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Interaktive Grafiken

27.05.2019

Hochburgen der Parteien: So hat der Kreis Dillingen abgestimmt

Die Wahlbeteiligung im Landkreis Dillingen beträgt 54,8 Prozent.
Bild: Gönül Frey (Symbolfoto)

Wo im Landkreis Dillingen hat die AfD ihre Hochburgen? Wo hat die SPD verhältnismäßig gut abgeschnitten? Die regionalen Ergebnisse der Europawahl in Grafiken.

Die Wahlbeteiligung ist bei Europawahlen immer so eine Sache. Seit 1999 lag diese in Deutschland nicht mehr über 50 Prozent. 2014 war die Beteiligung leicht gestiegen, auf 48,1 Prozent in Deutschland. Im Kreis Dillingen aber stand am Ende ein erschreckend niedriger Wert: Nur 36,6 Prozent hatten eine Stimme abgegeben. Die Europawahl 2019 hat offensichtlich deutlich mehr Landkreisbürger interessiert.

Die Wahlbeteiligung ist stark angestiegen und hat deutschlandweit 62 Prozent erreicht. Ganz auf diesen Wert kommt der Landkreis zwar nicht, aber auch hier ist er auf 54,8 angewachsen. Dabei gibt es zwischen den Kommunen große Unterschiede: Während in Binswangen 64,5 Prozent der Menschen zur Wahl gingen, waren es in Höchstädt weniger als 50 Prozent.

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Die CSU ist auch bei der Europawahl 2019 im Landkreis Dillingen klar die stärkste Kraft. Die Christsozialen haben in jeder Landkreiskommune am meisten Stimmen geholt und sind mit ihrem Ergebnis recht zufrieden. Ob das nun ein gutes oder ein weniger gutes Ergebnis ist, kommt ganz darauf an, mit welcher Wahl man die Werte vergleicht. Nimmt man die Europawahl 2014 als Referenz, dann hat die CSU mit ihrem Kreisergebnis von 46 Prozent 2,4 Prozent eingebüßt.

Schaut man sich stattdessen das Ergebnis der Landtagswahl 2018 im Landkreis Dillingen an, dann hat sich die CSU stark verbessert: Im Oktober haben nur 38,3 Prozent der Wähler im Kreis der CSU die Zweitstimme gegeben. Um das zu komplettieren, kann man das Europawahlergebnis auch noch mit der Bundestagswahl 2017 vergleichen. Da erreichte die CSU in der Region 40,2 Prozent. Die Europawahlergebnisse schwanken je nach Kommune: Am schwächsten war die CSU in Syrgenstein, wo sie 39,3 Prozent erreichte. Am stärksten war die Partei in Finningen. Da gaben ihr 53 Prozent der Wähler die Stimme.

Die Grünen sind der große Gewinner dieser Wahl - auch im Landkreis Dillingen. Im Vergleich zur Europawahl 2014 haben sie ihr Ergebnis fast verdoppeln können. Damals erreichten die Grünen 7,9 Prozent - jetzt der Sprung auf 13,5 Prozent. Schon bei der Landtagswahl im Herbst erreichten die Grünen ein starkes Ergebnis im Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen: 11,3 Prozent der Wähler schenkten ihnen da das Vertrauen. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es 6,7 Prozent der Zweitstimmen. Auch bei den Grünen gibt es große Unterschiede in den Ergebnissen je nach Kommune. In Zöschingen erreichten sie 18,2 Prozent, in Schwenningen mit 8,7 Prozent fast zehn Punkte weniger.

Die Alternative für Deutschland ist im Kreis Dillingen die drittstärkste Kraft geworden, wie auch schon bei der Landtagswahl 2018 (14,2 Prozent) und der Bundestagswahl 2017 (16,6 Prozent). Im Vergleich zu diesen beiden Abstimmungen ist die Zustimmung bei der Europawahl allerdings zurückgegangen. Die Alternative für Deutschland hat nun 11,2 Prozent erreicht.

Im Vergleich zur letzten Europawahl ist das ein Anstieg: Damals erreichte die Partei nur 7,8 Prozent. Bei der diesjährigen Europawahl hat die AfD zudem in Bayerisch-Schwaben nirgendwo sonst so einen hohen Anteil erreicht wie im Kreis Dillingen. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Ergebnis im Landkreis liegen beinahe zehn Prozent. Am stärksten waren die Rechtspopulisten in Blindheim (17,1 Prozent), am schwächsten in Lutzingen (7,2 Prozent).

Die Freien Wähler sind insgesamt zufrieden mit ihrem Abschneiden bei der Europawahl. Die Partei vergleicht das Ergebnis wohl kaum mit dem Abschneiden bei der Landtagswahl, wo die Voraussetzungen ganz andere waren. Da hatten die FW Chancen auf eine Regierungsbeteiligung - was am Ende auch geklappt hat - und erreichten 17,5 Prozent der Zweitstimmen. Vergleichbar ist schon eher das Ergebnis bei der Bundestagswahl (4,5 Prozent). Dazu, und auch im Vergleich zum Ergebnis der Europawahl 2014 (7,3 Prozent), konnte sich die Partei verbessern und erreichte 8,1 Prozent.

Auch bei den FW liegen zwischen dem stärksten Ergebnis (Holzheim mit 15,2 Prozent) und den beiden schwächsten Ergebnissen (Lauingen und Bachhagel mit jeweils 5,3 Prozent) fast 10 Punkte.

Die SPD ist der große Verlierer der Europawahl - überregional und auch im Landkreis Dillingen. 2014 hatte die Fraktion der europäischen Sozialdemokraten mit Martin Schulz einen deutschen Spitzenkandidaten, der somit auch auf den Listen im Landkreis stand - das war wohl einer der Gründe für ein gutes Ergebnis. Die SPD war damals mit 14,2 Prozent im Kreis Dillingen zufrieden.

Dieses Mal folgte eine große Enttäuschung: Im Kreis erreichte die SPD nur 7,2 Prozent. Das war sogar noch geringer als bei der Landtagswahl im Herbst, als die SPD 7,8 Prozent Zweitstimmen erhielt. Bei der Bundestagswahl 2017 standen die Genossen mit 13,4 Prozent noch deutlich besser da. Die SPD erreichte bei der Europawahl 2019 nur in zwei Kommunen des Landkreises ein zweistelliges Ergebnis. In Lauingen (11,4 Prozent), wo der Kreisvorsitzende Dietmar Bulling Zweiter Bürgermeister ist, und in Syrgenstein (10,9 Prozent), wo mit Bernd Steiner der aktuell einzige Erste Bürgermeister der SPD im Kreis im Amt ist. Richtig bitter für die Partei waren die Ergebnisse in Aislingen und Finningen: Dort wählten nur 3 Prozent die Sozialdemokraten.

Die FDP hatte bei der Europawahl 2014 eine Schlappe erlitten. Verglichen mit dem Ergebnis von damals (2,7 Prozent) sind die 3,1 Prozent in diesem Jahr ein Schritt nach vorne. Bei der Landtagswahl 2018 erreichten die Liberalen im Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen 5,1 Prozent, bei der Bundestagswahl 2017 waren es 10 Prozent der Zweitstimmen.

Bei der Europawahl lief es für die FDP in Villenbach am schlechtesten: Dort gaben nur 1,5 Prozent der Menschen den Liberalen die Stimme. Insgesamt waren die FDP-Ergebnisse im westlichen Landkreis besser, ihr stärkstes Ergebnis holte die FDP mit 5,2 Prozent in Haunsheim.

Die vollständigen Ergebnisse, inklusive der Werte für die kleineren Parteien, finden Sie auf dieser Seite des Landratsamtes.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redaktionsleiter Berthold Veh: Europa ist wieder in den Köpfen

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