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Lauingen

23.05.2019

Hochwasser: Staatsstraße bei Lauingen überflutet

Die Weisinger Straße südlich von Lauingen ist am Donnerstag wegen Hochwasser nicht befahrbar.
Bild: Christoph Eberle

Plus Nach dem Regen springt der Riedstrom an. Die Weisinger Straße südlich von Lauingen ist am Donnerstag nicht befahrbar. Wie sich die Situation entwickelt.

Hinter der Absperrung am Kreisverkehr zur Weisinger Straße stehen zwei Autos. Sie warten auf einen Abschleppdienst, denn die Wagen sind kaputt. Die Fahrer haben sie auf die überschwemmte Weisinger Straße gesteuert, trotz Straßensperrung. Die Lauinger Feuerwehr hat die Autos am Donnerstagmorgen aus dem Wasser gezogen.

„Die Leute unterschätzen das einfach, das ist das Hauptproblem“, sagt Martin Koller, Kommandant der Lauinger Feuerwehr. Sein Stellvertreter, Thomas Hoffmann, erzählt von einem Wagen ohne Kennzeichen, dessen Fahrerin sie angesprochen haben. Die Antwort: „Das hab ich wohl im Wasser verloren.“ Angesichts der kaputten Wagen war es wohl großes Glück, lediglich mit einem verlorenen Kennzeichen aus dem Wasser gekommen zu sein.

Die Lauinger Feuerwehr (im Bild: Stellvertretender Kommandant Thomas Hoffmann und Kommandant Martin Koller) musste am Morgen bereits zwei Autos aus dem Wasser ziehen.
Bild: Jakob Stadler

Der Riedstrom ist am Dienstagabend angesprungen

Nach dem Dauerregen Anfang der Woche ist am Dienstagabend der Riedstrom bei Faimingen angesprungen, weil die Durchlaufmenge der Donau einen bestimmten Wert überschritten hat. Das Wasser wird dann südlich der Donau ausgeleitet, fließt am Sommerdamm nördlich von Gut Helmeringen vorbei, unter der Aislinger Straße hindurch und in Richtung Auwaldsee. Und an der Weisinger Straße staut sich dann eben das Wasser.

Dort, auf dem Gelände eines Schrebergartens, steht ein Mann mit Gummistiefeln und einem Rechen. „Ich schaue, dass hier nirgends etwas hängen bleibt“, sagt er und recht Schlamm zur Seite. Er hat das Tor geöffnet, damit das nicht wegen der Wassermengen aufbricht. Im Hintergrund ist das Krähen eines Hahnes zu hören. „Die Hühner haben wir gestern Vormittag schon in Sicherheit gebracht“, erklärt er.

Auch Schrebergärten sind betroffen.
Bild: Jakob Stadler

Er habe sich am Vortag vorbereitet, auch wenn er da noch gehofft habe, dass das Wasser nicht kommt. Wie er von der Feuerwehr weiß, ist Wasser dann gegen halb zwölf in der Nacht auf das Grundstück geflossen. Und jetzt? „Warten wir, bis es wieder zurückgeht.“ Er nimmt das Hochwasser gelassen, ändern könne er ja eh nichts. „Das ist nicht das erste Mal und wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal.“

Wasserwirtschaftsamt: Situation ist "unkritisch"

Jingbo Hasubek, Abteilungsleiterin für den Landkreis Dillingen am Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth, erklärt am Donnerstagmittag: „Das Hochwasser geht langsam zurück.“ Ob es bis Freitagmorgen bereits komplett verschwunden ist, sei schwer zu sagen. Für den Landkreis wurde bereits am Vormittag Entwarnung gegeben.

Hasubek erzählt, dass es am Mittwochabend einen Einsatz gab, weil an zwei Stellen des Sommerdeiches Sickerwasser ausgetreten ist. „Das Sickerwasser war klar“, erklärt sie – ein gutes Zeichen, das bedeute, dass der Deich nicht gefährdet ist. Die Feuerwehr beobachtete den Deich in der Nacht, eine Kiesfirma wurde beauftragt, um im Fall, dass das Sickerwasser doch noch trüb würde, Kies aufzutragen. „Das ist aber nicht eingetreten.“

Die Situation bei Lauingen sei „unkritisch“, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts beobachten die Wasserstände und haben das Überschwemmungsgebiet im Blick. Die Situation sei noch unter einem „HQhäufig“, das ist ein Hochwasserereignis, das statistisch gesehen fünf bis 20 Mal in 100 Jahren vorkommt. Grund für die Überschwemmung sei der Dauerregen in den Bergen sowie zusätzliches Schmelzwasser. Betroffen seien die südlichen Donauzuflüsse wie Iller und Mindel.

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6 Bilder
Hochwasser überflutet Weisinger Straße
Bild: Christoph Eberle

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