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26.01.2015

„Hirnfürze“ und andere Sorgen

Zwei Lästermäuler unter sich (von links): Melanie Schüle und Sabine Jahrisch.
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Zwei Lästermäuler unter sich (von links): Melanie Schüle und Sabine Jahrisch.
Bild: Simone Bronnhuber

Bei den Höchstädter Schlossfinken wurde am Samstag viel gelacht.  

Angenommen, die ganze Bruckwörth-Siedlung steht unter Wasser. Alle Kellerschächte laufen voll. Wäre das eine Katastrophe? Wenn es nach dem uralten Seppl geht, überhaupt nicht. Im Gegenteil: „Da kann ich in allen Schächten Aquarien reinbauen. Stell dir das mal vor: Dann kannst in Keller stehen und die Fische beobachten.“ Der Seppl ist einer der drei Gebrüder Höchstädt – Siedlungswilli, Kernstadtkarl und Bruckwörthseppl. Seit vielen hundert Jahren leben sie schon in der Donaustadt, beobachten das Stadtgeschehen ganz genau, und jedes Jahr, pünktlich zum Kappenabend der Schlossfinken, teilen sie ihre Beobachtungen mit dem Publikum.

So auch am vergangenen Samstag. Hunderte Besucher der Nordschwabenhalle lachten mit den drei Männern, gespielt von Bernhard Ahle, Wolfgang Saur und Wolfgang Lämmermaier, über geplante Flutpolder, untätige Stadträte oder andere „Hirnfürze“. Auch Höchstädts Bürgermeister Stefan Lenz bekam sein Fett weg. Fragte sich Ahle alias Kernstadtkarl beispielsweise: „Ich bin ja gespannt, was man über den frühlingshaften Lenz in 50 Jahren sagen wird. Aber ich weiß schon: barrierefrei an der Macht.“ Der Auftritt der Gebrüder Höchstädt war ein Höhepunkt beim Kappenabend der Schlossfinken – ebenso wie der von Bernhard Veh. Als ältere, adrette Frau verkleidet, schilderte er die Probleme einer geplagten Ehefrau. „Kein gutes Wort lässt der an mir. Der isch so bleed“, schimpfte „Frau Veh“. Das Einzige, was sie mit ihrem Mann gemeinsam habe, sei das Glas Wasser für die Gebisse.

Ähnliche Probleme plagten auch das Ehepaar Baur aus Deisenhofen, gespielt von Sylvia Balletshofer und Harald Riedel. Gemeinsame Hobbys? Gemeinsame Freunde? Nette Worte füreinander? Fehlanzeige. Da wusste selbst der Eheberater in Form von Matthias Schlecht nicht mehr weiter. „Wenn ich nicht verheiratet wäre, dann hätte ich keine Probleme“, wetterte Ehemann Riedel. Eine Scheidung kam aber trotzdem nicht infrage. Denn das Liebesleben funktioniere einwandfrei. „Jeden Tag. Alle vier Stunden Bubu“, sagte Ehefrau Balletshofer und verschwand mit „ihrem Bärchen“. Das Publikum lachte herzhaft über den Sketch.

Wenig gemeinsam hatten auch die vier Biergartenbesucher Richard Morath, Gerhard Sporer, Florian Weißenburger und Hubert Bunk. „Verkleidet“ als Araber, Italiener, Russe und Höchstädter versuchten sie ihr Glück bei Bedienung Stefanie Mayer – einzig der Höchstädter scheiterte bei der Bestellung. Keinerlei Verständigungsprobleme hatten dagegen Melanie Schüle und Sabine Jahrisch. Die beiden Schlossfinken eroberten die Bühne und das Publikum mit spitzer Zunge und charmanten Lästereien. Dabei hätten sie doch einfach nur die Deko für den Kappenabend machen sollen. Dafür fühlte sich Sabine Jahrisch aber nicht verantwortlich: „Bine Technik. Nicht Deko.“ Gut, dass die „multiplizierenden Reinigungsfachkräfte“ Daniela Oblinger und Berrit Bau noch vor Beginn für Ordnung sorgten – die beiden Frauen eröffneten den Kappenabend mit ihrem Sketch.

Nicht fehlen durften am Samstag auch die beiden Moderatoren Roswitha Riedel und Harald Wernthaler. Sie führten durch das volle Programm und durften alle Gruppen des kleinen und großen Hofstaates der Schlossfinken präsentieren. Angefangen von den Sonnenkindern, die als Eskimos verkleidet Küsse verteilten, Tanzmariechen Jennifer, die meisterlich tanzte, alle drei Garden begeisterten das Publikum, kleine und große Hofnarren wirbelten durch die Luft, der große Showtanz führte die vier Elemente zusammen, die Powergirls nahmen das Publikum auf eine Reise nach Afrika mit, der Teenieshowtanz brachte dagegen den Karneval von Venedig nach Höchstädt und die Männer von „Pjbcuts“ tanzten als Piraten – angeführt vom kleinen und großen Prinzenpaar der Schlossfinken. „Sie sehen, wir haben keine Nachwuchsprobleme“, so Roswitha Riedel.

Bei uns im Internet

Viele Bilder vom Kappenabend unter

www.donau-zeitung.de/bilder

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