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Stadtrat

17.05.2017

Hitzige Diskussionen in Höchstädt

Links Bürgermeister Stephan Karg, rechts der neue Oberglauheimer Stadtrat Siegfried Mayerle.
Bild: Judith Roderfeld

Bei der Erweiterung des Putenhofs und dem Vergabesystem für Bauplätze waren sich die Stadtratsmitglieder nicht einig

Erst ging es im Hochstädter Stadtrat in der Sitzung am Montagabend noch ganz friedlich zu. Es wurde gelacht und auf die Tische geklopft. Stadtrat Karlheinz Hitzler bekam nachträglich ein Geburtstagsgeschenk überreicht und der Zweite Bürgermeister Stephan Karg verkündete feierlich, dass nach einem halben Jahr endlich ein neuer Stadtrat für Oberglauheim gefunden wurde. Siegfried Mayerle ist der Nachfolger von Gerhard Gumpp. Mayerle sei aber kein Lückenbüßer, versicherte Karg. Als gebürtiger Oberglauheimer ist Mayerle bestens geeignet für das Amt. „Ich fand es erschreckend, dass es keiner machen wollte“, sagte er und tritt gerne für die Belange seines Stadtteils ein. Mayerle wurde nach einem einstimmigen Beschluss vereidigt.

Dass die Stadträte einer Meinung waren, kam danach eher selten vor. Zum Beispiel beim neuen Punktesystem für die Vergabe von Bauplätzen. „Dass wir nach Punkten Baugebiete verteilen, macht mir Bauchschmerzen“, sagte Günter Ballis. So ein System fördere Ausgrenzung, fürchtete er. „Damit vermitteln wir den Menschen: Du bist mehr und du bist weniger wert.“ Konkret geht es um die Baugebiete „Ensbach Süd“ und „Ellimahd“. Derzeit gibt es mehr Bewerber als Bauplätze. Deshalb konnte Karg den Einwand von Ballis nicht verstehen. Eine andere Lösung gäbe es nicht. „Wenn wir den Schnellsten bevorzugen, stehen die ersten Bürger schon morgens um drei Uhr am Rathaus.“ Karg betonte außerdem, dass die Stadt jeden willkommen heißt, insbesondere aber Familien mit Kindern. Wer schon ein Jahr in Höchstädt gemeldet ist, hat Vorteile. Je Kind im Haushalt gibt es auch noch mal Punkte oben drauf. Rückkehrer sind auch gerne gesehen. Deshalb gibt es dafür 30 Punkte extra. Junge angehende Familien bekommen nur zehn Punkte. Das passte Manfred Maneth und Wolfgang Konle nicht. Sie plädierten für eine gerechtere Verteilung. „Für junge angehende Familien sollte es auch 30 Punkte geben.“ Einige Räte ärgern sich, dass das Punktesystem immer noch für Diskussionen sorgt. Im Vorfeld habe man sich ausreichend Gedanken gemacht, sagte etwa Ludwig Kraus. Konle, Maneth und Ballis stimmten gegen das Punktesystem, der Rest war dafür. Kämmerer Bernhard Veh betonte zum Ende der Debatte noch einmal, dass die Stadt mit Hochdruck daran arbeite, dass der Bedarf an Bauplätzen gedeckt wird. „Der Bewerber, der jetzt nicht zum Zug kommt, der bekommt dafür in ein bis zwei Jahren einen Bauplatz.“

Bis Dienstag, 13. Juni, können sich die Bürger für die beiden Baugebiete bewerben.

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Ebenfalls hitzig wurde es beim Bebauungsplan der Hofstelle Putenhof Grüner Weg. Der Mastbetrieb in Sonderheim will anbauen, um noch größer zu werden. „Wer hat da eigentlich das Gutachten erstellt?“, wollte Konle wissen. Dieses hatte der Antragsteller beauftragt, erklärte Thomas Wanner. Konle kam es komisch vor, dass jemand das Gutachten erstellt, der dafür ist, dass angebaut wird, dem Rest des Gremiums nicht. „Dann müssten wir jedes Gutachten anfechten“, erklärte Karg. Auch andere Räte mischten sich nun ein. „Schade, dass du das Gutachten nicht gelesen hast“, sagte Hitzler, provozierend an Konle gerichtet.

Dass Landwirte ständig angegriffen werden, stört Kraus. Gerade Personen, die keine Ahnung von dem Berufsstand hätten, würden sich ständig einmischen. „Wenn wir bei einem Gutachten anfangen zu diskutieren, weiß ich nicht, was wir noch als Grundlage hernehmen sollen“, fügte er hinzu. Konle bemerkte, obwohl Blindheim gegen eine Erweiterung ist, werde ein Anbau geplant. Den Einwand des Dritten Bürgermeisters Hans Mesch, dass es sich hierbei um einen Familienbetrieb handele, den die Stadt Höchstädt unterstützen müsse, winkte Konle ab.

„Das ist ein Industriebetrieb, kein Familienbetrieb.“ Karg beendete die Auseinandersetzung: „Wir müssen auf einem gewissen Niveau bleiben.“ Solange die Immissionswerte eingehalten würden, sei da rechtlich nichts einzuwenden. Konle und Manfred Maneth stimmten als Einzige gegen die Erweiterung.

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