1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Im Einsatz für den krebskranken Kameraden aus Schwenningen

Leukämie

03.02.2019

Im Einsatz für den krebskranken Kameraden aus Schwenningen

Copy%20of%20DSC_0114.tif
3 Bilder
Für ihren Kameraden Anton haben die Feuerwehrler in Schwenningen und Gremheim fleißig bei der Typisierungsaktion im Sportheim Schwenningen mitangepackt.

Plus Anton Eichberger hat Leukämie und braucht eine Stammzellspende. Zur Typisierungsaktion kommen mehr als 1000 Menschen. Ob unter ihnen ein Lebensretter ist?

Anton ist schwer krank. Er liegt im Krankenhaus und hat mit den Nebenwirkungen einer hoch dosierten Chemotherapie zu kämpfen. Der 51-jährige Familienvater hat Blutkrebs und braucht dringend einen Stammzellspender. Seine Ehefrau Carola hat für ihn eine große Typisierungsaktion in Schwenningen organisiert. Schon vor dem offiziellen Start ist der Parkplatz voll. Die Feuerwehrleute sind gut damit beschäftigt, alle einzuweisen. Aber das machen die Kameraden für ihren "Done" gerne. Sie wollen ihm bei der Suche nach seinem genetischen Zwilling helfen. Denn es ist möglich, dass ausgerechnet bei der Typisierungsaktion in seinem Heimatdorf der passende Spender dabei ist – und das hoffen an diesem Tag alle.

Dieses Foto von Anton Eichberger ist auf den Flugblättern, mit denen auf die Typisierungsaktion aufmerksam gemacht wird, die am Samstag, 2. Februar, in Schwenningen stattfindet.
Bild: Eichberger

Ehefrau Carola ist überwältigt und dankbar

Allen voran seine Familie. Carola Eichberger steht an der Theke im Sportheim und ist völlig überwältigt von dem Ansturm. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Für mich ist das sehr emotional. Ich bin so dankbar“, sagt sie. Sie ist ständig mit ihrem Anton im Kontakt, schickt ihm viele Bilder der Aktion. Seine Nachricht für all die Helfer: „Ich bin so stolz auf euch.“ Und für die rund hundert Menschen, die die Typisierungsaktion am Samstag stemmen, ist die Mithilfe schlicht selbstverständlich.

Einer von ihnen ist Michael Bregel. Der Erste Kommandant der Feuerwehr war schon im Vorfeld eine große Stütze für Carola Eichberger. Bis Anton krank wurde, war er Bregels Stellvertreter bei der Wehr. „So können wir etwas zurückgeben. Anton hat so viel für uns gemacht. Wir hoffen einfach, dass wir einen Spender finden. Und dafür setzen sich seine Kameraden gerne für ihn ein“, sagt Bregel, der auch in seiner Familie mit der Diagnose Blutkrebs zu kämpfen hat. Sein Vater hat ebenfalls Leukämie, aktuell ist die Chemotherapie abgeschlossen. Ein weiterer Antrieb für den Feuerwehrkommandanten, dass bei der Typisierungsaktion alles reibungslos abläuft. „Geholfen wird auf jeden Fall“, so Bregel. (Die Geschichte von Anton: Leukämie: Wer ist Antons genetischer Zwilling? )

Mund auf, Stäbchen rein

Und das geht ruckzuck im Sportheim. Die Helfer sind im Vorfeld von offiziellen Vertretern der DKMS, geschult worden und schleusen so bei der Aktion in Schwenningen im Dauertakt die Spender durch. Da sind beispielsweise Thomas Schweyer, Neffe von Anton Eichberger, und Feuerwehrfrau Julia Pollithy, die an einem Tisch erst die persönlichen Daten der potenziellen Spender aufnehmen und ihnen dann die drei Wattestäbchen reichen. Jeweils eine Minute müssen die Stäbchen im Mund befeuchtet werden. „Ich habe mich heute auch gleich registriert“, sagt Schweyer, und Pollithy fügt hinzu: „Völlig klar, dass wir helfen.“

Das ist es auch für Manuela Mayr und ihre Tochter Leonie. Die beiden sitzen einen Tisch weiter und erklären gerade Marina Haller, wie alles funktioniert. Die mögliche Stammzellspenderin ist aus Rohrbach, Landkreis Donau-Ries, nach Schwenningen gefahren. Sie hofft sehr, dass ein passender Spender für den 51-jährigen Familienvater gefunden wird. „Und wenn nicht für Anton, dann helfen wir auf jeden Fall anderen“, sagt Haller. Helferin Mayr nickt und sagt, vor allem dieses Gemeinschaftsgefü

Marina Haller ist extra aus Rohrbach, Landkreis Donau-Ries, zur Spende nach Schwenningen gekommen.

hl, das in den vergangenen Wochen und speziell am Samstag entstanden ist, hätte alle angespornt. „Da hilft man gerne.“

1145 Neuregistrierungen nach Aktion in Schwenningen

Das freut auch Schwenningens Bürgermeister Reinhold Schilling. „Alle packen mit an und helfen zusammen. Das ist schön.“ Er sei beeindruckt, was die Bürger und vor allem die örtlichen Vereine auf die Beine gestellt haben. Da gibt es einen Shuttle-Bus, wenn Menschen weiter wegparken müssen. Da sind fleißige Frauen, die leckere Kuchen backen und alle kulinarisch versorgen. Da sind Feuerwehrleute, die absperren und einweisen. Da sind Frauen und Männer, die Listen führen, Spendengelder entgegennehmen und Wattestäbchen eintüten. Es werden sogar Herzluftballone mit guten Wünschen in den Himmel geschickt. Und da steht Tapfheims Bürgermeister Karl Malz und macht Musik. Alles für Anton und die vielen anderen Menschen, die an Leukämie erkrankt sind. Von der Hilfsbereitschaft und dem großen Zulauf ist auch Brigitte Lehenberger von der DKMS begeistert. Sie übernimmt bei der Aktion den medizinischen Teil und will Ängste nehmen: „Jeder unterschreibt für seine Spendenbereitschaft, es ist dann aber noch immer keine Pflicht zur Spende.“ Bereit zur Spende sind an diesem Samstag mehr als tausend Menschen – exakt 1145 Neuregistrierungen. Die Menschen kommen aus dem ganzen Landkreis und weit darüber hinaus. Heidenheim, Augsburg, Rain, Nördlingen … unter ihnen sind viele Feuerwehrleute. Teils haben sich die Truppen in Fahrgemeinschaften zusammengetan und sind mit ihren Einsatzfahrzeugen nach Schwenningen gekommen.

Kraftwerk Gundremmingen hat 232 potenzielle Spender registriert

Wie etwa die Männer und Frauen der Wehren Oberbechingen und Burghagel. Dabei ist auch Christina Libal. Sie sagt: „Wir haben davon erfahren und es war klar, dass wir kommen.“ Das ist es genauso für Jonas Marstaller aus Deisenhofen: „Man kann schnell helfen.“ Das wollen auch die Arbeitskollegen von Anton Eichberger. 232 potenzielle Stammzellspender haben sich bei einer eigens vom Gundremminger Kraftwerk organisierten Aktion typisieren lassen. Ebenso bei der Firma Erwin Müller in Buttenwiesen findet diese Woche eine Spendenaktion statt. „Ich bin einfach nur dankbar“, sagt Carola Eichberger. Und trotz der vielen neuen Registrierungen, bleibt eine Frage auch am Samstag offen: Gibt es einen Lebensretter für Anton?

Lesen Sie die ganze Geschichte von Anton und seinem Schicksal:

Leukämie: Wer ist Antons genetischer Zwilling?

Auch die Familie von Baby Finn braucht Hilfe:

Familie findet keine Pflegekräfte für den schwerkranken Finn

Unter den Helfern ist auch die Schwenningerin Karin Gerstmeier. Auch sie hat ein schweres Schicksal:

Schwenningerin pflegte ihre Mutter Jahrzehnte daheim

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
jor112.jpg
Dillingen

Warum sich Christen für ihre Religion nicht schämen sollten

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden