Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Homeoffice ist auch im Kreis Dillingen nicht überall einfach umsetzbar

Kreis Dillingen

20.01.2021

Homeoffice ist auch im Kreis Dillingen nicht überall einfach umsetzbar

Homeoffice ist in vielen Betrieben nicht so einfach umsetzbar. Das gilt auch im Kreis Dillingen.
Foto: dpa (Symbol)

Plus Stattdessen würden die Betriebe im Landkreis Dillingen penibel auf die Einhaltung der AHA-Regeln achten.

Seit Beginn der Corona-Krise steht der Gesundheitsschutz für die regionale Wirtschaft an oberster Stelle, teilt die IHK Nordschwaben mit. Ist angesichts der aktuellen Corona-Zahlen in der regionalen Wirtschaft aber nicht noch Luft nach oben?

Im Handwerk kaum, denn: „Die Leistung an sich geht nicht von zu Hause aus“, betont Christoph Schweyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Die Betriebe würden penibel auf die AHA-Regeln achten, damit sie nicht zugesperrt werden. Das sei bislang noch nie vorgekommen. Nur Quarantäne-Auflagen gab es mal, weil Kunden Corona hatten, und manch Azubi musste daheimbleiben, weil es in seiner Berufsschulklasse einen Covid-19-Fall gab.

Entscheiden sich im Kreis Dillingen wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk?

Was den Nachwuchs betrifft, macht Schweyer eine interessante Entdeckung: „Die Qualität der Bewerbungen und die Zahl der Bewerber steigen.“ Vielleicht finde nun ein Umdenken statt, weil das Handwerk bislang gut durch die Corona-Krise kam, vermutet er. Bis auf die Friseure dürfen alle Handwerksbetriebe arbeiten, die Auftragsbücher sind voll. Parallel dazu nehme die Digitalisierung vieler Betriebe zu. Es werde immer wichtiger, die Kunden von der Dienstleistung zu überzeugen – wer da die Sanierung des alten Bades direkt auf dem Tablet visualisieren kann, hat der Konkurrenz teils etwas voraus, nennt Schweyer ein Beispiel.

In der Industrie gibt es für den Kreis Dillingen keine pauschale Antwort übers Homeoffice

Und wie sieht es in der Industrie aus? Belastbare Zahlen, wie viele Unternehmen derzeit Homeoffice oder mobiles Arbeiten nutzen, liegen aktuell nicht vor. Zu unterschiedlich sind laut Thomas Schörg, Pressesprecher der IHK, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zwischen und in den Branchen. Das Münchner Ifo-Institut schätzt, dass der maximale Anteil der homeoffice-fähigen Tätigkeiten bei über der Hälfte liegt. Seit Beginn der Corona-Krise ließe sich beobachten, dass dieses Potenzial in steigendem Umfang ausgeschöpft wird. Fragen rund um Homeoffice, etwa über Anspruch und Datenschutz, beantwortet die IHK telefonisch oder auf der Webseite unter schwaben.ihk.de.

Wo Homeoffice nicht möglich ist und wenn der empfohlene Mindestabstand nicht durchgängig eingehalten werden kann oder schnell umsetzbare Maßnahmen dabei nicht helfen, sei der betriebliche Gesundheitsschutz aufwendig. Das gilt laut Heide Becker, Leiterin des Beratungszentrums Recht und Betriebswirtschaft für Arbeitsplätze in der Produktion, im Handel und bei verschiedenen Dienstleistungen. „Daher setzen viele Unternehmen auf Wechselschichtmodelle, Trennwände oder mobiles Arbeiten.“ Appelle seitens der IHK an ihre Mitglieder, mehr Kollegen ins Homeoffice zu schicken oder mehr für den Gesundheitsschutz zu tun, seien nicht notwendig, denn, so Schörg: „Mit jedem weiteren Tag, den der Lockdown andauert, gehen der Wirtschaft dringend notwendige Einnahmen verloren. Bereits im November meldeten 57 Prozent aller Unternehmen im Rahmen einer IHK-Blitzumfrage eine sinkende oder komplett ausfallende Nachfrage. Dieser Negativtrend hat sich zuletzt weiter verschärft. Die Unternehmen tun daher schon von sich aus alles, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schützen.“

Die Hälfte aller Unternehmen musste bislang auf Mitarbeiter verzichten

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Rund die Hälfte aller befragten Unternehmen quer durch alle Branchen berichtete, dass sie aufgrund der Corona-Krise auf Mitarbeiter verzichten musste. Die häufigsten Gründe, warum die Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen konnten: Sie waren krank oder standen im Verdacht, sich angesteckt zu haben. Oder sie mussten wegen der Betreuung ihrer Kinder zu Hause bleiben.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren