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Bürgermeisterwahl

28.11.2017

Höchstädter CSU schickt Matthias Letzing ins Rennen

Der 49-jährige Matthias Letzing will Bürgermeister in Höchstädt werden. Gestern Abend wurde er von seiner Partei, der Höchstädter CSU, einstimmig als Kandidat nominiert.
Bild: Bronnhuber

Es war ein streng gehütetes Geheimnis, seit gestern Abend ist es offiziell: Der ehemalige Stadtrat und BBV-Geschäftsführer kandidiert für das Amt des Rathauschefs

Über kaum etwas anderes wurde in Höchstädt in den vergangenen Wochen so viel gerätselt. Die verschiedensten Namen waren in aller Munde. Mit den Spekulationen und Gerüchten ist nun Schluss. Die Höchstädter CSU hat ihren Kandidaten für die anstehende Bürgermeisterwahl: Es ist Matthias Letzing (49) – eine echte Überraschung, selbst für die Christsozialen, die bei der offiziellen Nominierungsversammlung gestern Abend im Schlosscafé mit dabei waren. Alois Vaas, ehemaliger CSU-Stadtrat, sagte: „Ich bin wirklich überrascht. Jahrelang waren wir Seite an Seite gesessen. Ich freue mich wirklich sehr über deine Kandidatur.“ Denn mit Matthias Letzing schickt die Partei einen Kandidaten ins Rennen, der kommunalpolitische Erfahrung hat: Von 1996 bis 2013 war er aktives Stadtratsmitglied und davon elf Jahre der Sonderheimer Stadtteilreferent. Aufgrund privater Veränderungen schied Letzing vor vier Jahren vorzeitig aus dem Gremium aus.

Jetzt kommt der gebürtiger Höchstädter, der mit Partnerin Regina und einem seiner fünf Kinder, in Offingen im Landkreis Günzburg lebt, wieder zurück nach Höchstädt, um Bürgermeister in seiner Heimatstadt zu werden. „Ich war sehr überrascht, als ich gefragt wurde, habe mich aber sehr darüber gefreut“, sagte Letzing am Dienstagabend bei der Versammlung. Und seine Entscheidung für die Kandidatur hat er innerhalb 24 Stunden getroffen, wie CSU-Ortsvorsitzende Roswitha Riedel erzählte: „Ich habe ihn am 5. November angerufen und ihm gesagt, dass wir viel haben, nur keine Zeit. Am nächsten Tag hat er zugesagt.“ Wie berichtet, muss Höchstädt aufgrund der Erkrankung von Stefan Lenz außerrhythmisch einen neuen Bürgermeister wählen. Die Wahl findet bereits in drei Monaten, am Sonntag, 25. Februar, statt. Die Freien Wähler haben ihren Kandidaten schon nominiert. Es ist Stadtrat Gerrit Maneth. „Der Wahlkampf beginnt ab sofort“, sagte Roswitha Riegel bei der Nominierungsversammlung. Und auf die Unterstützung seiner Parteikollegen kann Matthias Letzing zählen – von 47 Wahlberechtigten nominierten 47 ihn zum Kandidaten. Einstimmiges Ergebnis.

Letzing war überwältigt und dankbar für die große Zusprache und sagte: „Packen wir es gemeinsam an.“ Dabei will der 49-Jährige nicht nur auf seine politische Erfahrung setzen. Seit mehr als 21 Jahren ist er Geschäftsführer beim Bayerischen Bauernverband. Erst im Unterallgäu, seit elf Jahren nun für die Kreisverbände Günzburg und Neu-Ulm – inklusive Geschäftsstellenleitung. Letzing zählte auf, dass er in diesen Funktionen Ansprechpartner für rund 2600 Familien im ländlichen Raum ist. Das Beratungsspektrum reiche von pachtrechtlichen Fragen bis hinzu Themen wie Generationenfolge. Aufgaben wie Personalführung, Verwaltung, Kommunikation, Gremienarbeit und Büroorganisation zählen ebenfalls zu seinen täglichen Arbeiten.

Zudem, so Letzing weiter, sei er Mitglied bei der ARGE Donaumoos und Mitglied im Steuerungsausschuss von Donautal-Aktiv. „Ich finde es erstaunlich und zugleich beruhigend, dass sich eine große Zahl unserer Mitbürger Gedanken über ihre Heimat macht und sich aktiv einbringen. Dieses Engagement und diesen großen Ideenpool möchte ich gerne als Bürgermeister von Höchstädt nutzen“, sagte Letzing. Es gebe Vieles, das in der Donaustadt angepackt werden müsse. Er zählt unter anderem die Verbesserung der Hausärzte-Versorgung, die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Höchstädt, die Weiterentwicklung der Grund- und Mittelschule und die Fortsetzung der städtebaulichen Entwicklung auf. Letzing: „Alles, was Heimat ausmacht, ist es wert, sich dafür starkzumachen. Ich möchte all dies zusammen mit Höchstädt angehen.“

Einer, der hinter ihm steht, ist Stephan Karg. Gestern Abend saß er als Zuhörer ganz hinten im Schlosscafé. Vor wenigen Tagen hatte Höchstädts Zweiter Bürgermeister bekannt gegeben, dass er nicht für die CSU kandidiert. „Ich bin dankbar, dass ich das Amt des Ersten Bürgermeisters ausüben durfte. Ich bin aber auch froh, dass wir einen geeigneten Kandidaten mit Matthias gefunden haben“, so Karg, der auch schon mit Letzing einige Jahre gemeinsam im Stadtrat aktiv war.

Karg ist seit mehr als einem Jahr das Gesicht der Stadt Höchstädt, er vertritt den erkrankten Bürgermeister Stefan Lenz. Ende Oktober, so erzählte es Partei-Vorsitzende Roswitha Riedel, habe er dann die Kandidatur abgelehnt. „Wir gingen lange davon aus, das ist unser Kandidat. Er hat bewiesen, dass er es kann“, so Riedel. Schnell sei sie dann aber auf Matthias Letzing gekommen. Einer, der Ortskenntnis, Verhandlungsgeschick, Durchsetzungskraft und kommunalpolitische Erfahrung hat, wie sie sagte. „Matthias Letzing war auf Nummer eins.“ Sie überbrachte auch die besten Wünsche von Landtagsabgeordneten Georg Winter und Bundestageabgeordneten Ulrich Lange, beide CSU, die die Kandidatur von Letzing unterstützen.

Ludwig Kraus, CSU-Fraktionsvorsitzender, kennt „Matthias schon ewig“. Auch, weil die beiden denselben Arbeitgeber haben. Und das Aufgabenspektrum, das Letzing täglich zu leisten habe, komme den Tätigkeiten eines Rathauschefs sehr nah, schilderte Kraus. „Ich würde mich freuen, wenn wir mit dir als Bürgermeister zusammenarbeiten können.“ Auch Hildegard Wanner, ehemalige Bürgermeisterin von Höchstädt, drückt dem fünffachen Familienvater die Daumen. Als „langjährige Wegbegleiterin“, wie sie Letzing bezeichnete, sagte Wanner: „Ich habe mich sehr über die Kandidatur gefreut – ein Mann, ein Wort. Auf ihn ist immer Verlass. Das braucht eine Stadt.“

Für all die „schlechten Argumente“, die ihm Wahlkampf kommen könnte, überreichte Roswitha Riedel Matthias Letzing ein kleines, schwarzes Säckchen. „Da steckst du alles Schlechte rein und dann ist es weg.“

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