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12.02.2015

Höchstädts „Tante Bobby“ ist gestorben

Jeden Morgen die Pferde versorgt

Josefine Bergfeld war Trägerin der Silberdistel

Die Silberdistelträgerin unserer Zeitung, Josefine Bergfeld, ist am 6. Februar gestorben. Die Höchstädterin, die besser bekannt war unter dem Namen „Tante Bobby“, ist nach schwerer Krankheit in der Elisabethenstiftung in Lauingen eingeschlafen. Dort lebte sie seit 2010. Am morgigen Freitag, 13. Februar, findet der Trauergottesdienst um 14 Uhr in der evangelischen Anna-Kirche in Höchstädt statt. Josefine Bergfeld wurde 87 Jahre alt. Geboren und mit sechs Geschwistern aufgewachsen ist Bergfeld in Höchstädt. Nach ihrer Schulzeit an der Volksschule und einem Pflichtjahr auf einem Bauernhof ging sie auf die Handelsschule nach Dillingen und wurde nach ihrem Abschluss in das Büro einer Höchstädter Molkerei verpflichtet. Nach dem Frankreichfeldzug 1940/41 wurde in der Donaustadt ein berittenes Bataillon für drei Monate einquartiert – Josefine Bergfeld entdeckte ihre Liebe zu Pferden. Sie stand jeden Morgen um fünf Uhr auf, um die Tiere zu versorgen. Bis ins hohe Alter blieb sie ihrer Leidenschaft treu und fand das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde. Mit ihrem Mann Robert Bergfeld baute sie 1960 ein Haus „An der Leithe“ in Höchstädt. Seitdem gab sie Kindern Schwimm- und Eislaufunterricht – ein Ausgleich zu ihrem Beruf. Waren es anfangs nur die Nachbarskinder, wurden es mit den Jahren immer mehr. Da es damals in Höchstädt noch kein Hallenbad gab, war „Tante Bobby“, wie sie die Kinder von jeher nannten, Anlaufstelle für alle, die Schwimmen lernen wollten. Auch die Kinderturnstunde gestaltete sie mit und organisierte im Fasching einen extra Ball für die Kleinen. 1970 war sie Gründungsmitglied bei der Faschingsgesellschaft, trainierte dort zwei Jahre die Garde – in ihrem eigenen Keller. Ihre Reiterkenntnisse setzte Josefine Bergfeld beim Reitverein in Mertingen bei Donauwörth als Jugendleiterin ein. In den 80er-Jahren gab sie zusätzlich Gymnastikstunden für Senioren. Auch deshalb war sie gefragt, wenn es darum ging, Tänze für Ehepaare oder andere Veranstaltungen einzustudieren. Eigene Kinder hatte die Höchstädterin nicht.

Für ihr außerordentliches Engagement erhielt „Tante Bobby“ 1997 die Silberdistel unserer Zeitung. Außerdem wurde ihr der Bürgerbrief der Stadt Höchstädt verliehen und im Reitclub Prinz Eugen war sie Ehrenmitglied. (sb)

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