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Holzheim

15.10.2020

Holzheim nimmt die Kanal- und Wasserleitungen in Angriff

Auf dieser Aufnahme ist ein mangelhafter Anschluss einer Hausanschlussleitung an den Hauptkanal in der Michael-Dobler-Straße in Holzheim zu sehen.
Bild: Kapfer Ingenieure

Plus Im Gemeinderat Holzheim geht es vor allem um die maroden Kanal- und Wasserleitungen. Warum die Gemeinde vorerst aber nur eine Straße angehen will.

Wasser in seiner unterirdischen Form war das ausschlaggebende Thema der 16. Gemeinderatssitzung dieses Jahres in Holzheim. Denn, neben den üblichen Bauvoranfragen – am Dienstagabend wurde der Neubau von zwei Wohnhäusern und einer Gewerbehalle einstimmig genehmigt – ging es vor allem um Kanal- und Wasserleitungen in der Gemeinde Holzheim. Diese müssen nach der Einschätzung des beauftragen Ingenieurbüros Kapfer, anwesend in Form von Geschäftsführer Markus Kapfer, erneuert werden.

Die Michael-Dobler-Straße in Holzheim ist das erste Projekt

Die Kostenschätzung des Dillinger Unternehmens bezieht sich auf die Michael-Dobler-Straße und die Waldstraße in Holzheim. Die Straßen sind dort in einem schlechten Zustand und müssen saniert werden. In diesem Sinne wurden auch die Kanal- und Wasserleitungen unter die Lupe genommen. In der Michael-Dobler-Straße kämen Kosten von insgesamt 453 000 Euro auf die Gemeinde zu. Damit wären die Asphaltarbeiten, die Wasserhauptleitung, als auch die Kanal- und Wasseranschlüsse, von den Grundstücksgrenzen bis zur Hauptleitung im Preis inbegriffen. Der Hauptkanal ist noch in einem relativ guten Zustand und kann später in einem grabenlosen Verfahren innen saniert werden. Diese Kosten sind in der erwähnten Schätzung jedoch noch nicht beinhaltet. Das Ziel der Erneuerungen und Sanierungen: ein dichter Kanal.

Die Holzheimer Waldstraße muss noch auf ihre Sanierung warten

Die Waldstraße stellt einen besonderen Fall dar. Hier gibt es zwar ebenfalls einen Mischwasserkanal, sprich: Abwasser und Regenwasser fließen hier zusammen zur Kläranlage. Doch die Hauptkanäle vor den Hausnummern 11 bis 17 wurden für mögliche zukünftige Pläne mit einem Trennsystem ausgestattet. In der Waldstraße veranschlagt Kapfer, bei Beibehaltung des Mischwassersystems, insgesamt rund 470.000 Euro für den gleichen Umfang an Erneuerungen wie in der Michael-Dobler-Straße. Bei Umbau der Kanäle zu einem Trennsystem werden insgesamt 605.000 Euro veranschlagt. Hierzu muss in einem Teilbereich der Straße ein neuer Regenwasserkanal gebaut werden. Im Auftrag der Gemeinde begutachtete das Ingenieurbüro auch die Wasserleitung einen Teil der Hauptkanäle Am Kirchberg in Eppisburg. Hier zeigt sich durch Dellen und Risse ebenfalls Sanierungsbedarf. Den Gemeinderäten wird spätestens jetzt bewusst: Hohe Summen kommen auf die Kommune in den kommenden Jahren zu. In der Sitzung kommt die Frage auf, ob es finanziell sinnvoll ist, beide Maßnahmen gleichzeitig zu bewältigen. Die Antwort lautet nein, der Beschluss wird vertagt.

Die Holzheimer kümmern sich um ihre Kanäle Schritt für Schritt

„Es ist gut, dass sich die Gemeinde mit dem Untergrund beschäftigt und Schritt für Schritt sanieren möchte“, bekräftigt Kapfer trotzdem diese Entscheidung. Das neue Kunststoffmaterial moderner Rohre sei wesentlich hochwertiger und langlebiger, so Kapfer. Und er betont, dass es sich bei Holzheim nicht um einen Einzelfall handle. Im gesamten Landkreis müsse saniert werden. „Bei Bauarbeiten vor 50 Jahren wurden die Zuläufe nicht fachgerecht verlegt. Dieses Schadensbild haben wir tausendfach im Landkreis“, erklärt der Bauingenieur auf Anfrage unserer Zeitung.

Bürgermeister Simon Peter möchte nun gemeinsam mit den Gemeinderäten und in Absprache mit den Experten ein Gesamtkonzept erarbeiten. „Wir beginnen mit der Michael-Dobler-Straße und überlegen uns dann, welche Maßnahmen, Jahr für Jahr, folgen sollen“, sagt Simon Peter. Eine direkte Kostenübernahme müssen die Anwohner der betroffenen Straßen übrigens nicht fürchten. Die Kanalerneuerungen auf den Grundstücken werden durch die Abwassergebühr finanziert.

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