideal für einen neuen Anlauf gewesen, erläutert Bayer. Neun Fischerstecher gibt es noch in Lauingen. Früher wurden durch diese Kämpfe auf den Zillen die Fischrechte geregelt. „Ohne Training geht das nicht“, informiert Bayer, denn sonst gebe es Verletzungen. Dies bestätigt auch der Lauinger Fischerstecher Tobias Holl: „Es schaut einfach aus, aber es gehört einiges an Technik dazu.“ Petra Lechner aus Oettingen zählt zu den Zuschauern, die das Ritual gerne sehen. „Wichtig ist es, dass die Fischerstecher ihre Brust zeigen.“ Einer der besten Fischerstecher in der Region ist der Donauwörther Willi Heckmeier, der wegen einer Verletzung aber nur vom Ufer aus zuschaut. Er sieht seinen Sohn Philipp kämpfen. „Der beißt sich fest wie ein Terrier“, freut sich Heckmeier senior, als sein Sohn das erste Duell gewinnt.

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Beim Fischerstechen der Profis siegt am Ende Neuburg (25 Punkte) vor Donauwörth (23 Punkte), Lauingen/Laufen (20 Punkte) und Ingolstadt/Stepperg (12 Punkte). Stecherkönig mit den am meisten erzielten Punkten wird Tom Aicher aus Laufen. Am späteren Nachmittag treten Lauinger Vereine (Spaßclub, Wasserwacht, Schelmbräu, Lauinger Hexen) beim Gaudistechen gegeneinander an.

Den etwa 80 Mitgliedern des Spaßclubs und auch der Wasserwacht fällt am Ende ein Stein vom Herzen, denn das am Abend drohende Gewitter verzieht sich. Es fallen nur ein paar Tropfen, der Himmel reißt wieder auf. Etwa 300 Gäste feiern am Auwaldsee. „Für das erste Mal war das Fest okay“, freut sich Dominik Remiger. Das Ganze sei noch ausbaufähig“, sagt er. Mal sehen, was nächstes Jahr passiert.

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