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Kabarett

21.04.2015

Holzfällertyp statt „Lellabebbel“

Zum dritten Mal gastierte das Kabarettduo „Dui do ond de Sell“ mit Petra (links) und Doris (rechts) in Gundelfingen.
Bild: Gaugenrieder

Duo „Dui do ond de Sell“ war in Gundelfingen auf Männerfang

Nein, als Singlefrau hat man es nicht leicht heutzutage. Schon gar nicht, wenn sich unter den Augen langsam Rillen bilden, in die man Geranien pflanzen könnte. Hilfreich kann da unter Umständen das Internet sein. Das soll für „Dui do ond de Sell“ Abhilfe in der Kerlewüste schaffen. Als Chantalle23 und Denise gingen sie am Sonntagabend bei ihrem „Best of“-Auftritt im Gundelfinger Bleichestadel gemeinsam im World Wide Web auf Männerfang.

Doch das ist gar nicht so einfach. Schließlich hat Frau ja auch Ansprühe. Ein Lellabebbel soll es nicht sein. Auf keinen Fall so einer wie Dieter, der Ex von Doris. „Der hat beim Monopolyspielen in der zweiten Runde schon Hartz IV beantragt.“ Eher so ein Holzfällertyp. Mit viel Rrrrr. Aber auch kultiviert. „Schließlich musch mit dem ja auch mal naus“, findet Petra. Und der neue Mann an ihrer Seite sollte auch auf reifere Kaliber abfahren. Ein Archäologe, ein Antiquitäten- oder Gebrauchtwagenhändler vielleicht? Petra hat es schon in der Zeitung versucht. „Suche Mann“, hat Sie in die Anzeige geschrieben. Hunderte von Antworten hat sie bekommen. Immer die gleiche: Nehmen sie meinen! Aber einen Heimatvertriebenen, den will sie eigentlich auch nicht. Überhaupt: „Stationär tu ich mir keinen mehr her. Ambulant würde mir langen.“ Doris sieht die Sache da etwas pragmatischer. Zum Schneeschippen ist so ein stationäres Exemplar schon gschickt. „Oder vielleicht so halbtags.“ Auch im Bleichestadel selbst haben die Damen ein Auge auf die Männerwelt geworfen. Doch das Urteil fällt gnadenlos aus. Abgesehen von einer Backstreet-Boy-Spätlese gibt es da nichts zu sehen, finden die beiden. „Vielleicht kauf ich mir auch a Katz“, überlegt Doris. Der muss man das Zeug aus der Dose schließlich nicht mal warm machen.

Mittlerweile haben sich selbst die Kinder in die Partnersuche eingeschaltet. Am Schwarzen Brett von Edeka hat die Tochter Mama Doris angepriesen. Reife Dame sucht Wärme und Geborgenheit. Eine Zuschrift hat sie bekommen. Ein Prospekt mit Kachelöfen. Dabei schwitzen die Damen in den Wechseljahren ohnehin schon genug. Und werden auch zunehmend vergesslich. Doris hat deshalb mittlerweile eine Senioren-Bankkarte beantragt. Die hat eine einstellige PIN und zehn Eingabeversuche.

Das Publikum im Bleichestadel wird die beiden Schwertgoschinnen nach ihrem dritten Auftritt in der Gärtnerstadt so bald aber nicht vergessen. Es fiebert schon dem nächsten Gastspiel entgegen.

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